Nur jede fünfte Intensivstation verfügt über genügend Fachpersonal

Das Fachpersonal wird in Kliniken immer weiter reduziert. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf die Patienten.
Das Fachpersonal wird in Kliniken immer weiter reduziert. Dies hat unter anderem Auswirkungen auf die Patienten.
Foto: gettythinkstock
Was wir bereits wissen
Laut einer Studie des Instituts für angewandte Pflegeforschung sparen Krankenhäuser Fachpersonal ein. Dies führt dazu, dass nur jede fünfte Intensivstation den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste erfüllt. Der Abbau geht auch zu Lasten der Patienten.

Berlin.. Einen zunehmenden Mangel an qualifiziertem Fachpersonal auf Intensivstationen beklagt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Der Zusammenschluss von mehr als 1.500 Medizinern sieht die Patientensicherheit und Versorgungsqualität in deutschen Kliniken strukturell gefährdet.

Mit ihrer Kritik bezieht sich die Vereinigung auf das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung. "Die pflegefachliche Tätigkeit in der Intensivtherapie erfordert spezifisch qualifiziertes Personal und dessen kontinuierliche Fort- und Weiterbildung", betont DIVI-Sprecher Tillmann Müller-Wolff.

Abbau von Weiterbildungskapazitäten

Lege man die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste zugrunde, erfülle nur jede fünfte Intensivstation in Deutschland die Empfehlungen. Undifferenziert würden die Kliniken am Personalbudget sparen.

Parallel dazu käme es zum Abbau von Weiterbildungskapazitäten. "Negativ anzumerken sind auch die hohen Fluktuationszahlen und die nicht unerhebliche Zahl sogenannter Berufsaussteiger", führt Müller-Wolff an. Dadurch verliere das Berufsbild auch noch an Ansehen und Attraktivität. (dapd)