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Rückengesundheit

Man soll sich regelmäßig kontrollieren lassen

Skoliose - Früherkennung und regelmäßige Kontrolle wichtig
Skoliose kann durch frühzeitige Behandlung gestoppt werden - aber nicht geheilt.Foto: Getty

Wichtigste Grundlage der Therapie ist die regelmäßige Kontrolle des Krankheitsverlaufs. "Betroffene Kinder sollten alle halbe Jahre vermessen werden", rät Hoffmann, der seine Skoliose-Praxis seit 32 Jahren führt. Dabei müssen sich Betroffene nicht mehr der gesundheitsschädigenden Röntgenstrahlung aussetzen. Viele Orthopäden bieten mittlerweile die strahlungsfreie Video-Raster-Stereografie an. Die weitere Behandlung ist davon abhängig, wie die Wirbelsäulenverformung ausgeprägt ist. Liegt der Krümmungswinkel der Wirbelsäule zwischen 10 und 20 Grad, wird regelmäßige Krankengymnastik empfohlen.

Bislang gibt es allerdings keine unabhängigen Studien darüber, welche Physiotherapie wirklich hilft. Bei Krümmungen bis 40 Grad raten Orthopäden zu einem Korsett, das bis zum Ende der Wachstumsphase rund um die Uhr getragen werden muss. Bei schweren Verformungen ab 40 Grad ist eine operative Korrektur notwendig.

Betroffene leiden unter psychischen Problemen

Dagmar Jürgensen, die seit 16 Jahren den Bundesverband Skoliose-Selbsthilfe mit rund 1700 Mitgliedern leitet, trägt seit fast 40 Jahren einen Metallstab zur Aufrichtung ihrer Wirbelsäule in ihrem Rücken. "Ich habe keine Schmerzen und kann alles machen", sagt sie. Nur Eingeweihte können ihre Skoliose erkennen. Als Bundesvorsitzende des Selbsthilfeverbandes setzt sie sich für ein Gütesiegel für Skoliose-Ärzte ein. "Es ist ganz schwierig, den richtigen Arzt zu finden", sagt sie. "Jugendliche, die ein Korsett tragen müssen, brauchen ärztliche Betreuer mit viel Einfühlungsvermögen", sagt Orthopäde Hoffmann.

Viele leiden unter psychischen Problemen und mangelndem Selbstbewusstsein. Da die Skoliose die Statik und Mechanik der Wirbelsäule stört, leiden Betroffene früh unter Verschleißerscheinungen. Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Deshalb raten Orthopäden zu lebenslangem Training der Rumpf- und Rückenmuskulatur. "Skoliose-Kranke haben einen Zweitberuf: Rückenpfleger", sagt Hoffmann. (Informationen über die Skoliose-Selbsthilfe: www.bundesverband-skoliose.de ) (dapd)

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