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Forschung

Neue Therapie bei Gebärmutterhalskrebs soll Frauen OP ersparen

05.08.2012 | 11:45 Uhr
Neue Therapie bei Gebärmutterhalskrebs soll Frauen OP ersparen
Neue Forschungsergebnisse lassen auf eine Therapie ohne chirurgischen Eingriff bei Gebärmutterhalskrebs hoffen.Foto: Heiko Kempken

Berlin.   Eine neue Behandlungsmethode könnte Frauen mit Gebärmutterhalskrebs bald einen chirurgischen Eingriff ersparen. Mediziner wollen eine Immuntherapie entwickeln, um gegen Infektionen mit Papillomaviren vorzugehen. Eine solche Infektion gilt als Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs.

Zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs wollen Mediziner der Berliner Charité um den Gynäkologen Günter Cichon neue Wege gehen. Auf Grundlage bisheriger Forschungsergebnisse könnte eine Immuntherapie entwickelt werden, die betroffenen Frauen künftig eine schonende Alternative zum chirurgischen Eingriff böte, heißt es in einer Pressemitteilung der Wilhelm Sander-Stiftung, die das Forschungsprojekt fördert.

Gebärmutterhalskrebs kann durch die Infektion mit Papillomaviren entstehen. Die Virus-Infektion führt zu Gewebeveränderungen als Vorstufe zur eigentlichen Krebserkrankung . Bei jährlich etwa 100.000 Frauen in Deutschland werden diese Veränderungen operativ entfernt. Das körpereigene Immunsystem reagiert häufig nicht entschieden genug gegen die Papillomaviren. So können die Erreger ihre gefährliche Wirkung entfalten.

Immununterdrückende Wirkung ausschalten

Die Forscher fanden heraus, dass in dem veränderten Gewebe so genannte regulatorische T-Zellen in auffallend hoher Dichte vorkommen. Dieser Zelltyp kann immununterdückend wirken. An infizierten Mäusen konnten die Mediziner nachweisen, dass es spezielle Rezeptoren an den regulatorischen T-Zellen gibt. Gelänge es, diese Rezeptoren medikamentös zu beeinflussen, könne die immununterdrückende Wirkung der T-Zellen ausgeschaltet werden, heißt es.

Das Berliner Team will jetzt die Rezeptoren und Signalwege auf menschlichen Immunzellen ausfindig machen. Dann könnten Wirkstoffe zur besseren körpereigenen Immunabwehr gegen Papillomaviren entwickelt werden, kündigen die Wissenschaftler an. (dapd)



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