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Kritik an "Happy Meal"-Kinderbüchern bei McDonalds

04.09.2012 | 11:55 Uhr
Kritik an "Happy Meal"-Kinderbüchern bei McDonalds
Drei der Titel, die es im September bei McDonald's zum Happy Meal gibt.Foto: McDonalds/Yves Bagros

Essen.   Bis Ende September gibt es zum Happy Meal bei McDonalds kein billiges Spielzeug als Beigabe, sondern eins von acht populären Kinderbüchern. Wer grundsätzlich etwas gegen die schädlichen Auswirkungen von Fastfood hat, wird auch diese Aktion nicht gut finden. Foodwatch zum Beispiel.

„Connie geht in den Zoo“, „Der kleine Drache Kokosnuss“, „Was ist Was?“-Bände, die „Vampirschwestern“ und eine extra für den „Happy Meal“-Nachtisch geschriebene Geschichte gehen noch bis zum 27. September viermillionenfach über den Tresen des viel geschmähten „Hamburger-Bräters“ McDonalds. Eltern kennen die Bücher für Drei- bis Achtjährige als anspruchslose Standardliteratur fürs Kinderzimmer. Was die Buchverteilung wirklich kostet, darüber herrscht Stillschweigen zwischen „dem Mäc“ und den beteiligten Verlagen.

Normalerweise setzt McDonald’s auf Quengelware im Stil von sehr billig gemachten Plastikspielzeug aus populären Kinofilmen für Kids. Vieles davon blinkt und plinkt und müsste wegen seiner fest eingebauten Batterien nach einer kurzen Karriere im Kinderzimmer eigentlich als Sondermüll entsorgt werden, was aber selten passiert.

Buch-Aktion wird von der Stiftung Lesen unterstützt

Somit kann man grundsätzlich schwer etwas gegen ein Buch zum Meal haben, genauso wenig, wie sich ein Ronald McDonald-Kinderhaus als Werk des Bösen brandmarken lässt. Wobei sich die US-Fastfoodkette auch die Unterstützung der unverdächtigen Stiftung Lesen für seine Werbeaktion gesichert hat.

Foodwatch sieht dies anders und hat die Stiftung Lesen in einem langen offenen Brief dazu aufgefordert, die Kooperation einzustellen. Man mache sich an der Fehlernäherung durch Fastfood mitschuldig. Anfang des Jahres kritisierte der Chef einer Kampagne für gesunde Kinderernährung eine ähnliche McDonals’s-Aktion in Großbritannien als „unangemessene Marketing-Strategie“. In anderen europäischen Ländern läuft das Buch zum Nachtisch schon seit Jahren.

Die Stiftung Lesen reagierte bewusst zurückhaltend auf die harte Kritik von Foodwatch. „Es war uns bewusst, dass die Aktion für Kontroversen sorgen wird“, sagte Bettina Müller, die für Kommunikation Verantwortliche der Stiftung, „Wir sind aber der Meinung, dass man angesichts der erschreckend hohen Zahl von Analphabeten auch ungewöhnliche Wege gehen muss.“ „Leseförderung mal anders“ heißt das auf der Internetseite der Stiftung, und ein bisschen klingt dies nach Entschuldigung.

Gerd Heidecke



Kommentare
05.09.2012
07:55
Kritik an
von ProSnew | #7

Warum hagelt es da kritik wenn mc donalds enich mal was gutes macht?

gegen das tv programm von rtl gibt es keine organisation, rtl ist viel schädlicher für kinder!

04.09.2012
19:07
Kritik an
von dummmberger | #6

Also ich hätte eher ein Problem damit, wenn Thalia zu jedem verkauften Kinderbuch einen Hamburger mitgeben würde.

1 Antwort
Kritik an
von autofreak | #6-1

Außerdem:
Hurra, endlich ein Buch zu Hause, jetzt haben wir schon 2!!!

04.09.2012
19:02
besser als son Plastiksch...
von littletiger | #5

Zu Mc Donald´s gehen Kinder so oder so und viele von denen haben sicher keine Regal voll Bücher zu Hause stehen.

Ich finde es gut!

04.09.2012
18:41
Foodwatch kritisiert Buchaktion
von autofreak | #4

Ich halte mich mit einem Kommentar noch zurück, weil die Statements von PETA, Greenpeace, Alice Schwarzer, Clint Eastwood und vor allem Oliver Kahn noch nicht veröffentlicht sind.
Erst dann kann ich mir vermutlich eine Meinung bilden.
Bis dahin gehe ich nur noch zu BK, da muß ich nix lesen, die Speisekarte ist bebildert, da kann ich draufzeigen....

04.09.2012
17:22
Kritik an
von scotsman | #3

Wenn die Kinder dadurch mal öfter ein Buch in die Hand nehmen,warum nicht?Mit der Juniortüte ist es wie mit allen anderen Dingen auch.Ab und zu kann man es sich erlauben.Diese ständigen Bevormundungen von irgendwelchen Organisationen oder Parteien nerven nur noch.

04.09.2012
13:11
Kritik an
von gehmirwech | #2

Lächerlich!
Da wird einmal (!) was Gescheites zu einem Happy-Meal dazugegeben und jetzt wird Kritik geübt?

Kritik gebührt den Eltern, die mit ihren Blagen jeden Tag dort essen gehen - nicht McDonalds, die endlich mal was für die Bildung tun.

1 Antwort
Kritik an
von ausNV | #2-1

so sehe ich das auch. McDonalds ist nicht dafür verantwortlich, dass es Eltern gibt, die ihren Kindern keine vernünftige Mahlzeit auf den Tisch stellen. Aber es ist eben Mode geworden in unserer Gesellschaft immer andere für die eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen.

Hin und wieder zu McDonalds gehen und dann auch noch ein Buch bekommen, ist doch nicht schlimm. Solange es eine Ausnahme bleibt und man Kindern erklärt, warum man Burger und Pommes nicht jeden Tag essen sollte, wird ihnen der Mäkkes Besuch nicht schaden. Wir sind früher mit unseren Eltern auch hin und wieder Essen gegangen. Nicht bei Mäkkes, sondern gutbürgerlich. Und was haben wir Kurzen da gegessen? Ja klar, Pommes ;)

04.09.2012
12:55
Kritik an
von tom009 | #1

foodwatch übt kritik....

jaja aber alle mitarbeiter von foodwatch ernähren sich vorbildlich gesund....
kaufen keine fertigprodukte und kochen jeden tag frisch.....

ich lach mich gerade schief.

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