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Ständige Erreichbarkeit führt bei Arbeitnehmer zu immer mehr Stress

09.10.2012 | 11:45 Uhr
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Ständige Erreichbarkeit führt bei Arbeitnehmer zu immer mehr Stress
Durch Smartphone, Handy und Co. sind Arbeitnehmer jederzeit dienstlich zu erreichen. Foto: Thinkstock

Berlin.  Viele Berufstätige meinen, auch am Feierabend oder im Urlaub dienstlich erreichbar sein zu müssen. Jeder siebte Berufstätige fühlt sich dadurch stark belastet. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hervor.

Der Feierabend oder Urlaub soll der Erholung des Arbeitnehmers dienen. Stressig wird es, wenn der Chef eine ständige Erreichbarkeit stillschweigend erwartet. Jeder siebte Berufstätige fühlt sich dadurch stark belastet. Fehlende Absprachen und klare Regelungen könnten Gründe dafür sein, warum viele Berufstätige meinen, auch am Feierabend dienstlich erreichbar sein zu müssen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des Instituts für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) in Dresden.

Konkrete Anweisungen des Chefs gibt es jedoch selten. Vielmehr gehen viele Mitarbeiter davon aus, dass ihr Vorgesetzter Erreichbarkeit von ihnen erwartet. Für die Studie befragte das IAG in Kooperation mit der Unfallkasse Hessen 430 Personen. Über zwei Drittel der Befragten gaben an, oft oder immer erreichbar zu sein, wenn sie während der Arbeitszeit auf Dienstreise oder im Außendienst sind.

Klare Abmachungen treffen

In der Freizeit waren immerhin noch 40 Prozent oft oder immer für dienstliche Belange erreichbar. Laut Psychologin Dr. Hiltraut Paridon, Autorin der Studie, fühlte sich rund jeder Siebte durch die ständige Erreichbarkeit stark oder sehr stark belastet. 'Diese Teilnehmer gaben an, dass sie auch in ihrer Freizeit nicht abschalten können und das Gefühl hätten, dass ihnen alles zu viel wird. Eine klare Abmachung mit dem Vorgesetzten, wann wer im Team erreichbar zu sein hat und wann nicht, sehen daher auch viele als eine Möglichkeit an, Stress durch Erreichbarkeit zu verringern', so Paridon. (mp)

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