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Blutkrebs

Neue Erkenntnisse über Blutkrebs geben Hoffnung für neue Therapien

19.08.2012 | 08:45 Uhr
Neue Erkenntnisse über Blutkrebs geben Hoffnung für neue Therapien
Forscher der Universität Freiburg haben jetzt neue Erkenntnisse die Entstehung von Blutkrebs vorgestellt.Foto: gettythinkstock

Freiburg.   Forscher der Universität Freiburg haben neue Erkenntnisse zur Entstehung von Blutkrebs vorgelegt. Demnach werden gute Zellen vom Körper in bösartige Krebszellen umgewandelt. Diese Erkenntnis könnte der Ansatz für neue Therapien mit geringeren Nebenwirkungen sein, so hoffen die Forscher.

Bei Blutkrebs wandelt der Körper offenbar eigentlich hilfreiche Immunzellen zu bösartigen Krebszellen um. Das haben Wissenschaftler vom Zentrum für biologische Signalstudien (BIOSS) an der Universität Freiburg herausgefunden.

Demnach tragen die Zellen den Schlüssel für die krankhaften Veränderungen in sich, wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature" berichteten. Bei gesunden Menschen produzieren B-Lymphozyten, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, Antikörper zur Abwehr von Infektionen. Spezielle Rezeptoren der B-Lymphozyten erkennen Krankheitserreger über das Schlüssel-Schloss-Prinzip und schalten den entsprechenden Abwehrmechanismus ein.

Gesunde Zellen werden verdrängt

Bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) führen ungewöhnliche Formen dieser Rezeptoren dazu, dass sich krankhafte B-Lymphozyten unkontrolliert vermehren und die gesunden Zellen im Immunsystem verdrängen. "Bisher wurde vermutet, dass körpereigene Substanzen an diese Rezeptoren andocken und so die CLL-Lymphozyten aktivieren“, sagt Professor Hassan Jumaa vom BIOSS. "Wir konnten nun zeigen, dass interne Bausteine der Rezeptoren für die Entstehung von CLL verantwortlich sind.“

Demnach aktivieren sich benachbarte Rezeptoren derselben Zelle gegenseitig und lösen eine Signalskaskade aus, die zur unkontrollierten Teilung von Krebszellen führt. Zur Behandlung von CLL kommt oft Chemotherapie zum Einsatz. Diese Methode unterdrücke die Blutkrebssymptome jedoch relativ unspezifisch, sagen die Forscher. Das neue Verständnis der zugrunde liegenden molekularbiologischen Mechanismen könnte neue Therapien mit geringeren Nebenwirkungen ermöglichen, hoffen sie. (dapd)



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