Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Vorsorge

Programm zur Brustkrebs-Früherkennung kommt auf den Prüfstand

05.07.2012 | 11:45 Uhr
Programm zur Brustkrebs-Früherkennung kommt auf den Prüfstand
Mammografie-Screening verursacht möglicherweise unnötige Brustkrebs-Therapien.Foto: dapd

Salzgitter.  Durch Mammografie-Screening können Brustkrebs-Tumoren in sehr frühem Stadium erkannt werden. Doch ob seit Einführung der Methode die Sterblichkeit sinkt, ist nicht erwiesen. Deshalb analysiert eine Studie der Universität Münster nun Nutzen und Risiken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lässt das Programm zur Früherkennung von Brustkrebs in Deutschland überprüfen. Untersucht werden soll, wie wirksam das Mammographie-Screening die Brustkrebs-Sterblichkeit verringert, wie das Bundesamt am Dienstag in Salzgitter mitteilte. Seit einigen Jahren können in Deutschland Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre eine Röntgenuntersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs in Anspruch nehmen. Ziel des Vorsorgeprogramms ist es, Brustkrebs-Tumoren in einem sehr frühen Stadium zu entdecken und die Sterblichkeit zu senken.

In einer Forschungsstudie soll die Universität Münster nun wissenschaftlich fundiert analysieren, ob dieses Ziel erreicht wird. "Der Nutzen des Programms muss größer sein als die möglichen Risiken", erklärte BfS-Experte Wolfgang Weiss. Schließlich sei jede Untersuchung mit einer zusätzlichen Strahlenbelastung verbunden.

Ergebnisse in etwa sieben Jahren

Ob und in welchem Ausmaß die Brustkrebs-Sterblichkeit durch die Einführung des Mammographie-Screenings in Deutschland tatsächlich sinkt, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Dazu ist laut BfS ein Bewertungszeitraum von mindestens zehn Jahren erforderlich. Internationale Studien haben einen Nutzen des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms für Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren nachgewiesen, allerdings gibt es auch nach wie vor Zweifel daran, dass der Nutzen das Strahlenrisiko überwiegt.

Mit ersten Ergebnissen aus der Studie ist demnach in etwa sieben Jahren zu rechnen. Das Forschungsprojekt wird unterstützt vom Bundesumweltministerium, dem Bundesgesundheitsministerium und der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. In Deutschland starben im Jahr 2010 rund 17.500 Frauen an Brustkrebs. (afp)



Kommentare
05.07.2012
15:38
Programm zur Brustkrebs-Früherkennung kommt auf den Prüfstand
von zackie | #1

Ist hier nicht eventuell der Hintergrund, können hier kosten gespart werden, was ja bei jüngerren Frauen schon der Fall ist, da bei denen die Krankenkasse nicht zahlt. Bei meiner Frau ist Brustkrebs beim Screening festgestellt worden. Sie ist operiert und muss noch langfristig zu Kontrolluntersuchuing und muss lange Medikamente nehme. Bei rechtzeitigier Erkennung ist offensichtlich die Nachsorge sehr teuer für die Krankenvericherungen.

Aus dem Ressort
Stimmungsschwankungen könnten auf bipolare Störung hindeuten
Psyche
Bei Verdacht auf eine bipolare Störung sollte sofort der Facharzt aufgesucht werden. Dieser kann bereits bei extrem Stimmungsschwankungen bestehen. Eine biopolare Störung setzt sich aus manischen und depressiven Phasen zusammen. Die Erkrankung wird meist spät erkannt.
Sprechstörung - Gegen Stottern gibt es keine Wunderpille
Logopädie
Peinlichkeiten, Niederlagen, Kränkungen: Stotternde Menschen haben nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit den Reaktionen von Mitmenschen zu kämpfen. Umso stärker hoffen sie auf Therapien - zumindest bei Erwachsenen geht es dabei um Besserung, nicht um Heilung.
Raucher nutzen die E-Zigarette kaum regelmäßig
Rauchverhalten
Die E-Zigarette kommt weiterhin bei Rauchern gut an. Immerhin bereits 19 Prozent haben sie 2014 einmal getestet. Das ist ein drastischer Anstieg im Vergleich zu 2013. Doch kaum jemand raucht sie regelmäßig: Nur 0,4 Prozent der Befragten gaben an, den elektronischen Glimmstängel regelmäßig zu nutzen.
MDS-kranke Sina aus Kamp-Lintfort macht weiter Fortschritte
Medizin
Es geht aufwärts bei der zehnjährigen Sina aus Kamp-Lintfort. Die Stammzellentransplantation bei dem am Myelodysplastischen Syndrom (MDS) erkrankten Mädchen hat angeschlagen. Am vergangenen Wochenende konnte sie die Isolierstation verlassen. Ein erster Schritt auf dem noch langen Weg zur Genesung.
Gelähmter kann nach Rückenmarks-Operation wieder gehen
Medizin
Britischen Forschern ist womöglich eine medizinische Sensation gelungen: Nach einer Operation hat ein von der Hüfte abwärts gelähmter Mann wieder Gefühl in den Beinen - und kann sogar wieder gehen. Ärzte hatten ihm Nasenzellen in die Wirbelsäule verpflanzt. So konnten Nervenzellen wieder wachsen.
Umfrage
Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

Weil sie laut sind und Feinstaub aufwirbeln hat die Stadt Graz vor kurzem Laubbläser verboten. Würden Sie sich ein solches Verbot auch im Revier wünschen?

 
Fotos und Videos