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Studie

Rauchen kann Blasenkrebs verschlimmern

15.01.2013 | 08:45 Uhr
Rauchen kann Blasenkrebs verschlimmern
Rauchen kann nicht nur Blasenkrebs verursachen, sondern auch für einen schlimmeren Verlauf der Krankheit verantwortlich sein.Foto: NRZ

Atlanta.  Dass Rauchen eine der Hauptursachen für Blasenkrebs ist, ist bereits bekannt. US-Forscher analysierten nun Daten aus den Jahren 1987 bis 1996 und stellten fest, dass Rauchen auch den Verlauf der Krankheit beeinflusst. Personen, die intensiv rauchen, entwickeln demnach eher eine tödlichere Form des Krebses.

Der Schweregrad einer Blasenkrebserkrankung lässt sich offenbar vorhersagen. US-Mediziner fanden biologische Merkmale, die den Verlauf bestimmen. Vor allem zeigt die Studie, dass die Tumore aggressiver sind und häufiger zum Tod führen, je häufiger ein Patient raucht.

Über ihre Befunde berichten die Forscher im Fachjournal "Cancer". Rauchen ist in Industrieländern die Hauptursache für Blasenkrebs . Ob es auch den Verlauf der Krankheit beeinflusst, war jedoch unklar. Die Mediziner um Richard J. Cote von der University of Miami untersuchten dazu das Rauchverhalten und den Verlauf der Blasenkrebserkrankung von 212 Patienten unterschiedlicher ethnischer Herkunft.

Daten von 1987 bis 1996

Die Daten stammen aus einer Erhebung aus den Jahren 1987 bis 1996. Die Forscher stellten fest, dass Personen, die intensiv rauchten, wahrscheinlicher eine tödliche Form von Blasenkrebs entwickelten als solche, die nicht oder wenig rauchten.

Die Studiendaten weisen darauf hin, dass die schädlichen Effekte des Rauchens sich mit zunehmendem Zigarettenkonsum schrittweise verstärken. Weitere Faktoren, die das Überleben der Patienten beeinflussten, waren Alter , Stadium der Erkrankung, chirurgische Kriterien und die Begleittherapie.

Proteinveränderungen zeigen Verlauf des Krebses

Die Forscher entdeckten aber auch weitere Zusammenhänge. Tumore, die eine tödliche Form angenommen hatten, wiesen Veränderungen in neun bestimmten Proteinen auf. "Wir haben neun molekulare Marker entdeckt, die belastbar und reproduzierbar eine Prognose des Blasenkrebses ermöglichen", sagt Anirban Mitra von der University of Southern California in Los Angeles.

Die Methode funktioniere unabhängig von üblichen klinischen Kriterien und der Rauchervergangenheit. Patienten, die in mindestens sechs der neun Proteine Veränderungen zeigten, hatten eine sehr schlechte Prognose. Vermutlich, so die Forscher, würden solche Patienten von einer besonders aggressiven Therapie profitieren.

Studie ist auch gesundheitsökonomisch bedeutsam

Weiterhin ergab die Studie, dass die Prognose der Tumorpatienten sich proportional zur Anzahl der veränderten Proteine verschlechterte. Für sich genommen hatten einzelne Veränderungen jedoch nur begrenzte Aussagekraft. Aus Sicht der Mediziner stützt das die Hypothese, dass nicht bestimmte einzelne Veränderungen, sondern die Anhäufung von Veränderungen die Eigenschaften eines Tumors bestimmen. 

"Die Befunde der Studie sind klinisch extrem relevant, da die Behandlung von Blasenkrebs eine der teuersten Tumortherapien ist", erläuterte Cote. Ein personalisiertes Patientenmanagement sei für diese Erkrankung dringend erforderlich. Mit der gegenwärtigen klinischen Einteilung könne der Krankheitsverlauf individueller Patienten nicht vorhergesagt werden. (dapd)



Kommentare
15.01.2013
22:57
Rauchen kann Blasenkrebs verschlimmern
von Hui-Buh | #1

Warum verbietet man den Tabakdreck nicht endlich? Asbest hat auch Krebs verursacht und wurde verboten...

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