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Krebstherapien

Verbundprojekt entwickelt neue Strategien in der Krebstherapie

07.08.2012 | 05:45 Uhr
Verbundprojekt entwickelt neue Strategien in der Krebstherapie
Das Verbundprojekt "Kokon" will eine Informationsplattform schaffen, auf die alle Krebspatienten zugreifen können, um sich dort über komplementäre Therapieverfahren zu informieren.

Bonn/Nürnberg.  Die Deutsche Krebshilfe fördert das Verbundprojekt "KOKON" das sich zum Ziel gesetzt hat, das Wissen über alternative Methoden in der Krebstherapie zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten. Patienten und Ärzte sollen sich so schneller zwischen Heilmitteln, Philosophien und Ratschlägen zurechtfinden. Zudem wollen die Experten ein Netzwerk von Beratungsstellen einrichten, an die sich Interessierte wenden können.

In der häufig lebensbedrohlichen Situation einer Krebserkrankung wollen viele Betroffene nichts unversucht lassen. Neben der schulmedizinischen Behandlung suchen sie nach Alternativen und begleitenden Therapieformen. Doch ein harmlos erscheinendes Präparat kann bereits die Wirkung einer Chemotherapie stören.

Die Experten des jetzt gestarteten Projekts mit dem Namen 'KOKON' haben sich zum Ziel gesetzt, das Wissen über alternative Methoden in der Krebstherapie zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten. Die Deutsche Krebshilfe in Bonn fördert es über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

'Patienten stoßen auf ein schier endloses Angebot an Methoden und Heilmitteln , Philosophien und Ratschlägen', so Projektsprecher Dr. Markus Horneber vom Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Klinikum Nürnberg. 'Es ist schwer, sich in dieser Informationsvielfalt zurechtzufinden. Nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte. Von seriösen Methoden bis hin zu gefährlichem Pfusch ist alles möglich', erklärt Horneber.

Informationsplattform für alle Krebspatienten

Zudem wollen die Experten ein Netzwerk von Beratungsstellen einrichten, an die sich Interessierte wenden können. 'Mit diesem Kompetenznetzwerk kommt die Deutsche Krebshilfe dem Wunsch vieler Patienten nach, verlässliche und wissenschaftlich gesicherte Informationen über komplementäre Therapieverfahren bereit zu stellen. Eines unserer Hauptanliegen ist es, eine qualitätsgesicherte Informationsplattform zu schaffen, auf die alle Krebspatienten zugreifen können', erläutert Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe das finanzielle Engagement der Institution.

Beteiligt sind an dem Projekt neben dem Klinikum Nürnberg, die Charite Universitätsmedizin Berlin, die Universität Frankfurt am Main, das Klinikum Fürth, die Universität Greifswald, die Klinik für Tumorbiologie Freiburg, die Universitätsklinik Fürth, die Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, das Hans-Bredow-Institut in Hamburg sowie die Universitätsmedizin Rostock.



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