Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Raucher

Nikotin schadet dem Gehirn länger als erwartet

24.12.2012 | 05:45 Uhr
Nikotin schadet dem Gehirn länger als erwartet
Die Auswirkungen von Nikotin sind dauerhafter als Forscher bisher angenommen haben.

Bern.  Schweizer Forscher haben herausgefunden, dass die Auswirkungen von Nikotin auf das Zentralnervensystem dauerhafter sind als angenommen. Möglicherweise ist das eine Erklärung für das Phänomen, dass Ex-Raucher oft an Gewicht zulegen, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört haben.

Die Auswirkungen von Nikotin auf neurologische Prozesse sind offenbar dauerhafter als bisher angenommen. Schweizer Forscher haben dafür das Glutamat-System von Rauchern, Ex-Rauchern und Nichtrauchern im zentralen Nervensystem verglichen. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "PNAS" veröffentlicht.

Für die Untersuchung wurde ein Protein des Glutamat-Systems unter die Lupe genommen: der Glutamat-Rezeptor 5 (mGluR5). Die Menge dieses Proteins im Gehirn von Rauchern war im Durchschnitt um 20 Prozent verringert, in einzelnen Hirnregionen sogar um bis zu 30 Prozent.

Auch Ex-Raucher, die im Durchschnitt 25 Wochen abstinent waren, zeigten eine mGluR5-Reduktion um zehn bis 20 Prozent. "Diese Veränderung des Glutamat-Systems bei Rauchern ist im Ausmaß und in der Verteilung weit größer, als man bisher angenommen hat", sagt Mitautor Gregor Hasler.

Grund für erhöhtes Risiko für Angstörungen?

Weiterhin sei aber unklar, ob die anhaltenden Veränderungen des Glutamat-Systems zum erhöhten Risiko für Angststörungen bei Rauchern und für Übergewicht bei Ex-Rauchern verantwortlich sind. "Hinsichtlich der Entwicklung von Medikamenten, die auf das mGluR5-Protein einwirken, ist zu berücksichtigen, dass sich die Wirkung bei Rauchern und Ex-Rauchern deutlich von der Wirkung bei Nichtrauchern unterscheiden könnte", erklärt der Chefarzt aus Bern.

Nikotin verursacht im Gehirn eine sowohl stimulierende als auch beruhigende Wirkung. Bei "Aussteigern" treten oft erst einmal Gereiztheit, Ängste, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen , Schlafprobleme , Konzentrationsschwäche und verstärktes Hungergefühl auf.(dapd)

Kommentare
25.12.2012
08:57
Nikotin schadet dem Gehirn länger als erwartet
von Hui-Buh | #1

Dass Rauchen dem Gehirn schadet, weiß ich schon länger. Man braucht dazu nur mal in diversen Raucherforen wie bei Netzwerk Rauchen oder Rauchernews lesen, dann ist man völlig im Bilde.

Funktionen
Aus dem Ressort
Das Evangelische Krankenhaus Witten tütet Arzneien ein
Medikamente
Um das Thema Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie ging es auf einem Kongress, zu dem das Evangelische Krankenhaus eingeladen hat.
Beim Abnehmen nur einmal in der Woche wiegen
Gesundheit
Beim Abnehmen will man auch wissen, wie viele Kilos schon gepurzelt sind. Trotzdem sollte man sich nur einmal in der Woche wiegen, empfiehlt die...
Feuchte Luft kann Atemnot bei Pseudokrupp lindern
Gesundheit
Starker, bellender Husten bei Kindern kann auf die Atemwegserkrankung Pseudokrupp hindeuten. Auch das hörbare Einziehen der Luft beim Einatmen kann...
Fisch statt Feile - Saugbarben als Fußpflegerhelfer
Gesundheit
Die kleinen Fußpfleger machen ihrem Namen alle Ehre. Sobald ein Kunde der Garra Rufa Lounge in Kiel die Füße ins 29 Grad warme Wasser taucht, stürzen...
Erste Hilfe schneller lernen: DRK-Kurse werden kürzer
Gesundheit
Weil immer weniger wissen, was im Notfall zu tun ist, werden Erste-Hilfe-Kurse von April an kürzer und praxisnäher. Darauf verwies das Deutsche Rote...
Fotos und Videos
article
7415889
Nikotin schadet dem Gehirn länger als erwartet
Nikotin schadet dem Gehirn länger als erwartet
$description$
http://www.derwesten.de/gesundheit/nikotin-schadet-dem-gehirn-laenger-als-erwartet-id7415889.html
2012-12-24 05:45
Gesundheit, Rauchen, Nikotin, Glutamat, Nervensystem, Protein, Nichtraucher, Raucher
Gesundheit