Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Ernährung

Nestlé senkt Zucker- und Salzgehalt von Frühstücksflocken

15.10.2012 | 17:01 Uhr
Nestlé senkt Zucker- und Salzgehalt von Frühstücksflocken
Frühstücksflocken von Nestlé sollen künftig weniger Zucker und Salz enthalten.Foto: rtr

Zürich.  Frühstücksflocken von Nestlé sollen künftig weniger Salz und Zucker enthalten. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern kündigte am Montag an, den Zuckergehalt um fast ein Viertel und den Salzgehalt um zwölf Prozent zu verringern. Experten fordern seit Langem strengere Regeln für Zucker und Salz in Lebensmitteln.

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé kommt mit einer Verringerung des Salz- und Zuckergehalts seiner Frühstücksflocken einer möglichen Verschärfung von Lebensmittelgesetzen zuvor. Laut einer Mitteilung vom Montag plant Nestle eine Absenkung des Zuckeranteils um rund 24 Prozent und des Salzgehalts um 12 Prozent.

Nestlé vertreibt zusammen mit seinem Partner General Mills Frühstücksflocken in über 140 Ländern. Im abgelaufenen Jahr erzielten die beiden Firmen mit Marken wie Cini Minis, Nesquick Knusperfrühstück und Shreddies in Märkten außerhalb der USA und Kanadas einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Franken (1,57 Milliarden Euro) und lagen damit nach dem US-Konkurrenten Kellogg auf dem zweiten Verkaufsrang.

42 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind übergewichtig

Ärzte und Verbrauchergruppen fordern seit Jahren eine deutliche Verschärfung der Bestimmungen für Zucker und Salz in Lebensmitteln. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO waren im Jahr 2010 weltweit rund 42 Millionen Kinder im Alter von unter fünf Jahren übergewichtig. Rund acht Prozent aller Gesundheitskosten in Europa und rund 13 Prozent aller Todesfälle sind laut WHO auf Übergewicht zurückzuführen.

Kommentar
Nestlé,Vorreiter in Sachen Marketing

Wenn Nestlé den Zuckergehalt in Frühstücksflocken von sich aus senkt, folgt der Konzern nicht seinem Gewissen, sondern nacktem Kalkül.

Eine Studie des britischen Verbrauchermagazins "Which?" hatte unlängst belegt, dass 32 der 50 in Großbritannien beliebtesten Frühstücksflocken einen Zuckergehalt vergleichbar mit dem in Schokoladenkeksen erreichen können. Zielgruppe für fast alle diese Produkte waren Kinder. Fortschritte meldete die Studie dagegen beim Salzgehalt - dieser sei innerhalb der letzten Jahre deutlich zurückgegangen.

Laut dem bei Nestlé und General Mills für Frühstücksflocken verantwortlichen Manager, Jeffrey Harmening, wollen die Firmen mit dem Schritt den Wünschen der Verbraucher Rechnung tragen. "Viele Mütter wollen nicht mehr, dass ihre Kinder soviel Zucker zu sich nehmen", sagte Harmening der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sei der Zuckeranteil bei Frühstücksflocken das für den Kauf entscheidende Kriterium. (rtr)



Kommentare
16.10.2012
00:11
Nestlé senkt Zucker- und Salzgehalt von Frühstücksflocken
von Vermentina | #1

Super! Wenn Nestlé dann auch noch auf genmanipulierte Zutaten verzichtet, dann kauf ich die Produkte nach Jahren auch mal wieder.

Aus dem Ressort
Der stacheliger Schönheitsspender Aloe vera schützt Zellen
Pflanzenheilkunde
Die Kosmetikindustrie besinnt sich auf uralte Schönheitsgeheimnisse zurück. Dass Aloe vera mit vielen Vitaminen reichhaltig pflegt, wussten bereits ägyptische Königinnen wie Nofretete und Kleopatra. Vor allem hat sich Aloe in den letzten Jahr bei der Bekämpfung von Sonnenbrand einen Namen gemacht.
Wie "Ärzte auf Zeit" an Kliniken Personallöcher stopfen
Krankenhäuser
Weil sie viele Stellen nicht mehr besetzt kriegen, lassen Krankenhäuser immer häufiger Honorarärzte einspringen – und bezahlen diese sogar besser als die Stammkräfte. Die von Agenturen vermittelten Honorarärzte sind inzwischen nicht mehr aus den Hospitälern wegzudenken.
Forscher fordern Rezeptpflicht für Paracetamol
Medikamente
Forscher warnen erneut vor einem zu sorglosen Umgang mit rezeptfreien Schmerzmitteln. Laut einem Medienbericht setzen sie sich dafür ein, dass Paracetamol rezeptpflichtig wird. So sollte das Medikament in der Schwangerschaft nur bei dringender Notwendigkeit angewendet werden.
Greenpeace findet schädliche Chemikalien in Kinderstiefeln
Verbraucher
Aldi, Lidl, Rewe und Tchibo werden von Greenpeace stark kritisiert. Nach Auffassung der Umweltschützer achten die Verbrauchermärkte zu wenig auf den Schadstoffgehalt der von ihnen verkauften Kinderbekleidung. Tests hätten gezeigt, dass in mehr als der Hälfte der geprüften Produkte umwelt- und...
Pflege von Ebola-Patienten in Deutschland extrem aufwändig
Ebola-Epidemie
Bis zu 50 Betten für Ebola-Patienten gibt es in Deutschland. Doch diese Zahl steht nur auf dem Papier, wie erste Erfahrungen zeigen. Um einen Patienten adäquat zu versorgen, seien mehr als 30 speziell geschulte Mitarbeiter pro Tag nötig, so der Leiter des Stadtgesundheitsamtes in Frankfurt.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

 
Fotos und Videos