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Gesundheitswesen

Patienten haben Rechte

21.05.2009 | 12:31 Uhr
Patienten haben Rechte

Essen. Ärzteproteste, Rationierungs-Pläne für medizinische Behandlungen – Patienten plagen viele Fragen. Hier geben Experten Antworten: über die Sorgen der Patienten und über die Verdienste der Ärzte.

Was ist die größte Sorge der Patienten?

„Geklagt wird oft darüber, dass der Arzt den Patienten die Wahl lässt zwischen einer kostenfreien Therapie, die mit Schmerzen verbunden sei, und einer IGe-Leistung, die angeblich genauso wirksam, aber eben nicht schmerzhaft sei”, sagt Stefan Palmowski von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland in Witten. IGe-Leistungen sind „Individuelle Gesundheitsleistungen”, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Viele wüssten nicht, ob sie nötig und überteuert seien, sagt der Patientenberater. Wichtig: Über die Notwendigkeit mit der Krankenkasse sprechen. Der Arzt darf die Kosten für die IGe-Leistungen nicht willkürlich festlegen, so die Verbraucherzentrale in Berlin. Die Vergütung richtet sich nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte. Allerdings können die Mediziner den einfachen oder den 2,3-fachen Satz berechnen. Tipp: Die Rechnung genau durchlesen. Bei Unstimmigkeiten die Ärztekammer einschalten.

Ist Vorkasse erlaubt?

Nein, so das Bundesgesundheitsministerium. Diese Mediziner verstoßen gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. Betroffene sollten so etwas der Krankenkasse melden.

Was verdienen Ärzte?

2007 lag der Jahresüberschuss, den ein niedergelassener Arzt aus der Abrechnung mit der gesetzlichen Krankenversicherung erzielte – nach Abzug der Praxiskosten – bei ca. 91 780 Euro, so das Bundesgesundheitsministerium. Zusätzlich verdienen sie an Privatpatienten und Individuellen Gesundheitsleistungen. Zusammen lag der durchschnittliche ärztliche Jahresüberschuss bei 109 000 Euro.

Mancher Arzt sagt, er verdiene wenig?

Die Einnahmen variieren nach Regionen und Fachrichtungen zum Teil erheblich. Hausärzte erzielen in der Regel geringere Umsätze. Radiologen erzielten laut Gesundheitsministerium 2007 einen durchschnittlichen Jahresüberschuss von 113 019 Euro, Psychiater kamen im Schnitt auf ein Einkommen von 64 848 Euro. Weitere Beispiele: Ein Hausarzt, der eine Praxis im Bereich Nordrhein betreibt, bekam im ersten Quartal 2009 pro Kassenpatient 35 Euro (32,43 Euro in Westfalen-Lippe) für die ärztliche Regelversorgung. Impfte er darüber hinaus oder behandelte er einen Kranken, der etwa als Diabetiker an einem Chroniker-Programm teilnimmt, bekam der Doktor pro Patient und Quartal laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein 50 bis 52 Euro (47 bis 48 Euro in Westfalen-Lippe).

Was wird für Arzneimittel ausgegeben?

Die Ausgaben für Arzneimittel machten im vergangenen Jahr 18,2 Prozent der Gesamtgesundheitskosten (Gesetzliche Krankenkassen) aus. Insgesamt wurden Medikamente für 29,225 Milliarden Euro verordnet. Nach Schätzungen wird jedes vierte Medikament gar nicht genommen. Ruth Bahners, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: „Die Leute lesen in den Beipackzetteln die möglichen Nebenwirkungen und bekommen Angst.”

Wie erfahre ich, welcher Arzt nach Feierabend Dienst hat?

Der Service der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: Über eine Arztrufzentrale ( 0180/5044100) erfahren Patienten, welcher Mediziner Dienst hat. Für Patienten in Westfalen-Lippe gibt es so etwas noch nicht. Sie müssen auf Hinweise in der Zeitung achten oder dies durch einen Anruf bei ihrem Hausarzt klären.

Jutta Bublies und Petra Koruhn

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Kommentare
22.05.2009
12:35
Patienten haben Rechte
von Einer_aus_Essen | #16

Acht Wochen warten auf einen Facharzttermin. Acht Wochen Angst ob es nicht doch was ernstes ist. Darf es in Deutschland sowas geben, Frau Schmidt???
Das ist die Realtät zum Thema Patientenrechte!

21.05.2009
18:01
Patienten haben Rechte
von Collin | #15

@13
zum Kommentar von immerNett kann man nur sagen:Siehe @6 Solchen Leuten ist einfach nicht zu helfen.

21.05.2009
16:53
Patienten haben Rechte
von Elektrosteiger | #14

Patienten haben Rechte

Bei der jetzigen Politik haben die Patienten nur das Recht, die überzogenen Krankenkassenbeiträge zu löhnen...
Von anderen Rechten war nicht die Rede...

21.05.2009
16:24
Patienten haben Rechte
von immerNett | #13

@5 Mit der Solidarität ist das so eine Sache, die die davon profitieren, halten Solidarität hoch. Wenn sie selbst solidarisch sein sollen, ist meist Ende mit ihrer Solidarität. Daher unterstütze ich @3

21.05.2009
15:48
Patienten haben Rechte
von hannesvanhomberg | #12

Lieber Herr Hoppe, mach dich mit deinem Verein auf die Socke, gäbs nicht den Ärzteverein, wärgenug Geld in der Kasse für uns fein. Auch unsere Politiker die Fiesen, dem armen Zahler alles draufpacken. Für all die nicht arbeitenden Menschen, und frei schaffende Künstler soll der Staat selber blechen. ( Alle Beamte, Politiker, und frei Schaffende.)

21.05.2009
15:12
Patienten haben Rechte
von Schnuffie | #11

Ärzte haben uns, den Patienten gegenüber garnichts zu fordern! Uns zu Bestreiken ist eine Unverschämtheit und sollte von uns beantwortet werden, indem wir schwerpunktmäßig Ärzte bestreiken. Sie zahlen nicht in die GKV und wollen bestimmen und vorschreiben, was wir noch alles aufbringen sollen.

21.05.2009
14:47
Patienten haben Rechte
von rote Zora | #10

Diesen Beutelschneidern sollte man sofort die kassenärztliche Zulassung entziehen, dass ist die einzige Sprache die diese Raffkes verstehen !

21.05.2009
14:24
Patienten haben Rechte
von Lichtbringer | #9

Ja nee ist klar!
Das sagen Leute die dreimal im Monat zum Arzt rennen... Nurmal so vorsorglich, weil hier und da was ist...
Dann verschleppe ich eben meine Grippe, dann könnt ihr alle auf meine Kosten zum Arzt rennen!

Das System wäre OK, wenn ich im Notfall dann wenigstens kostenlose Versorgung hätte! Aber nein, ich zahle erst Versicherung und dann noch zusätzlich wenn ich behandelt werde! Und das damit geschätzte 3000 Krankenversicherungen riesige Paläste mit fetten Vorständen unterhalten können! Super!

21.05.2009
12:27
Patienten haben Rechte
von scorpionx | #8

bei meinem letzten arztbesuch, habe ich die behandelnde gefragt, warum sich die ärzte diese gängelung seitens der kammer, überhaupt gefallen lassen ???
als antwort bekam ich, ein vielsagendes achselzucken ...

es wird m. e. höchste zeit, dass die gkv-patienten ihre wahre macht mal demonstrieren ...

wie wäre es, wenn man die ärzteschaft, mal eine lange weile mit ihren privaten alleine ließe ???

dann würde so manche praxis (schnell) beim insolvenzberater (z. b. herrn zwegat, im privatfernsehn) auftauchen --- wetten dass ???

- carpe diem -

21.05.2009
12:02
Patienten haben Rechte
von trelane | #7

Interessanterweise kommen all die Horrormeldungen für Patienten von Sprechern jener Organisationen, die allein durch ihre überflüssigen Exitsens dafür sorge tragen, dass soviele Gelder des Gesundheistsystems versickern und nicht bei Patienten und Ärzte ankommen. Was könnte an Geld gespart werden, würden die Ärzte direkt mit den Kassen abrechnen. Viele überzogene Vorstandsgehälter könnten da eingespart werden. Dann sollte man auch endlich der Arzeneimaffia hier zu Lande die rote Karte zeigen. Wie kommt es, dass Medikamente im Ausland mitunter nur ein drittel von dem kosten, was man hier dafür bezahlen muß? Solange Politik und Justiz sich von der Lobbyarbeit dieser Maffia so sehr beieindrucken lassen, wie sie es ja Augenscheinlich tun, wird sich nichts ändern. Auf der Strecke bleibt der natürlich simulierende Patient, der ja nur Stundenlang bei den Ärzten im Wartezimmer sitzt, weil er sonst nichts zu tun hat.
Mal sehen, wie laut das Geschrei ist, wenn die Wartezimmer leer bleiben, weil niemand sich mehr den Arztbesuch leisten kann.......

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