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Mediziner beklagen hunderttausende neue Lepra-Fälle pro Jahr

27.01.2012 | 17:00 Uhr
Mediziner beklagen hunderttausende neue Lepra-Fälle pro Jahr
Weltweit leiden rund vier Millionen Menschen nach einer Lepra-Infektion unter Behinderungen, Körperteile - wie hier die Hände eines Patienten - bleiben dauerhaft verstümmelt.

Frankfurt/Main.  Noch immer gibt es hunderttausend neue Lepra-Fällen pro Jahr - und eine hohe Dunkelziffer. Zwar ist die Krankheit bei frühzeitiger Diagnose inzwischen heilbar, doch Mediziner und Hilfswerke sind mit der Situation unzufrieden: Sie fordern weitere Investitionen in die Forschung.

Angesichts von hunderttausenden neuen Lepra-Fällen pro Jahr fordern Ärzte und Hilfswerke weitere Investitionen in die Forschung. Mit neuen Erkenntnissen vor allem zu den Übertragungswegen hoffen die Mediziner, dem schon aus biblischen Zeiten bekannten "Aussatz" endlich Herr zu werden.

"Die offizielle Zahl der Neuinfektionen bewegt sich seit nunmehr fünf Jahren fast konstant zwischen 220.000 und 260.000 Menschen pro Jahr", erklärte Burkard Kömm von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) zum Welt-Lepra-Tag am 29. Januar. "Leider fehlen uns auch weiterhin entscheidende Kenntnisse zu den Übertragungswegen der Lepra. Dafür ist dringend weitere Forschung nötig. Mit den vorhandenen Mitteln können wir die Lepra nur auf dem jetzigen Stand halten."

Hohe Dunkelziffer

Neben den offiziell registrierten Fällen wird eine hohe Dunkelziffer angenommen. Seit rund 30 Jahren ist Lepra mit einer Antibiotika-Kombination heilbar. Doch die Krankheit muss rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt werden. Besonders in Slums und armen Regionen von Entwicklungsländern kommen die Mediziner oft zu spät. Häufig haben die Erreger die Nerven schon so weit angegriffen, dass Verletzungen nicht mehr gespürt werden, Wunden sich entzünden und es zu den typischen Verstümmelungen kommt.

Weltweit leiden rund vier Millionen Menschen nach einer Lepra-Infektion unter Behinderungen. Weil die Angst vor der Krankheit noch immer tief sitzt, bleiben Patienten trotz Behandlung außerdem oft ausgegrenzt, wie die DAHW erklärt. "Stigmatisierung und Diskriminierung sind heute noch üblich." Wichtig seien daher die Wiedereingliederung in die Familie und Dorfgemeinschaft und Sozialprogramme, die das Umfeld der Betroffenen aktiv einbeziehen. (dapd)

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