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Parkinson durch Pflanzenschutz-Mittel

16.01.2013 | 08:45 Uhr
Parkinson durch Pflanzenschutz-Mittel
Vorsicht ist bei Pflanzenschutz-Mitteln geboten: Forscher entdeckten, dass das Insektizid Rotenon Parkinson auslöst. Foto: Joachim Kleine-Büning

Dresden.   Das Insektizid Rotenon löst Symptome von Parkinson aus. Forscher beobachteten an Mäusen, dass Rotenon Nervenzellen schädigt. Damit ist auch bewiesen, dass giftige Pflanzenschutzmittel eine Ursache der Schüttellähmung sein können.

Lange Zeit wurde es nur vermutet, jetzt ist es bewiesen: Das Insektizid Rotenon löst Symptome der Parkinson-Krankheit aus und verstärkt sie. Damit ist auch klar, dass äußere Einflüsse wie giftige Pflanzenschutzmittel eine Ursache der Schüttellähmung sein können. Forscher des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden haben den Mechanismus entschlüsselt, der dabei eine wesentliche Rolle spielt.

Es sind die Nervenverbindungen zwischen Darm und Hirn. Rotenon verursacht, dass Nervenzellen im Darmtrakt das Protein Alpha-Synuclein ausschütten. Dieses Alpha-Synuclein wird dann von den Nervenenden der Nervenzellen im Gehirn aufgenommen und zum Zellkörper transportiert. Im Zellkörper lagert sich das Alpha-Synuclein ab und zerstört die Zellen. Bisher haben die Forscher diesen Vorgang an Mäusen beobachten können. 'Wenn sich das auch bei Parkinson-Patienten bestätigt, dann haben wir einen wichtigen Schritt getan, um zukünftig neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapiestrategien gegen die Krankheit zu entwickeln', so Francisco Pan-Montojo vom Dresdner Institut für Anatomie, der die Studien geleitet hat.

Parkinson lässt Nervenzellen absterben

Parkinson ist eine Erkrankung, die langsam voranschreitet und sich in starren Muskeln, einem fast maskenhaften Gesichtsausdruck und einer zitternden, oft sogar schüttelnden Hand ausdrückt. Die Hauptsymptome werden dadurch verursacht, dass Nervenzellen, die Dopamin produzieren, in der so genannten 'Substantia nigra' des Mittelhirns absterben.

Studien wiesen bereits vorher darauf hin, dass Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und dabei Pestiziden ausgesetzt sind, häufig an Parkinson erkranken. (mp)

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