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Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender

21.02.2012 | 14:47 Uhr
Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender
Der Lesben- und Schwulenverband kritisiert, dass schwule Männer nicht Blut spenden gehen dürfen.Foto: ddp

Essen.  Als nicht hinnehmbare Pauschalisierung kritisiert der Lesben- und Schwulenverband, dass schwule Männer aufgrund des angenommen höheren HIV-Risikos nach wie vor nicht zur Blutspende zugelassen werden. In Ländern wie Italien oder Spanien seien Schwule längst nicht mehr ausgeschlossen.

Der Lesben- und Schwulenverband fordert, dass schwule Männer zum Blutspenden zugelassen werden. Dass Schwule davon noch immer ausgeschlossen seien , stelle diese unter einen Generalverdacht, kritisierte der Geschäftsführer des Verbandes, Klaus Jetz: "Es wird der Eindruck erweckt, dass Schwule häufig ihre Partner wechselten."

Diese Pauschalisierung sei nicht hinnehmbar. Auf dem Fragebogen, der vor dem Blutspenden ausgefüllt werden muss, sei die Frage nach der sexuellen Orientierung daher fehl am Platz. "Die Frage muss stattdessen lauten, 'Praktizieren Sie Safer Sex ?'", forderte Jetz. Wenn das Thema geschützter Geschlechtsverkehr ernster genommen würde, könnte das bestehende Gesundheitsrisiko des Spenders besser eingeschätzt werden.

Es wäre daher wichtig, nicht nach Risikogruppen, sondern nach dem Risikoverhalten zu fragen. Dazu gehöre auch, ob ein Mensch häufig den Sexualpartner wechsle, sagte Jetz. Dies betreffe eben auch heterosexuelle Männer.

Potenzielle schwule Blutspender entsetzt über Abweisung

Laut Jetz melden sich immer wieder Männer beim Schwulenverband, die entsetzt sind, dass sie bei einer Blutspende abgelehnt wurden, weil sie offen ihre sexuelle Orientierung angegeben haben. Sie seien motiviert, Blut, das dringend benötigt werde, zu spenden, würden dann aber aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vor den Kopf gestoßen. Viele könnten in der Folge falsche Angaben machen und das Feld nicht ankreuzen. "Das ist aber keine zufriedenstellende Lösung", betonte er.

Info
Lesben und Schwule in Deutschland

Laut Schätzungen sind in Deutschland rund drei Prozent der Erwachsenen homosexuell. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) zählt knapp 4.000 Mitglieder und 100 angeschlossene Organisationen. Seit dem 1. August 2001 können Homosexuelle eine gesetzlich anerkannte Partnerschaft eingehen. Davon haben rund 25.000 Paare bisher Gebrauch gemacht. Durch die eingetragene Lebensgemeinschaft erhalten Schwule und Lesben weitgehend die gleichen Rechte wie heterosexuelle Ehepaare. (dapd)

Der Verband dringe daher seit Jahren bei der Bundesärztekammer, beim Robert Koch Institut und bei anderen Blutspende-Einrichtungen auf "eine diskriminierungsfreie Regelung" - bislang jedoch ohne großen Erfolg, sagte der Verbandsgeschäftsführer. Auch die Politik lehne mit Hinweis auf die Unabhängigkeit der Institute eine gesetzliche Änderung der Blutspende-Richtlinien ab. In anderen europäischen Ländern wie Italien oder Spanien seien Schwule dagegen längst nicht mehr vom Blutspenden ausgeschlossen. (dapd)

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Kommentare
22.02.2012
08:01
Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender
von foxtrott | #6

Das ist das Land, welches sich die Führungsrolle in der europäischen Krise anmaßt, katastrophale hygienische Verhältnisse in Krankenhäusern und Diskriminierung wie im finsteren Mittelalter...

21.02.2012
23:11
na dann aber schnellstens
von marianus | #5

auch alle bisexuelle sperren.ich wunder mich immer wieder wie diskriminierend deutschland doch noch (?!)ist.da wird gegens chwule und lesben angegangen.keiner hat etwas gegen behinderte wenns ie denn mal in heimen leben.wer in "wilder"ehe lebt hat nichts in einem staatsamt zu suchen usw.usw.armes deutschland.

21.02.2012
21:38
Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender
von scharmuetzel | #4

Wer nicht will, der hat schon. Und wenn ich mein gesundes, seltenes Blut nicht spenden darf, ist das halt so. Aber bitte nicht nölen, dass man grad knapp ist. Pech gehabt.

Hauptsache, der nette Heterosexuelle, der viermal die Woche nen one-night-stand hat, darf spenden, wie er will. Das Blut ist schließlich auch nach jeglichen Inkubationszeiten besser, weil nicht schwul.

2012. Man glaubt es kaum.

21.02.2012
18:56
Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender
von MalNachgedacht | #3

Wie jetzt? Laut Rotem Kreuz wird das Blut doch eh auf HIV getestet!?
Jaja, Inkubationszeit und so...Aber ich kann mir doch auch als Heterosexueller z.B. an Karneval was eingefangen haben....Komische Praxis...

21.02.2012
16:57
Blockierter Kommentar.
von oderfla | #2

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21.02.2012
15:10
Lesben- und Schwulenverband fordert Zulassung von Schwulen als Blutspender
von KamSahSiegteTraurig | #1

Wenn ich mir den Karneval so anschaue, da möchte kein Fremdblut zu mir nehmen müssen. Jeder sollte sein eigenes Blut konservieren. Was faktisch schier unmöglich zu scheinen mag. Ich würde vorschlagen, Merkel sollte mal in Deutschland rasten und den allgemeinen Anstand, d.h. in der Politik, dann in der Wirtschaft und anschließend in der Gesellschaft anfangen, dann wird es insgesamt etwas unschmuddeliger. Der Gedanke, das Homosexuelle alleinig schmuddelig sein sollen irritiert mich zwar nicht wirklich, aber das sollte man mal bereinigen.

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