Schüler saufen unter Aufsicht - Projekt in NRW umstritten
27.01.2012 | 11:04 Uhr 2012-01-27T11:04:32+0100
Essen. In Brandenburg sorgt ein Suchtpräventionsprojekt für Aufsehen: Bei "Lieber Schlau als Blau" trinken Zehntklässler unter Aufsicht Alkohol. Das "Trinkexperiment" soll ihnen zeigen, dass schon kleine Mengen Alkohol dem Körper schaden können. In NRW ist dieses Projekt umstritten.
Vorglühen, Komasaufen, Flatrate-Partys: Für viele Jugendliche ist Alkohol ein Dauerthema. Viel zu früh testen manche ihre Grenzen aus , Trinken wird zur Gewohnheit und der Weg in eine Alkoholiker-Laufbahn scheint vorgezeichnet. Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter stehen vor der Aufgabe, Jugendliche vor der schleichenden Alkoholsucht zu schützen. In Brandenburg schlägt man dabei einen äußerst progressiven Weg ein: Beim Projekt "Besser Schlau als Blau", das in der Suchtpräventionsklinik "Salus Lindow" entwickelt wurde, sollen Schüler unter Aufsicht trinken. Gemeinsam mit einem Lehrer werden nach dem Trinken Koordinationstests gemacht und Rechenaufgaben gestellt.
Weg von der Zeigefingerpädagogik
Das Trinkexperiment soll den Schülern zeigen, dass Alkohol schon in kleinen Mengen den Organismus beeinflusst. Übelkeit, Koordinationsschwierigkeiten, Schwindel, all das können die Folgen von Alkoholmissbrauch sein. In Brandenburg ist man sich sicher: Mit dem ungewöhnlichen Projekt begegnet man den Schülern auf Augenhöhe, weit weg von jeder Zeigefingerpädagogik.
Gefördert und legitimiert wird das Projekt vom brandenburgischen Gesundheitsministerium "Wir hoffen, dass wir die Jugendlichen damit erreichen. Mit diesem Weg wollen wir Schülern der Klassen 9 bis 12 zeigen, was Alkohol mit ihrem Körper anrichtet " , sagt ein Sprecher des Ministeriums. All dies geschehe natürlich nur in Zusammenarbeit mit den Eltern. Sie müssen dem Experiment zustimmen und festlegen, wie viel Alkohol ihr Kind bei der ungewöhnlichen Übung konsumieren darf.
Bislang wird "Besser schlau als Blau" nur in Brandenburg angewendet. In NRW steht man dem betreuten Trinken dagegen skeptisch gegenüber. "Unser Ziel ist es, den Alkoholkonsum so weit wie möglich nach hinten zu verschieben", sagt Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Leiter der Ginko-Stiftung für Prävention , die mit vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen zusammenarbeitet.
"Wir wollen und können auch keine Abstinenz predigen. Aber bei diesem Projekt kann es sein, dass Schüler, die nicht mittrinken wollen, bei ihren Klassenkameraden als Loser gelten und ausgeschlossen werden", meint Hallmann.
Ball spielen mit "Rauschbrillen"
Auch Frank Langer von der "Suchthilfe direkt Essen" weiß, das Jugendliche nicht zwingend trinken müssen, um die Wirkung von Alkohol zu testen. "Wir arbeiten viel mit sogenannten 'Rauschbrillen', die die veränderte Wahrnehmung simulieren." Mit diesen Brillen auf der Nase werfen die Schüler sich Bälle zu oder durchlaufen einen Hindernisparcours, um zu merken, welche Folgen Alkoholkonsum haben kann.
Der Erfolg gibt Ginko und den regionalen Suchtpräventionsstellen Recht: "Die Zahl der Jugendlichen, die wegen Alkoholkonsums ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ist rückläufig", sagt Hallmann und beruft sich dabei auf die jüngste Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Besonders bei den jüngeren, den 10-15-Jährigen, seien die Zahlen deutlich zurückgegangen. Einen Grund zur Entwarnung sieht die BZgA dennoch nicht und setzt weiterhin auf gute Präventionsarbeit.
Auch Werner Hojenski, Schulsozialarbeiter an der Essener Hauptschule an der Wächterstraße, steht dem Brandenburger Projekt kritisch gegenüber: "Zwar kann ich den Ansatz verstehen, doch es kann auch sein, dass Jugendliche durch dieses Experiment erst recht auf den Geschmack kommen", betont er. Seit acht Jahren arbeitet Hojenski mit Hauptschülern, für sie ist er Vertrauensperson, Berater und Streitschlichter zugleich.
Alkohol sei zwar auch bei seinen Schülern ein Thema, über das man immer sprechen müsse. Viel schlimmer sie jedoch die Internet- und Computersucht vieler Kinder. "80 Prozent aller Streitigkeiten zwischen den Schülern entstehen auf Facebook ", berichtet Hojenski. "Dieses Problem müssen wir unbedingt verstärkt angehen."
13:49
Vielleicht lässt es sich auch unter Aufsicht besser kotzen ????!!!!!
16:30
Lasst sie weitersaufen. Ist doch immer eine Belustigung, Besoffene zu sehen. Ich kann darüber nur lachen.
16:16
@kohwalsky
Das war auch mein erster Gedanke ^^
Und im allgemeinen..
Wir leben hier in einer versoffenen Gesellschaft, das sind die Werte, die vermittelt werden.
Und zwar nicht von gescheiterten, sondern von Leistungsträgern und Vorbildern.
Ein stabiles Elternhaus ist kein Garant für erfolgreichen, suchtfreien Nachwuchs.
Und suchtkranke Eltern führen nicht zwangsläufig zu scheiternden Kindern.
Ich selbst bin in einem trockenen Elternhaus groß geworden, trotzdem hab ich als Teenager meine Grenzen, auch und gerade mit Alkohol, ausgetestet..
Wir haben inzwischen einige Jahrzehnte Erfahrung mit Prävention und Prohibition.
Und wissen, dass beides wenig taugt.
Aber sobald jemand neue Wege gehen will, kommen die "Alten" und prophezeien den Untergang der abendländischen Kultur..
16:08
Prima! Da kommt doch etwas Positives in Gang! Endlich wird das Problem der Akzeptanz von Drogengenuss in der Gesellschaft angegangen. Und zwar bei den anfälligsten Opfern, den Heranwachsenden. Um nichts anderes geht es, als um Drogen: zum Beispiel Alkoholkonsum. Einfach einmal durchklicken auf die Seiten des Bundesministerium für Gesundheit. Und da steht es sogar schwarz auf weiß, wie Alkoholabhänigkeit viele (hundert)tausende Opfer zur Strecke bringt. Daneben sind die Opfer aus anderen Drogendelikten schon fast zu vernachlässigen. Wo es bislang toleriert wurde, dass sich ein jeder sein Großmaul volllaufen lassen konnte sollen endlich einmal auf die gesundheitlichen Folgen hingewiesen werden. Aber noch heißt es allerorten: halb besoffen ist herausgeschmissenes Geld! Ist ja auch klar, der Staat verdient an jedem Besoffenen durch die Getränkesteuer mit. Na denn hau weg!
15:36
Sind denn viele Eltern schon so verblödet/abgestumpft/dauerbedröhnt, dass sie Ihren Eltern sowas nicht selber vermitteln können?
12:22
Ahbarr jäädär nor ainen wänzägän schlock!
12:16
den ungestraften Genuss von Cannabis und Co.
Und härtere Sachen werden wohl auch in den Landtag und Bundestag getragen?
Naja, Deutschland wird bald Schlaraffia mit sich an 100% Tagesfreizeit ergötzender Bevölkerung und kostenlosen Rauschmitteln.
Ingenieure und Erfinder oder gar arbeitende Bevölkerung werden abgeschafft.
Das Cannabis vollkommen unschädlich ist, hat niemand behauptet. Besonders dadurch, dass es häufig mit Tabak geraucht wird, führt es zu den bekannten körperlichen Folgen (insb. erhöhtes Risiko von Lungenkrebs), auch besteht genauso wie bei Tabak ein Suchtpotential und hat beim Konsum Auswirkungen auf die Psyche. Wissenschaftlich gesehen ist die Gefährdung von Cannabis aber deutlich geringer als die von Alkohol, letzteres wurde nur nicht vor etwa Hundert Jahren nicht für illegal erklärt und ein Verbot ist sicherlich in nächster Zeit auch kaum durchsetzbar. Konsumenten gibt es auch so, egal ob mit oder ohne Verbot. Den Schwarzmarkt, der die OK finanziert, könnte man mit einer Legalisierung aber trocken legen.
12:11
nur noch das unter aufsicht auch drogen gereicht werden,um aufzuzeigen wie gefährlich diese sind.so langsam zweifel ich an den verstand der pseudopsychologen.
bringt den jungen menschen mal lieber bei was es heisst werte zu leben.
Jawoll, solche Werte wie Vaterlandsliebe und Kadavergehorsam !