Welche Hausmittel gegen Ohrenschmerzen bei Kindern helfen

Das bekannteste Hausmittel bei Ohrenschmerzen: das Zwiebelsäckchen. Die ätherischen Öle wirken antibakteriell.
Das bekannteste Hausmittel bei Ohrenschmerzen: das Zwiebelsäckchen. Die ätherischen Öle wirken antibakteriell.
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Besonders häufig treten Mittelohrentzündungen auf. In den meisten Fällen heilen sie ohne Komplikationen ab. Wann Sie zum Arzt sollten.

Essen.. Ohrenschmerzen sind sehr unangenehm – das wissen vor allem kleine Kinder nur zu gut, denn sie kämpfen am stärksten mit ihnen.

Das Ohr kann sich an den unterschiedlichsten Stellen entzünden, doch bei Kindern ist gerade die Mittelohrentzündung eine der häufigsten akuten Ohrenerkrankungen. Zu erklären ist dies damit, dass die Ohrtrompete (Eustachische Röhre) kürzer ist als bei Erwachsenen. Die Ohrtrompete ist die Verbindung zwischen dem Nasenrachen und dem Mittelohr. „Deswegen können Keime eines Infektes aus dem Hals-Nasen-Bereich auch viel leichter in das Ohr gelangen“, sagt Professor Dr. Thomas Deitmer, Direktor der Hals-Nasen-Ohrenklinik am Klinikum Dortmund. Äußere Einflüsse wie zum Beispiel Wasser, das in das Ohr gelangt, seien hingegen seltener der Grund für eine akute Mittelohrentzündung.

An welchen Symptomen kann man die Entzündung erkennen?

Erste Hinweise auf eine Mittelohrentzündung bei Kindern sind Ohrenschmerzen und ein Infekt, den das Kind noch hat oder vor kurzem hatte. Die Infektionen können auch mit einem gewissen Hörverlust einhergehen, doch kleine Kinder können dies nicht richtig äußern. Oft fassen sich Kinder immer wieder an das Ohr – auch dies ist ein Hinweis darauf, dass sie Schmerzen haben und sich unwohl fühlen. „Leichtes Fieber meist bis 38 Grad kann noch hinzukommen“, sagt Deitmer. Solange das Fieber nicht hoch ist, das Kind nicht erbricht und klar bei Bewusstsein ist, kann man zunächst einen Tag warten, bevor man den Arzt aufsucht.

Um zu Hause schon mal Abhilfe zu schaffen, seien Medikamente, die Schmerzen lindern, und vor allem abschwellendes Nasenspray hilfreich. „Wenn die Nase zu ist, wird der Druck auf den Ohren meist noch schlimmer“, sagt Thomas Deitmer. Schmerzmittel, die direkt in das Ohr geträufelt werden, werden von den meisten Ärzten heute nicht mehr empfohlen. Sie würden unter anderem die Beurteilung des Trommelfells erschweren.

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Welche Komplikationen können auftreten?

Mittelohrentzündungen, die durch Viren verursacht werden, seien meist unproblematisch, so Deitmer. 70 bis 90 Prozent der Entzündungen laufen komplikationslos ab und bedürfen auch keiner weiteren Behandlung mit einem Antibiotikum. Wenn die Infektion jedoch lange besteht, kann es sein, dass Bakterien sich noch im wahrsten Sinne des Wortes „oben draufsetzen“. Dann muss an eine Antibiotikagabe gedacht werden. Das Problem ist dabei allerdings die Erregerbestimmung: „Solange das Trommelfell intakt ist, kann man natürlich auch nicht am Zielort einen Abstrich nehmen“. Wenn es hingegen schon perforiert, also beschädigt ist, ist die Erregerbestimmung einfach.

In selteneren Fällen kann eine Mittelohrentzündung aber auch zu Komplikationen führen, wenn sich die Erreger auf benachbarte Hohlräume ausbreiten. „Der knöcherne Warzenfortsatz entzündet sich manchmal mit, weil auch hier eine Schleimhaut den Hohlraum auskleidet“, sagt HNO-Arzt Deitmer. Wenn sich der Warzenfortsatz entzündet, spricht man von einer Mastoiditis. Ein häufiges Symptom ist eine schmerzempfindliche Schwellung der Haut hinter der Ohrmuschel. Es ist wichtig, diese Entzündung zu behandeln, da sie im schlimmsten Fall zu einer Hirnhautentzündung oder einer Lähmung des Gesichtsnervs führen kann.

Welche Ursache hat die Erkrankung bei Erwachsenen?

Bei Erwachsenen sind Mittelohrentzündungen sehr viel seltener, weil die Ohrtrompete nicht mehr so kurz ist und damit Erreger einer Erkältung nicht so schnell in das Mittelohr gelangen können. „Hier ist, was die Entzündungen betrifft, der äußere Gehörgang häufiger betroffen“, sagt Thomas Deitmer. Ohrenschmerzen können gerade bei Erwachsenen aber viele verschiedene Ursachen haben – die sich in vielen Fällen nur symptomatisch am Ohr zeigen. Oftmals stecken hinter Ohrenschmerzen Zahn- und Kieferprobleme. Aber auch Schäden oder Funktionsstörungen an der Halswirbelsäule machen sich manchmal am Ohr bemerkbar.