Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Wirtschaft

Viele Krankenhäuser in den roten Zahlen

20.02.2013 | 05:45 Uhr
Viele Krankenhäuser in den roten Zahlen
Die finanzielle Situation bei vielen Krankenhäusern verschlechtert sich zunehmend.Foto: dapd

Berlin.  Mit der "Petition für eine faire Krankenhausfinanzierung" appellieren zahlreiche Führungskräfte an die Bundesregierung und fordern eine Verbesserung der jetzigen finanziellen Situation der Krankenhäuser. Weitere Kostensteigerungen könnten für jedes zweite Krankenhaus schon bald rote Zahlen bedeuten.

Die Krankenhäuser schlagen angesichts ihrer schlechten finanziellen Situation Alarm. "2013 wird voraussichtlich jedes zweite Krankenhaus rote Zahlen schreiben", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer, am Dienstag auf einem Klinikgipfel in Berlin.

Die Teilnehmer, rund 1.000 Geschäftsführer und Führungskräfte aus den Kliniken, verabschiedeten eine "Petition für eine faire Krankenhausfinanzierung". Darin appellieren sie an die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen, "den Krankenhäusern sofort noch im laufenden Jahr zu helfen". Die Vergütungen müssten so angehoben werden, "dass die unabwendbaren Kostensteigerungen refinanziert werden" könnten. Die Kliniken verweisen darauf, dass die Tariflöhne seit 2006 um 15,9 Prozent gestiegen, die Preise für die Krankenhäuser aber nur um 8,7 Prozent angehoben worden seien.

Inakzeptable Kürzungen

Hinzu kämen gesetzliche Preiskürzungen von rund einer Milliarde Euro in den vergangenen beiden Jahren. Diese seien als "Beitrag zur Sanierung der Finanzen" der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eingeführt worden, "die mittlerweile über rund 30 Milliarden Euro Reserven verfügt". Vor diesem Hintergrund seien weitere 750 Millionen Euro Kürzungen, die den Kliniken 2013 und 2014 abverlangt würden, "absolut inakzeptabel".

Initiator des Klinikgipfels ist die DKG. Nach ihren Angaben versorgen die 2.045 Krankenhäuser in Deutschland mit rund 1,1 Millionen Mitarbeitern jährlich etwa 18,3 Millionen stationäre Patienten. Hinzu kämen 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle. Der Jahresumsatz der Kliniken betrage 83,4 Milliarden Euro.(dapd)

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Therapiezentrum in Essen: Strahlen heilen krebskranke Kinder
Krebstherapie
Am Westdeutschen Protonentherapiezentrum in Essen werden schon Babys mit Hirntumoren behandelt. Am Montag wurde die Klinik offiziell eröffnet.
VRE-Keim in Frühchenstation - Behörde sieht Ausbruch beendet
Krankenhauskeime
Nach dem Ausbruch des gefährlichen VRE-Keims auf der Frühchenstation eines Düsseldorfer Krankenhauses, ist die Hygiene offenbar wieder hergestellt.
Siebenjähriger Junge in Düsseldorf an Masern erkrankt
Masern
Ein Siebenjähriger hat sich in den Osterferien bei einem Besuch in Berlin mit Masern infiziert. Der Junge und seine Eltern waren nicht geimpft.
Klinik-Chef sieht Impfen als moralische Pflicht
Masern
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Masernwelle in Berlin plädiert der Direktor des Uniklinikums Essen für eine generelle Masern­Impfpflicht.
Vorhofflimmern wird oft nicht erkannt
Gesundheit
Wenn das Herz hin und wieder mal stolpert, ist das in der Regel harmlos. Denn das kann auch an Anstrengung oder Aufregung liegen. Kommen solche...
Fotos und Videos
article
7635944
Viele Krankenhäuser in den roten Zahlen
Viele Krankenhäuser in den roten Zahlen
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/viele-krankenhaeuser-in-den-roten-zahlen-id7635944.html
2013-02-20 05:45
Gesundheit,Krankenhäuser,Finanzen,Gipfel, GKV, DKG, Alfred Dänzer
Gesundheit