Lärm-App soll Smartphone-Besitzer vor Hörproblemen schützen
23.12.2012 | 08:46 Uhr 2012-12-23T08:46:00+0100
Berlin. Hörprobleme schon in jungem Alter entstehen. Daher hat der HNO-Berufsverband nun eine Lärm-App herausgegeben, mit der Smartphone-Besitzer den Schallpegel ihrer Umgebung messen können. Außerdem hat der Verband Tipps, wie man sich im Alltag vor Lärm schützen kann.
Ständige Geräusche setzen Gehör und Körper unter Stress, deshalb sind Ruhephasen notwendig. "Besonders wichtig ist eine Lärmpause nach einer Extrembeschallung wie einem Club-Besuch, einem Konzert oder einer Veranstaltung in der Sporthalle. Das Gehör sollte sich für acht bis zehn Stunden erholen dürfen", sagt Joachim Wichmann, stellvertretender Präsident des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte.
Erholen heißt: kein MP3-Player , kein laufender Fernseher, auch keine Musik oder kein Radio im Hintergrund, möglichst nicht oder nur kurz telefonieren, kein Staubsauger-Lärm und keine lauten Unterhaltungen in der Gruppe.
"Vielen Menschen ist nicht mehr bewusst, dass im Hintergrund ständig Lärm ist. Sie sind den Verkehrslärm und den privaten Trubel gewohnt", betont Wichmann. Doch eine permanente Geräuschkulisse setzt Gehör und Körper unter Stress.
Ob Rockmusik, die neuesten Charts, bassige Beats oder Hip-Hop. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben gerne und ständig Musik in den Ohren. Dabei weichen die über lange Jahre trendigen winzigkleinen Plastikstöpsel inzwischen mehr und mehr schrillbunten Hörpolstern mit hoher Klangqualität.
Kopfhörer verleiten zu lautem Musikhören
Mit der kostenlosen Lärm-App, die vom HNO-Berufsverband herausgegeben wird, können Smartphone-Besitzer den Schallpegel in ihrer Umgebung messen und damit die akute Lärmbelastung besser einschätzen.
Gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen müsse klar gemacht werden, dass Hörprobleme schon durch Lärmbelastung in jungen Jahren verursacht werden könnten. "Deswegen sollte das Nutzen von MP3-Playern auf maximal 1,5 Stunden begrenzt werden - bei mäßiger Lautstärke, bei etwa 55-60dB", rät Wichmann. (dapd)
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