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Resistenz gegen Antibiotika nimmt in Europa zu

17.11.2011 | 19:06 Uhr
Resistenz gegen Antibiotika nimmt in Europa zu
Wenn Tiere häufig mit Antibiotika behandelt werden, kann sich dies auch auf den Menschen auswirken. Eine Antimikrobiale Resistenz ist häufig die Folge.Foto: dapd

Brüssel.  Durch den sorglosen Umgang vieler Ärzte und Tierärzte mit Antibiotika, entwickeln sich immer mehr Bakterien die gegen die zur Verfügung stehenden Mittel immun sind. In der EU sterben daher etwa 25.000 Menschen pro Jahr an Erregern, die nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden können.

Jedes Jahr sterben in der Europäischen Union 25.000 Menschen an Erregern, denen mit Antibiotika nicht mehr beizukommen ist. Ursache ist ein allzu sorgloser Umgang mit der vermeintlichen Allzweck-Waffe: Ärzte und Tierärzte setzen Antibiotika viel zu häufig ein und fördern damit die Entwicklung von Bakterien, die gegen die zur Verfügung stehenden Mittel immun sind.

Das Problem – wissenschaftlich heißt es Antimikrobiale Resistenz (AMR) – nimmt an Schärfe zu. Zum europäischen “Antibiotika-Tag” am heutigen Freitag hat die EU-Kommission in Brüssel die Mitgliedstaaten dringlich aufgefordert, für eine Trendwende zu sorgen.

Auch Antibiotika-Tropfs häufig unwirksam

Erkannt ist das Problem bereits seit den 1990er Jahren. Vor allem im Krankenhaus droht die Ansteckung mit den resistenten Bakterien: Lungenentzündung, Hirnhaut-Entzündung, Durchfall , Geschlechtskrankheiten könne die Folge sein – Infektionen, bei denen dann keine Behandlungsoption mehr greift. 

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm hat ermittelt, dass AMR in Europa fortschreitet: In immer mehr Ländern reagieren immer mehr Patienten nicht mehr auf ein immer breiteres Spektrum von Präparaten. Oft sei selbst “die letzte Verteidigungslinie” in Form eines Antibiotika-Tropfs nicht mehr wirksam, sagt ECDC-Direktor Marc Sprenger.

Verschärfte Vorschriften für die Tierhaltung

Das kostet nicht nur viele Menschenleben. Der wirtschaftliche Schaden, etwa durch längere Krankenhaus-Aufenthalte und Arbeitsausfall, beläuft sich auf jährlich rund 1,5 Millliarden Euro. “Es ist heute eines der kritischsten medizinischen Problem in der EU“, erklärt Sprenger. Irland, Großbritannien, Frankreich und Österreich hätten aber vorgemacht, dass man die Entwicklung drehen könne.

Die Kommission will das mit einem Aktionsplan für die kommenden fünf Jahre erreichen. Im Zentrum stehen Maßnahmen zum Eindämmung des ungehemmten Einsatzes:  Ärzte, Tierärzte und Bauern sollen zu einem vernünftigeren Umgang mit den Medikamenten angehalten werden, auch durch verschärfte Vorschriften für die Tierhaltung.

Antibiotika für den menschlichen Gebrauch reservieren

“Da wird ständig überdosiert, das müssen wir stoppen”, sagt EU-Gesundheitskommissar John Dalli. Weil die Resistenz beim Menschen zunehmend durch Fleisch-Verzehr von Tieren entsteht, die mit Antibiotika als “Fütterungsarzneimittel” behandelt wurden, müsse man bestimmte Antibiotika für den menschlichen Gebrauch reservieren.

Erst in dieser Woche hatte das NRW-Umweltministerium Alarm geschlagen : In der Hähnchenmast würden bei mehr als 96 Prozent der Tiere systematisch Medikamente eingesetzt.          

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Kommentare
18.11.2011
12:01
Nicht nur Bakterien und Bauern, auch industrielle Tierhalter bedanken sich
von vantast | #1

bei unserer Regierung, daß sie Vermehrung und Produktion durch Antibiotika profitabel gemacht hat. Auch Sargträger bedanken sich für die vielen Kunden, die diese Förderung des ländlichen Raums gebracht hat. Ein Beispiel, daß Profit wichtiger als Menschenleben ist. Nur verwirrend, daß die CDU andererseits umso mehr für das Lebensrecht von Eizellen/Zellhaufen kämpft.

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