Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Studie

Studie rügt unsinnige Untersuchungen vor Operationen

24.03.2013 | 08:30 Uhr
Studie rügt unsinnige Untersuchungen vor Operationen
Vor kleineren Operationen werden häufig unsinnige Untersuchungen vorgenommen.Foto: Getty

Witten/Herdecke.  Eine Studie der Universität Witten/Herdecke kommt zu dem Ergebnis, dass vor kleineren Operationen häufig unsinnige Untersuchungen vorgenommen werden. Oftmals würden körperliche Untersuchungen und medizinische Befragungen ausreichen. Eine Online-Entscheidungshilfe soll Ärzten jetzt helfen, übeflüssige Untersuchungen zu vermeiden.

Vor kleineren Operationen werden häufig unsinnige Untersuchungen vorgenommen. Zu diesem Schluss kam Professor Andreas Sönnichsen von der Universität Witten/Herdecke. In der von ihm geleiteten Studie, an der auch österreichische und schwedische Wissenschaftler teilnahmen, ging es um Routine-Untersuchungen vor kleineren Operationen in den Bereichen Orthopädie , Hals-Nasen-Ohren oder Allgemeinchirurgie.

Für seine Arbeit wurde Sönnichsen jetzt mit dem David-Sackett-Preis ausgezeichnet, den das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) vergibt. Rund 1500 Patienten waren in die Studie einbezogen. Bei zwei Dritteln hätten körperliche Untersuchung und medizinische Befragung vor der Operation ausgereicht. Dennoch gab es insgesamt 3.380 weitergehende Tests. Dazu zählten großes Blutbild, Leberwerte, Gerinnungsparameter, Elektrolyte, EKG und Thorax-Röntgen.

Unnötige Kosten und unnötige Eingriffe

"In einem nahezu evidenzfreien Raum wird unstrukturiert allerlei Routine-Diagnostik vor solchen Eingriffen durchgeführt, die aber keinen Nutzen bringt und zumeist viel zu umfangreich ist", sagte Sönnichsen und verwies auf unnötige Kosten. Selbst zufällig entdeckte Befunde hätten meist keinen Einfluss auf die Operation, heißt es aus der Wissenschaftler-Gruppe.

Sie entwickelte eine Online-Entscheidungshilfe namens PROP für Ärzte. Damit werden Untersuchungsdaten, Operationsschwere, Patientenalter und Geschlecht von Patienten gesammelt. Das Programm schlägt dann sinnvolle präoperative Untersuchungen vor. Vor der PROP-Einführung habe es 3,4 unnötige Tests pro Patient gegeben, danach nur noch 0,6, heißt es. (dapd)

Kommentare
24.03.2013
19:09
Studie rügt unsinnige Untersuchungen vor Operationen
von Shy_Eye | #3

Ich hab jetzt mit größeren Untersuchungen gerechnet wie doppelt zum MRT oder CT.

Das was der Doc da kritisiert ist doch normal und wenn der Patient...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Medikamente vor Hitze schützen
Gesundheit
Viele Arzneimittel müssen unter 25 Grad Celsius gelagert werden, damit sie ihre Wirkung behalten. Wer auf sie angewiesen ist, kontrolliert deshalb bei...
Aktivurlaub bietet viel Erholung
Gesundheit
Anstatt den Tag auf der Sonnenliege zu verbringen, lohnt es sich im Urlaub aktiv zu sein. Und das ist überall möglich, egal ob am Meer, in den Bergen...
Schmerzender Nacken - Wenn der Kopf über dem Display baumelt
Handynacken
Überall das gleiche Bild: Gesenkte Köpfe, die konzentriert auf Displays starren. Wird der hängende Kopf zum Dauerzustand, bekommt man Nackenschmerzen.
Zukunft der kinderärztlichen Ambulanz in Oberhausen ungewiss
Notdienststandorte
Die Kassenärztliche Vereinigung ist bei der Reform der Notdienststandorte teilweise zurückgerudert. Eine Garantie für die Praxis im EKO gibt es nicht.
Kind nach Hundebiss zum Arzt bringen
Gesundheit
Kommt ein Patient mit einem Hundebiss zum Arzt, ist folgende Frage ganz wichtig: Ist der Gebissene gegen Tetanus geimpft? Der Hundehalter sollte über...
article
7755129
Studie rügt unsinnige Untersuchungen vor Operationen
Studie rügt unsinnige Untersuchungen vor Operationen
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/studie-ruegt-unsinnige-untersuchungen-vor-operationen-id7755129.html
2013-03-24 08:30
Gesundheit,Operationen, Ärzte, Entscheidungshilfe, Untersuchungen,
Gesundheit