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Krankenhaus-Report

Prostatakrebs-Patienten leiden nach OP häufig an Spätfolgen

24.07.2012 | 18:26 Uhr
Prostatakrebs-Patienten leiden nach OP häufig an Spätfolgen
Vorbereitung einer minimal-invasiven Prostata-Operation. Foto: dapd

Berlin.  Prostatakrebs: Ein Jahr nach einer operativen Behandlung klagen 70 Prozent der Betroffenen über Erektionsstörungen. So eines der Ergebnisse des Barmer-GEK-Krankenhausreports 2012. Die Mitautorin Eva Maria Blitzer kritisiert, dass oft schon operiert werde, wenn das Karzinom noch klein sei.

Die Folgen einer Prostatakrebs-Operation sind oft gravierend. Viele Patienten leiden danach unter sexuellem Desinteresse, Erektionsstörungen und unkontrolliertem Wasserlassen. Dies müsste oftmals nicht so sein. Wie eine Studie amerikanischer Urologen zeigte, hat es keinen Vorteil, wenn man die Prostata eines Mannes entfernt, der einen lokal begrenzten Krebs auf der Vorsteherdrüse hat. Der Betroffene lebt ohne Behandlung genauso lange.

Die Studie im „New England Journal of Medicine“ legt nahe, dass viele Prostatakrebs-Operationen unnötig sind. Ein ähnliches Fazit zieht die Autorin des am Dienstag vorgestellten Barmer-GEK-Krankenhausreports, Eva Maria Bitzer. Eine Behandlung von Prostatakrebs müsse nicht gleich eine OP oder Bestrahlungen nach sich ziehen. Sofern möglich, solle man den Krebs aktiv überwachen oder langfristig beobachten. Nach Hautkrebs ist der Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Allein 2011 starben 13 000 Menschen in Deutschland daran. Rund 83 000 Männer mussten wegen des Karzinoms in einer Klinik behandelt werden.

Entzündung kann PSA-Wert erhöhen

Bei jedem zweiten Patienten entfernen die Ärzte die Prostata. In knapp 7000 Fällen haben die Mediziner eine Bestrahlung oder Chemotherapie verordnet. 70 Prozent der Männer leiden später unter Erektionsstörungen. Bei den Patienten mit einer Prostata-Entfernung sind es bis zu 80 Prozent. Deshalb war knapp jeder zweite Betroffene mit seinem Behandlungs-Ergebnis nur eingeschränkt zufrieden oder unzufrieden. Dies geht aus dem Report hervor, für den die Wissenschaftler 1165 Männer zwischen 40 und 75 Jahren befragt haben. Ein großer Teil der OPs werde schon durchgeführt, wenn das Karzinom noch klein sei, kritisierte Eva Maria Bitzer.

Stichwort: Früherkennung. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt Männern ab dem 40. Lebensjahr die Bestimmung des PSA-Wertes, sowie eine Tast-Untersuchung beim Urologen, um einen Prostatakrebs rechtzeitig zu erkennen. Pflicht sollte dies sein, wenn es in der Familie des Mannes bereits eine Prostatakrebs-Erkrankung gab.

Der PSA-Test wird allerdings nicht von den Kassen bezahlt. Er kann auch Fehlalarme auslösen. Beim Test wird Blut entnommen. PSA ist ein Eiweiß. Beim gesunden Mann kommt es im Blut in nur sehr geringer Menge vor. Ist der Wert erhöht, bedeutet dies nicht sofort Prostatakrebs. Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder eine Entzündung kann für einen erhöhten PSA-Wert verantwortlich sein.

Daniel Freudenreich



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