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Viele junge Erwachsene unterschätzen die Hepatitis-Gefahr

22.02.2012 | 11:59 Uhr
Viele junge Erwachsene unterschätzen die Hepatitis-Gefahr
Foto: Lukas Barth/dapd

Düsseldorf.   Jugendliche sind unzureichend über die Gefahr informiert, sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder über kleine Wunden wie beim Piercen mit einer Leberentzündung anzustecken. Viele Teenager haben keinen ausreichenden Impfschutz gegen Hepatitis.

Eine kleine Verletzung, ein unbedachter Kontakt - schon kann eine Infektion mit Hepatitis-Viren der Gruppen A, B oder C erfolgen. Nicht nur im Ausland, auch hier in Deutschland. „Besonders junge Menschen unterschätzen das Risiko einer Ansteckung oder sind sich der Gefahr nicht bewusst“, sagt Stefan Mauss vom Bundesverband für Niedergelassene Gastroenterologen Deutschlands e.V. Tatsächlich kann rund ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen nicht erklären, was eine Hepatitis-Erkrankung ist - lautet das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Kölner Forsa-Meinungsforschungsinstituts. „Viele junge Menschen wissen nicht, wie sich der Virus überträgt und wie sie den Gefahren vorbeugen können“, sagt Mauss, der als Facharzt für HIV und Hepatitis in Düsseldorf praktiziert. „Dabei erkranken allein jedes Jahr rund 5000 Menschen in Deutschland an der Lebererkrankung.“

Übertragung durch Blutkontakte und Körperflüssigkeiten

Ob Hepatitis A, B oder C: Die virale Entzündung der Leber überträgt sich durch Blutkontakte und Körperflüssigkeiten. „Schon kleine Verletzungen, zum Beispiel auch bei Tätowierungen oder Piercings, können zur Ansteckung führen“, sagt der Experte. Bei jungen Erwachsenen sei es häufig der ungeschützte Geschlechtsverkehr, der zur Erkrankungsfalle werde, sagt der Experte.

Schritt eins zum Schutz ist medizinische Vorbeugung: „Ich rate allen Menschen zu einer Impfung gegen Hepatitis-B“, sagt Mauss. Die Kosten dafür übernehme bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr die gesetzliche Krankenkasse. „Wer plant, ins Ausland zu reisen, sollte sich auch gegen Hepatitis-A impfen lassen“, rät der Experte. Gegen Hepatitis-C gibt es noch keinen Impfschutz. Vorsicht gegenüber Ansteckungsgefahren ist Mauss zufolge generell geboten: „Wir wissen, dass bei rund fünf bis zehn Prozent aller Menschen die Hepatitisimpfungen nicht ausreichend wirken.“ Ein Kondom beim Geschlechtsverkehr und Vorsicht bei Verletzungen seien daher immer sinnvolle zusätzliche Schutzmaßnahmen. (dapd)

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