Das aktuelle Wetter NRW 2°C
Krankheitswelle

Magen-Darm-Erkrankungen - Behörden suchen unter Hochdruck nach dem Auslöser

30.09.2012 | 16:25 Uhr
Magen-Darm-Erkrankungen - Behörden suchen unter Hochdruck nach dem Auslöser
Eine Mitarbeiterin des Thüringer Landesamts für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (TLLV) betrachtet in einem Labor des Landesamtes in Bad Langensalza eine Probe.Foto: dapd

Berlin.  Die Serie von Magen-Darm-Erkrankungen im Osten hat sich zum bislang größten Krankheitsausbruch durch Lebensmittelverzehr in Deutschland entwickelt. Die Zahl der registrierten Infektionen stieg bis zum Wochenende auf 8365. Der Höhepunkt des Massenausbruchs könnte damit aber erreicht sein.

Der Höhepunkt der massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen im Osten Deutschlands scheint überschritten. "Die Krankheitswelle ist nicht mehr so akut", sagte ein Sprecher des thüringischen Gesundheitsministeriums. Am Wochenende seien lediglich 123 neue Fälle bekannt geworden. Aus Berlin und Brandenburg wurden am Sonntag gar keine neuen Fälle gemeldet. Die Ursache der Krankheitswelle ist derweil weiter unklar. Die Behörden suchten unter Hochdruck nach dem Auslöser, sagte ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums.

Seit Dienstag waren in weiten Teilen Ostdeutschlands knapp 8.400 vor allem Kinder und Jugendliche an Magen-Darm-Beschwerden erkrankt. In Sachsen und Thüringen wurde inzwischen bei mehr als 20 Kindern eine Infektion mit dem Norovirus nachgewiesen.

"Ob sie allerdings im Zusammenhang mit der aktuellen Häufung der Magen-Darm-Erkrankungen stehen oder allein der risikohafteren Jahreszeit geschuldet sind, ist unklar", sagte der Sprecher des thüringischen Gesundheitsministeriums.

Krankheitswelle
Schon fast 8500 Fälle - Magen-Darm-Epidemie weitet sich aus

Experten rätseln weiter über den Auslöser der Welle von Magen-Darm-Erkrankungen im Osten Deutschlands. In Sachsen wurde in 16 Fällen der Norovirus nachgewiesen - ob er die Ursache des Massenausbruchs ist, ist aber noch unklar. Die Zahl der erkrankten Kinder ist derweil auf fast 8500 gestiegen.

Eine Sprecherin der Berliner Gesundheitsverwaltung sagte, es müsse ermittelt werden, ob es sich bei den Fällen um virale oder bakterielle Erkrankungen handele. "Da der Norovirus ein hoch ansteckender Virus ist, wäre eine hohe Anzahl von Sekundärinfektionen zu erwarten gewesen". Das sei jedoch bisher nicht beobachtet worden, sagte die Sprecherin weiter.

Behörden nehmen Lebensmittelproben und Speisekarten unter die Lupe

Dem Bundesverbraucherschutzministerium zufolge nehmen die Behörden vor allem Lebensmittelproben und Speisekarten unter die Lupe. Zudem würden die Mitarbeiter der betroffenen 342 Einrichtungen in fünf Bundesländern befragt.

Zu Brechdurchfall-Erkrankungen kam es vor allem in ostdeutschen Schulen und Kitas. Auslöser der Beschwerden war möglicherweise verdorbenes Essen in Schul- und Kindertagesstätten, die von dem Caterer Sodexo beliefert wurden. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Laut RKI handelt es sich um den bisher mit Abstand größten möglicherweise durch Lebensmittel bedingten Ausbruch einer Magen-Darm-Erkrankung in Deutschland. (dapd/afp)



Kommentare
Aus dem Ressort
Im Herbst starten Pollenallergiker mit Hyposensibilisierung
Gesundheit
In den Herbst- und Wintermonaten können Pollenallergiker beschwerdefrei durchatmen. Doch sollten sie daran denken, dass ihnen im nächsten Frühjahr mit der Überreaktion des Körpers wieder eine große Belastung bevorsteht. Eine Therapie kann helfen.
Lieber gleich ganz aufhören - So gelingt der Rauchstopp
Gesundheit
E-Zigaretten sind laut dem Bundesverwaltungsgericht keine Arzneimittel. Damit dürfen sie weiter in Tabakläden verkauft werden. Als Ersatz für die normale 'Fluppe' sollten sie aber besser nicht dienen. Wer aufhören will, kann das auch anders schaffen.
Verbot abgelehnt - E-Zigaretten sind keine Arzneimittel
Bundesverwaltungsgericht
Die umstrittenen E-Zigaretten sind keine Arzneimittel. Das hat das Bundesverwaltungsgericht am Donnerstag verkündet. Wären diese sogenannten Liquids als Arzneimittel eingestuft worden, hätten sie nicht mehr wie bisher in Tabakläden oder im Internet verkauft werden dürften.
Lieber ganz aufhören - Tipps für angehende Nichtraucher
Gesundheit
Dass Rauchen ungesund ist, hat sich längst herumgesprochen. Die Hoffnung mancher Raucher, diesen Risiken durch das Umsteigen auf E-Zigaretten zu entgehen, hat sich nicht erfüllt: Auch sie gelten Krebsforschern zufolge als gesundheitlich bedenklich.
Wie Matthias Sammer nach MRSA-Infektion ums Leben kämpfte
Infektion
Mehr als 30.000 Patienten sterben Experten zufolge pro Jahr in Kliniken nach Infektionen mit multiresistenten Keimen. Auch Matthias Sammer kämpfte 1997 nach einer Routine-OP am Knie um sein Leben. Erst das letzte Antibiotikum schlug an. Jetzt erzählt er seine Geschichte - um aufzurütteln.
Umfrage
30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

 
Fotos und Videos