Warum zu viel Arbeit krank machen kann
03.10.2012 | 11:45 Uhr 2012-10-03T11:45:00+0200
Münster. Bereits drei bis vier Stunden Mehrarbeit pro Tag können das Risiko einer Depression massiv erhöhen. Wie aus einer Langzeitstudie hervorgeht sind dabei besonders Menschen gefährdet, die sich stark an die Leistungsgesellschaft anpassen und eine hohe Leistungsbereitschaft aufweisen.
Viel zu arbeiten, kann zur Sucht werden. Bis zu 300.000 deutsche Erwerbstätige sollen die Kontrolle über ihr Arbeitsverhalten bereits verloren haben. Jeder siebte Arbeitnehmer gilt Experten zufolge als gefährdet, eine Arbeitssucht zu entwickeln.
Auslöser sind meist massive psychische Probleme. Seelisch mündet die exzessive Vielarbeit oft in einer Depression . Anfällig sind vorallem jene, die ein stark überhöhtes Motiv nach Anerkennung haben und durch das Arbeiten unangenehme Gefühle wie innere Leere oder Einsamkeit vermeiden wollen.
Häufig handelt es sich dabei um Menschen mit Selbstzweifeln und Selbstablehnung - oft gepaart mit einer zwanghaft perfektionistischen Grundeinstellung. Viele Arbeitssüchtige haben Angst davor, zu versagen, den betrieblichen und den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Konkurrenzdruck und häufige Überstunden fördern den psychischen Druck.
Hohe Leistungsbereitschaft erhöht Anfälligkeit
Eine aktuelle britisch-finnische Langzeitstudie mit 1.626 männlichen und 497 weiblichen Angestellten britischer Behörden zeigt, dass eine regelmäßige Mehrarbeit von drei bis vier Stunden täglich das Risiko einer schweren Depression erheblich erhöht. 'In der heutigen Arbeitswelt hat sich Vielarbeit als Bedingung für Status, Anerkennung und Karrieremöglichkeit etabliert. Dementsprechend tritt Arbeitssucht häufig bei qualifizierten Tätigkeiten auf.
Besonders gefährdet sind Menschen, die sich stark an die Normen der Leistungsgesellschaft anpassen und gleichzeitig außerordentlich leistungsbereit sind. Charakteristisch ist, dass die anfänglich oft gesteigerte Leistungsfähigkeit zunehmend von einem angstbesetzten Verhältnis zur Arbeit abgelöst wird', erläutert Professor Bernhard Croissant, Chefarzt der Christoph-Dornier-Klinik in Münster. Er fordert, dass das Thema Arbeitssucht bei der betrieblichen Gesundheitsvorsorge stärker berücksichtigt wird. (mp)
17:14
Das beste sind Kommentare und die Meinung, man müsse sich in der Probezeit besonders anstrengen. Um dann gegen Ende der Probezeit den Dank dafür zu bekommen: "war schön mit Ihnen, Tschüss".
Interessant auch das Modell der Gleitarbeitszeit auf Vertrauensbasis. Warum haben Unternehmen das wohl eingeführt? Damit der Mitarbeiter sich irgendwann schuldig fühlt, wenn er pünktlich um 17 Uhr den Kuli fallen lässt. Und wenn man Freitag schon um 12 abhaut (weil man die 40 Stunden ja bereits zusammen hat), fragt der Chef erstmal, warum man denn schon so früh gehen will - alles schon erlebt.
Übrigens, Druck und Stundenstress machen sich nur die Anfänger - die erfahrenen Leute, die einiges hinter sich haben, machen ihre Arbeit in den 8 Stunden des Arbeitstages - und was darin nicht geschafft ist, ist eben nicht geschafft. Zumindest war das früher mal so.
13:41
nach 65 jahren kommt die frage auf" für wen hab ich jetzt gelebt." ?