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Warum Querschnittgelähmte mit neuem Roboteranzug wieder gehen können

25.05.2012 | 14:45 Uhr
Warum Querschnittgelähmte mit neuem Roboteranzug wieder gehen können
Mit Hilfe eines neuen Roboters sollen Querschnittsgelähmte wie Samuel Koch bald wieder aufstehen und gehen können.

London.  Zwei europäische Kliniken werden demnächst einen "anziehbaren" Roboter bekommen, mit dessen Hilfe Querschnittsgelähmte wieder aufstehen und gehen können. Das Gerät wird über Handbewegungen gesteuert und ist mit Sensoren ausgestattet, welche die Absichten des Patienten erkennen und ausführen können.

Kein Traum, sondern Wirklichkeit: Jetzt gibt es einen 'anziehbaren' Roboter, mit dessen Hilfe Querschnittgelähmte wieder aufstehen und gehen können. Das Gerät wurde von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA offiziell als Medizinprodukt zugelassen. Es hat jetzt auch das europäische Prüfsiegel erhalten. Die ersten Kliniken in Europa, die den Anziehroboter bekommen werden, sind das Instituto Prosperius im italienischen Umbertide und das Sheffield Northern General Hospital in Großbritannien.

Und so funktioniert es: Der auf die Körpergröße des Patienten einstellbare Geh-Roboter wird über Kleidung und Schuhe 'angezogen' und mit Bändern sicher fixiert. Das batteriebetriebene Gerät wird über Handbewegungen gesteuert und erkennt mittels Sensoren computergestützt in Echtzeit die Absichten des Anwenders, berechnet die Bewegung und führt sie entsprechend aus.

Der Patient spürt das Gewicht des Roboteranzugs beim Gehen nicht. Der mit rund 20 kg relativ leichte Anzug trägt sich praktisch selbst, da sich sein Gewicht direkt auf den Boden überträgt. Zunächst werden alle Erkenntnisse aus dem klinischen Einsatz des Roboteranzugs und die Erfahrungen der Experten aus dem Bereich der Neurologie und Rückenmarksverletzungen in die Entwicklung einer weiteren Variante für den häuslichen Gebrauch einfließen. Dessen Markteinführung ist im Frühjahr 2014 geplant. (mp)

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