Vorsicht bei Verdauungsproblemen

„Ein Töpfchen Quark deckt bereits den gesamten Tagesbedarf an Eiweiß", sagt  Heilpraktikerin Petra Koruhn.
„Ein Töpfchen Quark deckt bereits den gesamten Tagesbedarf an Eiweiß", sagt Heilpraktikerin Petra Koruhn.
Foto: Markus Weißenfels
Was wir bereits wissen
Unsere Serie „Gesund von A bis Z“ gibt in loser Folge in 26 Artikeln quer durch das Alphabet Tipps zur Gesundheit. Heute: Quark enthält viele gute Nährstoffe - ist aber auch als Hausmittel bei Insektenstichen, Prellungen, Blutergüssen und Verstauchungen ist Quark nicht zu unterschätzen.

Essen.. In seiner Naturform ist er blass. Blass vor Neid? Wohl kaum, denn Quark gehört zu den Nahrungsmitteln, die selbst wahre Schatztruhen sind. Was zu seinen Goldstücken zählt? Sein hochwertiger Eiweißgehalt wie zum Beispiel der Proteinbaustein Tryptophan, der dafür sorgt, dass der Mensch den nötigen Schlaf bekommt.

„Eiweiß ist aber auch für die gesamte Muskulatur des Körpers sehr wichtig“, sagt die Heilpraktikerin Petra Koruhn. „Ein Töpfchen Quark deckt bereits den gesamten Tagesbedarf an Eiweiß.“ Dabei sind Proteine lang nicht die einzigen Vorzüge der cremigen Speise. Quark enthält viele Vitamine, ist reich an Magnesium und zählt neben Milch und Käse zu den größten Lieferanten von Kalzium, das für den Aufbau von Knochen und Zähnen bedeutend ist.

Alle eiweißhaltigen Nahrungsmittel sind jedoch zugleich reich an Phosphor. Ein Stoff, der im gleichen Verhältnis zu Kalzium bei der Nahrungszufuhr aufgenommen werden sollte. Im Körper wird Phosphor in Phosphat umgebaut. Nimmt der Mensch zu viel Phosphat und zu wenig Kalzium zu sich, kann es zu einer Übersäuerung des Körpers kommen, die eine Aufnahme von Kalzium hemmt oder gar dessen Abbau begünstigt. „Quark enthält viel Phosphor, das die Kalziumaufnahme aus dem Quark zwar wieder reduziert. Dadurch, dass im Quark aber ein sehr hoher Anteil an Kalzium steckt, wird dem Körper dennoch genug von dem Mineralstoff zugeführt. Quarkspeisen sind somit schon allein deswegen sehr gesund.“

„Wer Quark kauft, sollte sich für Magerquark entscheiden.“

In den Kühlregalen finden sich Quarks mit ganz unterschiedlichen Fettstufen. Für Petra Koruhn ist es keine Frage, welche Sorte auf dem Einkaufszettel stehen sollte. „Wer Quark kauft, sollte sich für Magerquark entscheiden, der ist kalorienarm. 100 Gramm Magerquark enthalten 74 Kalorien. Zum Vergleich: In 100 Gramm Sahnequark mit 40 Prozent Fett in der Trockenmasse stecken 164 Kalorien“, sagt die Heilpraktikerin. „Studien belegen außerdem, dass Menschen, die viele Milchprodukte mit geringerem Fettanteil, das heißt mit bis zu 20 Prozent Fett in Trockenmasse, zu sich nehmen, schlanker sind, da sie weniger Körperfett enthalten. Daher würde ich die Vollfettstufe grundsätzlich meiden.“

Ob Aprikosen, Erdbeeren, Pfirsiche, Mandarinen oder Kirschen - wer in 200 Gramm Magerquark frisches Obst schneidet, reichert die eiweißhaltige Kost zusätzlich mit Kohlenhydraten an, die das Gehirn und darüber hinaus den gesamten Organismus mit Energie versorgen. Kohlenhydrate sind im Quark selbst nur wenige enthalten. Daher rät Petra Koruhn grundsätzlich nur zu einer Quarkspeise am Tag, damit die Ernährung nicht zu einseitig ist. „Anders sieht es aus, wenn abends zusätzlich eine Scheibe Vollkornbrot mit Kräuterquark als Aufstrich gegessen wird. Dort werden die Eiweiße aus dem Quark mit den Kohlenhydraten aus dem Brot kombiniert, eine ausgewogene Mahlzeit.“

Umschläge mit Quark kühlen bei Insektenstichen und Verstauchungen

Bananen im Quark sorgen für ein anhaltendes Sättigungsgefühl, die Kiwi für einen Vitamin-C-Kick und der Apfel für reichlich Mischvitamine. Tipp: In die Schüssel mit dem Quark und Obst zusätzlich einen Esslöffel Haferflocken hinzugeben. „Sie machen satt, enthalten viele Spurenelemente und Ballaststoffe. Außerdem regen ihre Kohlenhydrate den Hirnstoffwechsel an. Besonders Vollkornflocken enthalten hochwertige Inhaltsstoffe, dagegen sind die hellen schonender für den Magen. Gut ist auch, mit einem halben Glas Magermilch den Quark zu strecken.“ Et voilà, fertig ist eine gesunde Mittagsmahlzeit. „Die schnell zubereitet ist. Außerdem geht der Verbraucher sicher, dass nicht vermehrt Zucker, sondern ein hoher Fruchtanteil im Quark enthalten ist.“

Wer Zeitmangel hat, kann aber auch zu fertigen Fruchtquarks greifen. „Die sind auch lecker. Wer jedoch große Portionen Quark isst, dem würde ich doch zu einer selbst hergestellten Quarkspeise raten oder zumindest zu einem Bioprodukt, das, bezogen auf den tatsächlichen Fruchtanteil, häufig zuverlässiger ist.“ Vor dem Einschlafen sei solch ein Obstquark jedoch nicht zu empfehlen. „Der Organismus kann Obst abends nicht gut verarbeiten. Es liegt zu schwer im Magen und die guten Inhaltsstoffe werden nicht mehr angemessen aufgenommen.“

Vorsicht mit Quark bei Verdauungsproblemen

Doch Quark hat sich längst nicht nur als gesundes Nahrungsmittel einen Namen gemacht. Umschläge mit Quark kühlen bei Insektenstichen, Prellungen, Blutergüssen und Verstauchungen. Quarkmasken verleihen trockener Haut Feuchtigkeit. „Eine Quarkmaske kann ganz einfach zu Hause angerührt werden: Zwei Esslöffel Quark, ein Esslöffel Honig und etwas Olivenöl. Die Maske zwanzig Minuten auf der Haut einwirken lassen und anschließend mit lauwarmen Wasser abnehmen.“

Ein Schälchen Quark könne ohne Bedenken jeden Tag verzehrt werden. Es sei denn, man leidet unter Verdauungsproblemen. „Bei einem empfindlichen Darm kann das Eiweiß im Quark zu Durchfall führen.“ Weitere Ausnahme: Der Verbraucher ist von einer Nierenerkrankung betroffen. „Ein hoher Phosphor- und Kalziumgehalt im Körper wird in diesem Fall nicht mehr von den Nieren ausgeschieden, sondern lagert sich an. Das kann zur Bildung von Nierensteinen führen.“