„Milch-Schnitte“ zur dreistesten Werbelüge gekürt
17.06.2011 | 08:32 Uhr 2011-06-17T08:32:00+0200
Berlin. Unrühmlicher Preis für die Firma Ferrero: Verbraucher kürten die „Milch-Schnitte“ mit dem „Goldenen Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge 2011. Platz 2 der Foodwatch-Abstimmung belegt der Joghurt „Activia“ von Danone.
Der „Goldene Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge 2011 geht an die Firma Ferrero für ihre „Milch-Schnitte“. Das ergab eine von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch initiierte Online-Abstimmung, deren Ergebnis am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach stimmten mehr als 51.000 Verbraucher (43,5 Prozent) für die „Milch-Schnitte“. Insgesamt gaben 117.688 Menschen auf der Internetseite abgespeist.de ihre Stimme ab. Ferrero nahm den Preis nicht an.
Auf Platz zwei der Etikettenschwindelliste schaffte es „Activia“ von Danone mit 28,9 Prozent der Stimmen. Auf Rang drei folgte „nimm 2“ von Storck (16,1 Prozent). Den vierten Platz der dreistesten Werbelüge heimste „Ferdi Fuchs Mini-Würstchen“ von Stockmeyer (5,9 Prozent) ein. Auf Rang fünf folgte „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ von Kühne (5,7 Prozent).
Ferrero verteidigt Werbung
Nach den Worten der Leiterin der Foodwatch-Kampagne gegen Etikettenschwindel, Anne Markwardt, hat die „Milch-Schnitte“ mehr Zucker, mehr Fett und mehr Kalorien als ein Stück Schoko-Sahnetorte. „Die Ferrero-Manager täuschen ihre Kunden nach Strich und Faden, wenn sie ein solches Produkt als sportlich-leichte Zwischenmahlzeit bewerben“, sagte Markwardt. Mit einer so krass irreführenden Werbung trage Ferrero eine erhebliche Mitverantwortung dafür, dass in Deutschland bereits 15 Prozent der Kinder als übergewichtig gelten würden.
Ferrero erklärte dagegen, es gebe keine Hinweise, dass die Verbraucher die Werbung als irreführend empfänden. Regelmäßig würden Marktforschungsstudien zu den eigenen Produkten und der Werbung durchgeführt. "Wir stimmen den Vorwürfen von Foodwatch daher keinesfalls zu und nehmen den Negativaward nicht an." Man vertrete die Meinung, dass Ernährung und Bewegung zusammen gehörten. Um dies zum Ausdruck zu bringen, würden Sport-Testimonials wie Susi Kentikian und die Huberbuam genutzt. Der Konsum einer "Milch-Schnitte" zwischendurch sei durchaus mit einem ausgewogenen, sportlichen Lebensstil vereinbar.
Fünf Produkte zur Wahl
Der Negativpreis sollte Ferrero am Freitag am Deutschlandsitz des Unternehmens in Frankfurt am Main verliehen werden. Die Stimmabgabe lief vom 16. Mai bis zum 16. Juni 2011 auf der Internetseite abgespeist.de. Die Organisation hatte fünf Produkte zur Wahl gestellt.
Der Preis wurde zum dritten Mal vergeben. 2010 hatte die Molkerei Zott den „Goldenen Windbeutel“ für ihren „Monte Drink“ erhalten. 2009 wählten die Verbraucher Danones probiotischen Joghurt „Actimel“ zur Werbelüge des Jahres.
Kritik am DFB für Kooperation mit Ferrero
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für seine Kooperation Ferrero kritisiert. "Es gehört schließlich zu den in der Satzung des DFB festgeschriebenen gemeinnützigen Aufgaben, eine gesunde Ernährung präventiv zu fördern", sagte Bode am Freitag in einem dapd-Interview.
Es könne nicht angehen, "dass man alles für Geld macht und die Jugend- und Sportförderung davon abhängig gemacht wird, wie viel Geld Privatkonzerne geben", sagte Bode. "Dazu muss sich der DFB mal öffentlich äußern."
Wenn sich der Fußball-Bund eng mit Firmen der Lebensmittelindustrie verbinde, dafür Geld bekomme und die Firmen im Gegenzug den guten Namen des größten Sportverbandes der Welt und seiner äußerst populären Spitzensportler nutzen könnten, um ihre "als harmlose Zwischenmahlzeiten getarnten Dickmacher unters Volk zu bringen", sei das ein inakzeptabler Zustand. Der DFB sei ein gemeinnütziger Verband, eine Institution, die das Gemeinwohl fördern solle, betonte Bode.
Foodwatch kündigt Konzernen weiteren Ärger an
Der Foodwatch-Geschäftsführer forderte die Industrie auf, sich die Frage zu stellen, ob der Lebensmittelmarkt für den Verbraucher da sei oder umgekehrt. Solange sich die Konzerne diese Frage nicht stellten, "bekommen sie weiter Ärger, auch von uns". Er monierte, die Industrie beschwere sich immer, an den Pranger gestellt zu werden. Sie habe sich selbst eingemauert und agiere defensiv. Sie behaupte, alles sei super und stecke als Antwort mehrere Millionen in eine bessere Kommunikation. Das nutze aber nichts. So lange die Industrie nicht einsehe, dass ihre Produkte das Problem seien und nicht die Verbraucher und kritische Organisationen wie Foodwatch, werde sich nichts ändern.
Den Start der von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) unterstützten Internetseite lebensmitteklarheit.de der Verbraucherzentralen ab Juli sieht Bode positiv. "Dass die Lebensmittelindustrie Sturm gegen diese Plattform läuft und hat sogar Rechtsgutachten von ehemaligen Verfassungsrichtern dagegen erstellen lässt, spricht für die Seite", sagte Bode. (dapd)
18:40
Soll doch jeder selber futtern, was er mag. Klar sind diese Dinger nicht gesund. Currywurst mit Pommes Schranke auch nicht. Aber lecker.
Nur diese dreiste Lüge mit den natürlichen Aromen ko..t mich an. Die sind im Labor aus einem Tropenholz entstanden.
Und jeder kennt diese Erdbeerjoghurts, wo viele pralle Früchte auf dem Deckel sind. Vielleicht ist eine geschredderte da drin.
Also Joghurt und Erdbeeren holen und selber machen. Ist eh leckerer.
10:59
@Mippes
Ich rauche nicht, ich trinke nicht, und das Atmen gewöhne ich mir auch gerade ab. Mehr darf man nicht verlangen!
10:46
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09:44
@tom009
Wir lassen uns alle von der Wirtschaft aufs Glatteis führen, denn niemand von uns hat das Know-How, alles zu hinterfragen. Der Verbraucher will das auch nicht müssen und hat auch oft nicht die Zeit dazu.
Zum Glück gibt es aber eben Einrichtungen, die den Verbraucher zumindest in vielen Fällen warnen können. Dabei ist es egal, ob es um Stiftung Warentest, Foodwatch oder die Verbraucherzentralen geht.
Wer dann nach der Aufklärung trotzdem das Falsche tut, muss sich natürlich mit den eventuellen Folgen abfinden.
Wo ich mir da allerdings widerspreche, ist mir nicht bewusst. Bestimmt klären Sie mich darüber auf.
02:17
oh kodiak
tja und da liegt der hase wohl begraben.
könnte sein das das fleisch von genrindern aus den usa ist.
und das ist ja bekanntlich nicht gerade gesund.
also kann mann sie mit leichtigkeit aufs glatteis führen und sie sagen auch noch fröhlich das dies ein wertvolles nahrungsmittel sei.
nun sie widersprechen sich dermaßen das man nicht weiß ob sie es ernst meinen oder nicht.
19:09
@ tom009
Im Gegensatz zur Milchschnitte ist ein gutes Steak auch etwas Wertvolles.
18:29
lustig
habe noch nicht gelesen das foodwatch die produkte hat untersuchen lassen.
statdessen nur ein link auf eine seite wo um abstimmung zu den jeweiligen vorgeschlagenen produkte gibt bzw aufgerufen wird.
soso und daras das einige verbraucher meckern zieht also foodwatch den schluß das gemogelt wird????!!!!!
nun dann sage ich hiermit das foodwatch mich betrügt.
da foodwatch keine nachweise liefern kann oder will nehme ich dieses nur als verspäteten aprilscherz hin.
hach was freue ich mich auf mein schönes steak was es gleich zu essen gibt.
18:20
Alles reine Stimmungmache. Ich erinnere mich -vielleicht auch einige ältere User-, dass vor sehr lager Zeit mal ein sogenannter Verbraucherverein an Produzenten herangetreten ist und sie erpressen wollten: Entweder zahlt ihr uns was, oder wir berichten negativ über euch. Einige haben gezahlt, Andere haben Anzeige erstellt. Gab damals einen großen Pressewirbel.
13:16
Kennt eigentlich jemand Bernd Stelter? Der Fernsehmoderator hat 30 oder 40 kg abgenommen.
Jetzt sieht er richtig verhärmt aus, sein Taint ist fahl, richtig ungesund sieht der Mann aus.
Er isst nicht mehr das, was seiner körperlichen Konstitution entspricht.
13:10
@67
Hab wohl erst Deinen Standpunk nicht ganz verstanden.
Mit Gesundheitsslogans lassen sich unnötige Ernährungsprodukte vermarkten.
Wahrhaft gesunde Nahrungsmittel haben das nicht nötig.
Obwohl so ein Stück Schokolade.......
Naja, es kommt wohl wie immer auf die Menge an.