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Laufen senkt das Brustkrebsrisiko bei Frauen nach den Wechseljahren

20.01.2011 | 09:34 Uhr
Laufen senkt das Brustkrebsrisiko bei Frauen nach den Wechseljahren
Bewegung kann gegen Brustkrebs helfen. Foto: Imago

Essen/Heidelberg.   Um etwa dreißig Prozent lasse sich das Risiko, nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken, reduzieren, so eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heildelberg. Das Rezept: mehr Bewegung und Verzicht auf die Hormon-Ersatztherapie.

Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau. Jede Neunte gilt mittlerweile als gefährdet, an Brustkrebs zu erkranken. Jetzt hat das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg eine Entdeckung gemacht, deren Größenordnung die Wissenschaftler selbst überrascht hat.

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„Etwa 30 Prozent aller Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren lassen sich durch mehr Bewegung und den Verzicht auf die Hormon-Ersatztherapie vermeiden“, so Dr. Karen Steindorf, eine der Leiterinnen der Studie. Das Haupterkrankungsalter liege statistisch bei 64 Jahren.

Viele Risikofaktoren seien gut erforscht, so Steindorf. „Man ist sich sicher, dass zum Beispiel eine frühe erste Regelblutung, ein spätes Eintreten der Wechseljahre oder auch das gehäufte Auftreten von Brustkrebs in der Familie mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einhergehen.“

Joggen beugt vor

Doch getoppt würden diese Risiken durch die Kombination aus Nichtstun und Hormon-Pillen, so das Ergebnis der Heidelberger und Hamburger Wissenschaftler um Professor Dieter Flesch-Janys vom Uniklinikum Eppendorf. Von 2001 bis 2005 haben sie in der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Studie 6386 Frauen beobachtet, dazu weitere 3074 Patientinnen, die nach Eintritt der Wechseljahre an Brustkrebs erkrankt waren.

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Die Frauen, die eine halbe Stunde am Tag laufen oder Rad fahren, hätten besonders gute Ergebnisse erzielt. „Aber auch mit weniger Bewegung ist noch etwas Positives zu erzielen“, so Steindorf. Wer nur zwei Mal die Woche joggt – auch das führe schon zu einer besseren Prognose.

Interessant war, so die Expertin, dass Faktoren, die immer wieder als Krebsauslöser im Gespräch sind, eine eher kleine Rolle spielen: „Alkoholgenuss, Übergewicht, selbst Nikotin sind zu vernachlässigende Größen.“

Hormon-Ersatztherapie enormes Risiko

Ein massives Risiko stelle die Hormon-Ersatztherapie dar, die Frauen gegen typische Wechseljahr-Beschwerden wie Hitzewellen, Übergewicht, Schlaflosigkeit, Unruhe oder Depressionen einnehmen. „12, 8 Prozent der Brustkrebsfälle nach den Wechseljahren sind auf mangelnde Bewegung zurückzuführen – aber 19.4 Prozent auf Hormonpräparate,“ so Steindorf.

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Beide Faktoren zusammengenommen seien für 29,8 Prozent der Krebsfälle verantwortlich. Bei Patientinnen mit speziellen Tumoren, die Rezeptoren, also Andockstellen, für Geschlechtshormone ausbilden („rezeptor-positiver Brustkrebs“) liegt dieser Wert sogar bei 37,9 Prozent.

Die Euphorie, die niedergelassene Ärzte lange der Hormon-Ersatztherapie gegenüber gezeigt hatten, sei in vielen Fällen wieder verschwunden. Immer wieder, so Steindorf, hätten Studien aus den USA den Zusammenhang zwischen Hormonzufuhr und Krebs gezeigt.

Autogenes Training

Sollte eine Therapie in Einzelfällen nötig sein, so sei es wichtig, dass die Behandlung mit Hormonen möglichst kurz verläuft. Ein Jahr Pillen sei längst nicht so gefährlich wie zehn Jahre Pillen. „Wer die Hormone absetzt, reduziert sein Risiko sofort.“

Steindorf rät den Frauen dazu, die Beschwerden der Wechseljahre alternativ zu bekämpfen: Vor allem seien Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training hilfreich, um sich ausgeglichen zu fühlen und auch mit Problemen wie Hitze oder Schlaflosigkeit klar zu kommen. Gegen all diese Beschwerden gilt sportliche Betätigung ohnehin als gutes Mittel.

Petra Koruhn

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Kommentare
20.01.2011
10:37
Laufen gegen Brustkrebs
von robiniawood | #1

Die Möglichkeiten selbst das Risiko für eine Brustkrebserkrankung zu senken, sind viel grösser als diese Anschauungsstudie vermuten lässt. Bei dieser Studie wurde im Nachhinein bei an Krebs erkrankten Frauen und nicht erkrankten Frauen berechnet, welche Wahrscheinlichkeiten an Krebs zu erkranken welchen vorher festgelegten Risikofaktoren zuzuordnen waren.

Das Problem: die Untersucher beschränkten sich auf ihre Theorien und liessen andere Risikofaktoren unbeachtet.

Dass die Gene zu den Risikofaktoren gehören sollen, kann eine stark überbewertete Theorie der Forscher sein. Andere Wissenschaftler weisen daraufhin, dass Gene nicht _fest_ sondern veränderbar sind. D.d. sie passen sich den Lebensumständen an. Siehe Living with the fluid Genome von Dr. Mae-Wan Ho.

Wenn die Lebensführung der Tochter einer an Krebs erkrankten Mutter wesentlich gesünder und risikoärmer ist, dann kann die Tochter ihre Chancen an Krebs zu erkranken, verringern.

Zu den nicht untersuchten Risikofaktoren der MARIE-Studie gehört der Vitamin D Mangel. International ist unbestritten, dass ein guter Vitamin D Spiegel im Blut das Risiko an Brustkrebs zu erkanken um fast 70 Prozent reduzieren kann. Warum dieser - wichtigste - Risikofaktor in der Studie ausser acht gelassen wurde, steht als Frge im Raum.. Auch zu Studienbeginn muss in der Wissenschatswelt der Einfluss von Vitamin D ( Sonnenschein ) auf verschriedene Krebsarten bekannt gewesen sein.

Ausreichend Vitamin D kann nicht aus der Nahrung aufgenommen werden, sie enthält einfach zu wenig davon. Für Menschen, die näher am Äquator wohnen, ist die Möglichkeit zu Sonnenbädern besser als in Deutschland. Durch unseren verringerten Aufenthalt im Freien, durch Verwendung von sunblockern und durch die Vermeidung der Vitamin-D-bildenden Mittagssonne schränken wir die Möglichkeiten unserer Haut stark ein Vitamin D zu bilden. Daher ist es wichtig den 25-OHD - Spiegel untersuchen zu lassen, die Untersuchung kostet ca. 30 Euro und dann mit Hilfe eines geschulten Therapeuten das fehlende Vitamin D aufzusättigen. Siehe vitamindelta.de und Heilkraft-D.de

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