Lebensmittel-Warnungen auf einen Blick
21.10.2011 | 12:05 Uhr 2011-10-21T12:05:00+0200
Essen. Bislang haben nur die regionalen Behörden vor gesundheitsgefährdenen Stoffen in Lebensmitteln gewarnt. Das soll sich nun mit einem neuen, zentralen Internetportal ändern.
Dioxin in Eiern. Gammelfleisch oder Ehec-Erreger auf Gemüse: Das waren nur einige der großen Lebensmittelskandale in der jüngsten Zeit. Damit Verbraucher künftig schneller über Verunreinigungen und Gesundheitsgefahren im Essen informiert werden, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun das Internetportal „www.lebensmittelwarnung.de“ gestartet. Veröffentlicht werden dort unter anderem Warnungen vor schadstoffbelasteten Lebensmitteln sowie Rückrufaktionen der Hersteller.
Die Internetplattform ist damit das erste deutschsprachige Portal, das zentral vor gefährlichen Lebensmitteln in Deutschland warnt. Bislang hatten dies lediglich die zuständigen regionalen Behörden auf freiwilliger Basis getan, oft auch eher zögerlich. Jetzt arbeiten die Behörden aus den Bundesländern mit dem Bundesamt zusammen und geben ihre Daten und Warnungen weiter.
Ein Blick auf das Internetportal zeigt auch, wie groß die Bandbreite von verunreinigten Lebensmitteln ist: Da wird beispielsweise vor einer verschimmelten Edelsalami oder einer Wurstkonserve mit Glasstückchen gewarnt. Daneben stehen zum Teil noch Informationen dazu, was die gefährlichen Stoffe auslösen können. Etwa, dass der Verzehr einer salmonellenhaltigen Samenmischung für Sprossen und Keimlinge zu Magen-Darm-Erkrankungen führen kann.
Auch Informationen zu Produkten, die Verbraucher täuschen könnten
Aufgeführt sind die genaue Produktbezeichnung, der Hersteller, der Grund der Warnung, die jeweils warnenden Bundesländer und das Datum der Warnung. Zudem können sich Verbraucher über Produkte informieren, die „geeignet sind, den Verbraucher zu täuschen“, wie das BVL mitteilte. Ein Beispiel ist eine Salami, deren „Fehlreifung“ zu Hohlstellen in der Wurst führe. Und: Das Portal listet auch gefährliche Lebensmittel auf, die in Deutschland aus dem Ausland vertrieben werden – beispielsweise über das Internet.
Verbraucherschutz-Ministerin Ilse Aigner (CSU) betonte, dass das neue Internetportal für bisher nicht gekannte Transparenz bei der Lebensmittelkontrolle sorge. „Mir ist wichtig, dass die Verbraucher noch schneller und umfassender informiert werden als bisher“, sagte Aigner am Freitag.
Bisher hatte es genau in diesem Punkt Defizite gegeben. So erklärte die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) bei der Vorstellung des neuen Portals: „Die Veröffentlichung von gesundheitlich bedenklichen Lebensmitteln erfolgt jetzt nicht mehr nur über einzelne, regionale Medien.“
Die Transparenz hat allerdings Grenzen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert das Portal als „Augenwischerei“. Nicht einmal alle im europäischen Schnellwarnsystem als gesundheitsgefährdend eingestuften Produkte würden hier eingestellt. Es fehle außerdem eine Pflicht für die Bundesländer, ihre Informationen aus der Lebensmittelkontrolle tagesaktuell zu veröffentlichen. Das Ministerium weist die Vorwürfe zurück: „Wenn ein Lebensmittel die Gesundheit gefährden kann, darf es nicht verkauft werden.“
10:47
@8 Schon mal reingeschaut? Bei den wenigsten Produkten schreiben die Hersteller Salmonellen oder kleine Glassplitter mit auf die Verpackung...noch nicht mal klein.
Ich hatte auch erst die Vermutung, dass das Ganze Lebensmittelklarheit V2 wird, aber da stehen tatsächlich Produkte mit Namen UND Herstellern...bin mal gespannt, wann der Erste mit anwaltlicher Hilfe erreicht, dass sein Eintrag wieder rausgenommen wird. Ich hoffe foodwatch archiviert die Einträge in weiser Vorraussicht^^
19:25
finde es lustig was das bundesamt so alles veranstaltet um die bürger für dumm zuverkaufen.
wie groß soll es denn auf der verpackung stehen oder müssen wir jetzt zum einkaufen eine lupe mitnehmen.
und vorallendingen
jetzt plötzlich sind alle industrie lebensmittel ungesund???????
einfach nur noch lächerlich.
17:06
@ 6
Ich esse und trinke nie vor dem Computer!
15:43
.
Und anschließend wird wieder gemeckert, wenn die Mahlzeiten vor dem Computer eingenommen werden.
15:30
Stimmt eigentlich
13:23
@3: olgen sie doch mal dem im Text angegebenen Link. Die Informationen sind schon ziemlich eindeutig. Produkt, Herstellerfirma Adresse, Grund der Warnung und welche BL darauf hinweisen.
Was will man mehr?
13:06
Bin mal gespannt, wie objektiv die Informationen sein werden. Wahrscheinlich nur allgemein gehalten. Denn Hersteller werden bestimmt nicht angegriffen. Wir Verbraucher werden bestimt auch weiterhin auf kritische TV-Sendungen (wie z.B. Markt) angewiesen sein.
12:56
Und das bedeutet weiter, das alle Verbraucher lesen, und das was sie lesen, auch verstehen können. Und da habe ich meine Zweifel...
12:34
Das bedeutet aber auch, dass alle Verbraucher einen Internetanschluss haben müssen. Wer also arm ist und keinen PC und Internetanschluss hat, der kann weiter bedenkliche Lebensmittel futtern.