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Verbrennungen mit lauwarmem Wasser kühlen

10.01.2013 | 07:40 Uhr
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Bei Verbrennungen sollte mit lauwarmem Wasser gekühlt werden.
Bei Verbrennungen sollte mit lauwarmem Wasser gekühlt werden.Foto: /Getty Images

Hamburg  Schnell ist es passiert: Das Kind kommt an die noch heiße Herdplatte, das Wasser kocht über und die eigene Hand wird verbrüht. Im Haushalt passieren häufig Unfälle mit Verbrennungen. Viele Verletzte greifen dann zur Kühlung aus dem Eisfach. Doch das ist nicht immer der beste Weg.

Plötzlich kippt die Tasse mit kochend heißem Tee um, die brennende Kerze entzündet im Vorbeigehen den Pulloverstoff, die heiße Glasscheibe des Kaminofens wird beim Toben im Wohnzimmer touchiert. "In Deutschland erleiden jährlich über 60.000 Kinder unter 15 Jahren eine Brandverletzung", sagt Joachim Suß, Chefarzt der Abteilung für Kinderchirurgie am Wilhelmstift in Hamburg.

Für Eltern heißt es jetzt: Schnell reagieren! "Am besten ist es, die betroffene Hautstelle sofort zu kühlen. Aber bitte nicht mit eiskaltem Wasser oder Cool-Packs direkt auf die Haut." Oft genug würden Eltern nämlich noch dem Irrglauben unterliegen, dass Brandwunden möglichst stark gekühlt werden müssten, sagt Suß. Das stimme aber nicht, erklärt der Experte der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: "Ein Cool-Pack oder auch Eiswürfel führen dazu, dass sich die feinen Hautgefäße zusammenziehen." Dadurch verschlechtert sich die Durchblutung, was die Hautschäden noch verstärken kann.

10 bis 15 Minuten kühlen

15 Grad Wassertemperatur sind ideal und auch für längere Zeit gut auszuhalten. Es können auch feuchte, kühle Handtücher auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Rund 10 bis 15 Minuten sollte die Verbrennung auf diese Weise gekühlt werden. "Mit dem sofortigen Kühlen kann man das sogenannte Nachbrennen auf der Haut oft verhindern und die weitere Ausbreitung der Verbrennung stoppen."

Kleine Brandblasen haben eine gute Chance, von alleine abzuheilen. "Bei größeren oder sehr schmerzhaften Brandverletzungen sollen Eltern aber auf jeden Fall einen Arzt konsultieren, der die Verletzung genau einschätzen kann", sagt Suß. (dapd)

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