Staatlich geförderte Pflege-Tarife taugen wenig

Wer eine private Pflegeversicherung abschließt, bekommt seit Jahresbeginn Zuschüsse vom Staat.
Wer eine private Pflegeversicherung abschließt, bekommt seit Jahresbeginn Zuschüsse vom Staat.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Seit Jahresbeginn bezuschusst der Staat Personen, die eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abschließen. Die Stiftung Warentest prüfte 17 Angebote und kam zu dem Ergebnis, dass die geförderten Tarife meist keine ausreichende finanzielle Absicherung bieten.

Berlin.. Die staatlich geförderten Tarife für eine private Pflegeversicherung taugen nach Ansicht der Stiftung Warentest nur wenig. Die neuen Tarife reichten nicht, um die finanzielle Lücke im Pflegefall zu schließen, erklärten die Verbraucherexperten am Dienstag in Berlin.

Auch die Vertragsbedingungen seien in der Regel schlechter als bei den nicht geförderten Pflege-Tagegeldversicherungen. Wer eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abschließt, bekommt seit Jahresbeginn 60 Euro Zuschuss vom Staat. Die Regierung will damit mehr Anreize für die private Pflegevorsorge geben, weil die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nur einen Teil der Kosten abdeckt. Die staatliche Zulage wird dann gezahlt, wenn der Beitrag für eine Pflege-Tagegeldversicherung bei mindestens 120 Euro pro Jahr liegt und der Vertrag eine spätere Leistung von wenigstens 600 Euro monatlich in Pflegestufe III vorsieht.

Nicht geförderte Pflege-Tarife lohnen mehr

Die Stiftung Warentest untersuchte nun 23 Pflege-Tagegeldversicherungen ohne staatliche Förderung und 17 mit staatlicher Förderung - auch Pflege-Bahr. Die geförderten Tarife sind nach Ansicht der Verbraucherexperten nicht zu empfehlen. Sie haben zwar den Vorteil, dass auch Menschen mit Vorerkrankungen einen Vertrag bekommen, doch sie bieten keine ausreichende finanzielle Absicherung.

Geförderte Tarife kämen nur dann infrage, wenn jemand wegen seines hohen Alters oder einer Erkrankung keine ungeförderte Versicherung mehr bekommt oder wenn jemand jung ist und ein erhöhtes Krankheitsrisiko hat. Die nicht geförderten Tarife dagegen lohnen laut Stiftung Warentest mehr. Wer es sich leisten könne, privat für den Pflegefall vorzusorgen, sollte deshalb eine Pflege-Tagegeldversicherung ohne staatliche Zulage abschließen, raten die Experten.

Bei den 23 getesteten Angeboten gibt es demnach jedoch große Unterschiede. Mit einem Monatsbeitrag von rund 55 Euro für 45-jährige Neukunden und 85 Euro für 55-Jährige sichern die "sehr guten" und "guten" Tarife das finanzielle Pflegerisiko in allen Pflegestufen ab. (afp)