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Krebsrisiko

Krebsverdacht - 30.000 Frauen in Frankreich sollen PIP-Brustimplantate entfernen lassen

20.12.2011 | 13:14 Uhr
Krebsverdacht - 30.000 Frauen in Frankreich sollen PIP-Brustimplantate entfernen lassen
30.000 Frauen in Frankreich wurden offenbar defekte Brustimplantate eingesetzt, die jetzt wieder entfernt werden sollen.

Paris.  Nach mehreren Krebsfällen ruft die französische Gesundheitsbehörde 30.000 Frauen auf, Brustimplantate der Firma PIP entfernen zu lassen. PIP-Produkte wurden auch in Deutschland verkauft. Die Firma soll zur Herstellung ein "hausgemachtes Gel" verwendet haben - zehn Mal billiger als der übliche Stoff.

Nach mehreren Krebsfällen sollen sich 30.000 Frauen in Frankreich ihre Brustimplantate wieder entfernen lassen. Die französischen Gesundheitsbehörden wollten bis Ende der Woche einen entsprechenden Aufruf starten, berichtete die Zeitung "Libération" am Dienstag.

Regierungssprecherin Valérie Pécresse sagte dazu lediglich, die Regierung werde ihren Aktionsplan bis Ende der Woche bekanntgeben. Sie hob aber zugleich hervor: "Alle Frauen mit PIP-Prothesen sollten dringend ihren Chirurgen aufsuchen." Mindestens acht Krebsfälle sind bei Patientinnen aufgetreten, die defekte Brustimplantate aus Silikon der Firma PIP eingesetzt bekommen hatten. Dies hatte Mitte Dezember ein Vertreter des Gesundheitsministeriums mitgeteilt.

Firma verwendete "hausgemachtes Gel"

Der französischen Justiz in Marseille liegen bereits mehr als 2000 Beschwerden von Frauen mit den Brustimplantaten vor. Zwei Frauen sollen daran bereits gestorben sein. Untersucht wird der Vorwurf der Körperverletzung sowie der fahrlässigen Tötung. Die südfranzösische Firma PIP, die die fehlerhaften Implantate herstellte, existiert seit dem Jahr 2010 nicht mehr. Sie hatte 80 Prozent ihrer Prothesen ins Ausland exportiert.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hatte im April 2010 vor den Produkten gewarnt, die auch in Deutschland verkauft wurden. Bereits damals hatten die französischen Behörden den Vertrieb und die weitere Verwendung der Silikongel-gefüllten Brustimplantate untersagt. Die französischen Behörden hatten festgestellt, dass die meisten Brustimplantate des Herstellers PIP, die seit 2001 hergestellt wurden, nicht mit dem ursprünglich vorgesehenen Silikongel gefüllt waren.

Staatsanwalt Jacques Dallest hatte in Marseille gesagt, die Firma habe stattdessen ein "hausgemachtes Gel" verwendet, wodurch das Risiko von Rissen bei den Implantaten und in der Folge auch von Entzündungen erhöht sei. Das verwendete Gel sei zehn Mal billiger als ein ordnungsgemäßes Gel gewesen. Dadurch habe die Firma PIP rund eine Million Euro jährlich gespart.

520 PIP-Prothesen bereits entfernt

80 Prozent der betroffenen Frauen in Frankreich hatten sich die Silikon-Implantate aus ästhetischen Gründen einsetzen lassen, 20 Prozent nach einem Brustkrebs , wie die französische Behörde für die Sicherheit von Medizinprodukten (Afssaps) bekanntgegeben hatte.

Regierungssprecherin Pécresse sagte dem Sender LCI, dass derzeit noch der Prozess der Evaluierung angesichts des Krebsrisikos laufe. Sollte sich am Ende aber herausstellen, dass aus medizinischen Gründen dringend noch einmal operiert werden müsse, dann würden die Kosten von der staatlichen Krankenkasse übernommen. Seit März 2010 wurden bereits mehr als 520 PIP-Prothesen wieder entfernt. (afp)

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Kommentare
21.12.2011
01:25
Krebsverdacht - 30.000 Frauen in Frankreich sollen PIP-Brustimplantate entfernen lassen
von heidelbergensis | #5

Ihr merkt hier wirklich nichts mehr,es werden immer weniger User und ihr löscht die harmlosesten Kommentare.
Mal etwas weniger ins Glas gucken,dass schärft dann die Sinne

1 Antwort
Krebsverdacht - 30.000 Frauen in Frankreich sollen PIP-Brustimplantate entfernen lassen
von Bronkhorst | #5-1

Bin ganz Ihrer Meinung

20.12.2011
19:13
Krebsverdacht - 30.000 Frauen in Frankreich sollen PIP-Brustimplantate entfernen lassen
von Elfentraum | #4

Also wenn sich sich operieren lässt, ohne medizinischen Grund (z.B. Schönheitsideal), dann habe ich kein Verständnis dafür, dass die Kasse bzw. die Gemeinschaft für die Folgeschäden aufkommen soll. Und wieso wird da eigentlich nicht die Firma in Haftung genommen, die das Produkt hergestellt hat?

20.12.2011
17:40
Blockierter Kommentar.
von Bronkhorst | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.12.2011
17:31
Blockierter Kommentar.
von heidelbergensis | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.12.2011
15:02
Brustimplantate
von oldbaer | #1

Dann doch lieber natürliche Möpse, auch wenn sie hängen. Das ist wenigstens Natur ohne Risiken.

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