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Mehr Wettbewerb bei gesetzlichen Krankenkassen erwartet

28.12.2011 | 11:46 Uhr
Mehr Wettbewerb bei gesetzlichen Krankenkassen erwartet
Das Bundesversicherungsamt erwartet 2012 einen starken Wettbewerb der gesetzlichen Krankenkassen.

Berlin.  Laut Maximilian Gaßner, Präsident des Bundesversicherungsamt, wird es 2012 einen stärkeren Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen geben. Als Folge der wegfallenden Zusatzbeiträge würden die Kassen versuchen, mit Zusatzleistungen zu locken - mit welchen, die nicht immer notwendig sind

Das Bundesversicherungsamt rechnet im kommenden Jahr mit einem starken Wettbewerb der gesetzlichen Krankenkassen. "Gerade Kassen, die hohe Rücklagen angehäuft haben, werden versuchen, durch das Angebot nicht notwendiger Leistungen Mitglieder anzulocken", sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde, Maximilian Gaßner, der Tageszeitung "Die Welt" vom Dienstag.

Weil der Zusatzbeitrag als Unterscheidungsmerkmal der Kassen wegfallen werde, suchten sich die Versicherten ihre Kasse eher nach dem "Potpourri an Zusatzleistungen" aus - und nicht danach, wie gut die Versorgung bei Krankheit ist, sagte der Gaßner. Die wenigen Kassen, die derzeit noch einen Zusatzbeitrag erheben, wollen diesen im kommenden Jahr abschaffen. Stattdessen werden dann alle Kassen nur noch den staatlich festgesetzten Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent erheben.

Mehr Spielraum

Die Finanzlage der Kassen hatte sich zuletzt wegen der guten Konjunktur und Einsparungen bei den Arzneimittelausgaben deutlich verbessert. In den ersten neun Monate dieses Jahres erzielten sie einen Überschuss von rund 3,9 Milliarden Euro. Gaßner kündigte an, die Leistungen der Kassen streng zu kontrollieren. Es dürfe nie vergessen werden, dass solche Leistungen "mit Zwangsbeiträgen" bezahlt werden müssten.

Besonders kritisch werde das Bundesversicherungsamt solche Angebote beobachten, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog hinausgehen. Die schwarz-gelbe Koalition hatte den Krankenkassen im jüngst verabschiedeten Versorgungsgesetz mehr Spielraum bei Leistungen wie künstlicher Befruchtung oder zahnärztlicher Behandlung zugestanden. (afp)

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