Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Forschung

Patienten informieren sich immer häufiger im Internet über ihre Krankheiten

14.07.2012 | 05:45 Uhr
Patienten informieren sich immer häufiger im Internet über ihre Krankheiten
Immer mehr Menschen informieren sich im Internet über Ärzte und Krankheiten. Foto: gettythinkstock

Frankfurt.  Immer mehr Patienten informieren sich vor dem Arztbesuch über ihre Krankheiten. Dennoch vertrauen sie ihren Ärzten, wie Wissenschaftler der Universität Kalifornien herausfanden. Sie raten den Ärzten, nicht in die Defensive zu gehen, sondern sich über das Engagement der Patienten zu freuen.

Patienten, die sich per Internet auf ihre Arztbesuche vorbereiten, sind nicht zwangsläufig misstrauisch gegenüber ihrem Doktor. Zu dieser Erkenntnis kommt Xinvi Hu von der Universität von Kalifornien in einer im "Journal of Health Communication" veröffentlichten Studie. Für die Untersuchung wurden mehr als 500 Patienten befragt, die sich regelmäßig in unterschiedlichen Online-Plattformen zu ihren jeweiligen Krankheiten mit anderen Betroffenen austauschen oder im weltweiten Netz nach medizinischen Informationen suchen.

Annähernd 70 Prozent gaben an, ihren Ärzten Fragen zu stellen, die sich aus der Beschäftigung mit den Online-Informationen ergeben hätten. Etwa 40 Prozent druckten sich die entsprechenden Seiten aus, um sie mit den Medizinern zu besprechen. Dabei würden die Betroffenen mehrheitlich jedoch keinesfalls an den Fähigkeiten ihrer Ärzte zweifeln, resümiert die Wissenschaftlerin. Vielmehr zeige sich, dass sie sich offensichtlich immer stärker mit ihren gesundheitlichen Problemen auseinandersetzten und entsprechende Informationsquellen dazu aktiv nutzten.

"Ärzte sollten nicht in die Defensive gehen"

"Daher müssen auch die Mediziner nicht erschrecken oder in die Defensive gehen, wenn ihre Patienten mit Infos bewaffnet in der Sprechstunde erscheinen", sagt Hu. Sie sollten sich eher darüber freuen, dass die Menschen oft bereits wüssten, um was es ginge. Im Übrigen würde sich diese Einstellung auch bei Personen bestätigen, die sich auf anderen Wegen, etwa mit Büchern, medizinischen Fachmagazinen oder mit Freunden und Bekannten, über ihre gesundheitlichen Probleme informierten. (dapd)

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Minister Gröhe drückt bei Gesundheitskarte aufs Tempo
Patientendaten
Gesundheitsminister Gröhe droht bei Nichtbeachtung der Patientenkarte Strafzahlungen an. Kritiker zweifeln an der Datensicherheit der Gesundheitskarte...
Springen und trinken: Entgiftung des Körpers unterstützen
Gesundheit
Köln (dpa-infocom) - Entgiftung wird oft mit den Diätkuren der Fastenzeit in Verbindung gebracht, dabei findet der Prozess auch tagtäglich in unserem...
Tabakkonsum: Lungenkrebs bei Frauen nimmt weiter zu
Gesundheit
Viele Frauen fürchten sich bei der Vorstellung, an Brustkrebs zu erkranken. Medizinern bereitet allerdings eine andere Krankheit viel größere Sorgen:...
Grüne "Coca Cola life" ist trotz Stevia eine Zuckerbombe
Cola
Die grüne "Coca Cola life" wird als gesündere Alternative zu "Coca Cola" beworben. Doch Verbraucherschützer warnen vor der Stevia-Zuckerbombe.
Allergie-Auslöser Ambrosia breitet sich aus
Gesundheit
Die starke Allergien auslösende Pflanze Ambrosia breitet sich in Europa rasant aus: Im Jahr 2050 könnte die Pollenkonzentration in Europa viermal so...
article
6876368
Patienten informieren sich immer häufiger im Internet über ihre Krankheiten
Patienten informieren sich immer häufiger im Internet über ihre Krankheiten
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/patienten-informieren-sich-immer-haeufiger-im-internet-ueber-ihre-krankheiten-id6876368.html
2012-07-14 05:45
Frankfurt, Studie, Universität Kalifornien, Wissenschaftler, Internetbewertungen, Krankheitsinformationen, Ärzte, Arztbesuche, Sprechstunde,
Gesundheit