Wenn der Chef durch mangelnde Anerkennung krank macht
26.08.2011 | 08:45 Uhr 2011-08-26T08:45:00+0200
Berlin. Wenn Beschäftigte keine Anerkennung durch ihre Vorgesetzten erfahren, wirkt sich das auf die Fehlzeiten aus. Das geht aus dem aktuellen Fehlzeiten-Report der AOK hervor. Immer größer wird der Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen.
Mangelnde Anerkennung durch den Chef kann krank machen. Das zeigt der diesjährige Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Neben der Analyse der Krankschreibungen von zehn Millionen AOK-Versicherten wurde von den Wissenschaftlern des Instituts in diesem Jahr der Einfluss der Vorgesetzten auf die Mitarbeitergesundheit genauer untersucht.
Befragt wurden 28.223 Angestellte von 147 Unternehmen. Demnach erhalten 62,4 Prozent der Befragten keine Rückmeldung zu ihren Leistungen. Entsprechend ist ein Lob für die geleistete Arbeit oft Mangelware: 54,5 Prozent der Angestellten hören nur selten oder sogar nie anerkennende Worte. 41,5 Prozent der Arbeitnehmer sagen aus, dass ihre Meinung vom Vorgesetzten bei wichtigen Entscheidungen nicht beachtet würde.
Mangelnde Planungsfähigkeit
Mehr als ein Drittel der Befragten attestieren ihrem Chef mangelnde Planungsfähigkeit, bei fast einem Drittel kümmert sich der Vorgesetzte nicht um Schwierigkeiten und bei 28,3 Prozent der Befragten ist der Boss nicht auf Probleme bei der Arbeit ansprechbar. Daher wundert es nicht, dass 35,5 Prozent der Arbeitsnehmer davon überzeugt sind, dass durch mehr Einsatz des Chefs für seine Mitarbeiter die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz verbessert werden kann.
"Ein gesundheitsfördernder Führungsstil beeinflusst das Befinden der Mitarbeiter positiv und hilft auch die Fluktuation im Unternehmen gering zu halten", sagt Helmut Schröder, Mitglied der Geschäftsführung des WIdO. "Vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels spielt der Führungsstil eine immer wichtigere Rolle."
Dass mehr Einsatz für die Mitarbeiter, mehr Feedback und öfter mal ein Lob für gute Arbeit sich positiv auf den Gesundheitszustand der Angestellten auswirkt, zeigt auch die Datenanalyse des Fehlzeiten-Reports. Demnach haben Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften gut informiert werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Das erhöht auch den Unternehmenserfolg.
Krankenstand stagniert, Zahl der Krankheitstage nimmt zu
Darüber hinaus geht aus dem Report hervor, dass der Krankenstand 2010 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr bei 4,8 Prozent stagnierte. Dennoch hat die Zahl der Krankheitstage erneut leicht zugenommen, eine Entwicklung, die sich auch im ersten Halbjahr 2011 fortsetzt.
Im Durchschnitt dauerte 2010 eine Arbeitsunfähigkeit 17,6 Tage. Die meisten Krankheitstage entfielen mit 24,2 Prozent auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von akuten Verletzungen mit 12,9 Prozent, 12,0 Prozent Atemwegserkrankungen und 9,3 Prozent psychischen Erkrankungen.
Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen steigt seit Jahren kontinuierlich an: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Erkrankung um 0,7 Prozentpunkte angestiegen. Seit 1994 ist ein Anstieg von nahezu 90 Prozent zu verzeichnen. (mp)
09:11
in Witten gibt es eine Firma da fehlen täglich im durchschnitt 20 - 30 % der Mitarbeiter aber der Chef sieht keinen Handlungsbedarf
armes Deutschland