Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Drogen

UN warnt vor Ausbreitung von Designerdrogen in Europa

05.03.2013 | 16:37 Uhr
UN warnt vor Ausbreitung von Designerdrogen in Europa
Designerdrogen: Die Vereinten Nationen warnen vor einer rasanten Ausbreitung von psychoaktiven Substanzen.Foto: dpa

Berlin.   Die Vereinten Nationen haben vor einer rasanten Zunahme sogenannter Designerdrogen gewarnt und die Staaten zu effektiveren Drogenkontrollen aufgefordert. In den vergangenen Jahren gab es einen beispiellosen Anstieg beim Missbrauch neuer psychoaktiver Substanzen.

Designerdrogen und sogenannte "Legal Highs" sind auf dem Vormarsch: Die UN warnt vor einer rasanten Ausbreitung der psychoaktiven Substanzen. Sie stellen eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar, wie der Internationale Suchtstoffkontrollrat (INCB) in seinem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht 2012 berichtet.

In Europa wurde etwa im Jahr 2011 mit 49 neuen psychoaktiven Substanzen ein neuer Höchstwert registriert. Ihre Gesamtzahl gehe in die Hunderte und wachse ständig, erklärte das deutsche Mitglied im INCB, Werner Sipp. "Fast jede Woche erscheinen neue Substanzen auf dem Markt", sagte er. Auch die Zahl der Internetseiten, auf denen psychoaktive Präparate verkauft werden, stieg an - allein zwischen Januar 2010 und Januar 2012 um das Vierfache.

Designerdrogen als "Abfallprodukte der Pharmaindustrie"

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), hält die als harmlose Badezusätze, Räuchermischungen oder Aqu ariumsreiniger getarnten "Legal Highs" für extrem gefährlich. "Diese Substanzen sind Abfallprodukte der Pharmaindustrie", sagte sie. Es müsse daher alles getan werden, um den Herstellern der Substanzen das Handwerk zu legen.

Drogen
Designerdrogen drängen auf den Markt - Nächste Verbotswelle

Bald dürften rund ein Dutzend neuer Designerdrogen in Deutschland verboten werden. Doch auch die harte Hand des Staats bannt die Gefahren nicht auf...

Als ein Produktionszentrum für psychoaktive Drogen gilt Ost- und Südostasien. Auch die gefährliche Modedroge Methamphetamin, umgangssprachlich Crystal genannt, wird hier massenweise hergestellt. Fast die Hälfte des 2010 weltweit konfiszierten Rauschmittels stammt aus der Region.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wirbt der INCB dafür, dass die Regierungen weltweit Mechanismen schaffen sollen, mit denen das Auftauchen neuer psychoaktiver Substanzen besser kontrolliert und die Herstellung, der Handel und der Missbrauch der Substanzen eingedämmt werden können. (dapd)

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Problem-Spaziergänger - Warum demente Menschen davonlaufen
Soziales
Demente Menschen laufen regelmäßig weg. Manchmal muss deshalb die Polizei ausrücken. Für Pflegeeinrichtungen sind „Spaziergänger“ ein großes Problem.
Wie die EU den Kampf gegen resistente Keime verstärken will
Keime
Tausende sterben jedes Jahr, weil Antibiotika ihre Wirkung verlieren. Eine Ursache ist der Masseneinsatz in der Tiermast. Auch Salat ist oft verkeimt.
Kampf gegen Krankheiten, die kaum jemand kennt
Gesundheit
Berlin (dpa) - Menschen mit Seltenen Erkrankungen haben oft lange Leidenswege hinter sich, bis sie endlich wissen, was ihnen fehlt. Auf das Problem...
Babys in Berlin zu Hause lassen - Ärzte-Warnung wegen Masern
Masern
Die Masern-Welle in Berlin ebbt nicht ab. Kinderärzte schlagen nun Alarm: Sie raten Eltern von Säuglingen, ihre Kinder nur zu Hause zu betreuen.
Studie der Uni Witten zur Flucht aus den Pflegeberufen
Pflege
Die Universitäten Witten/Herdecke und Frankfurt/Main sollen erforschen, wie die Flucht von Pflegekräften aus dem Beruf verhindert werden kann.
Fotos und Videos
article
7688143
UN warnt vor Ausbreitung von Designerdrogen in Europa
UN warnt vor Ausbreitung von Designerdrogen in Europa
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/un-warnt-vor-ausbreitung-von-designerdrogen-in-europa-id7688143.html
2013-03-05 16:37
Drogen,Designerdrogen,Vereinte Nationen,Gesundheit
Gesundheit