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Kleiner Teil der EHEC-Erkrankten leidet noch immer an Spätfolgen

20.01.2012 | 11:45 Uhr
Kleiner Teil der EHEC-Erkrankten leidet noch immer an Spätfolgen
Bei den meisten ist die EHEC-Seuche aus dem vergangenen Sommer schon in Vergessenheit geraten. Bei den Patienten jedoch, die immer noch mit Spätfolgen zu kämpfen haben, sicher nicht.Foto: getty

Berlin.  In der Regel sind die Opfer von Darmerreger EHEC wieder komplett gesund. Einige Patienten, die an der agressiveren Variante HUS erkrankt sind, haben allerdings Spätfolgen davongetragen. Die Medizin habe aus der Epidemie im Sommer jedoch ihre Lehren gezogen.

Die meisten der im Sommer 2011 am Darmerreger EHEC erkrankten Menschen sind wieder völlig gesund. Nur wenige der 4.800 Betroffenen, die sich 2011 in Deutschland infiziert hatten, seien noch in Behandlung, sagte Joachim Röther, Vize-Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), am Mittwoch in Berlin bei einer Tagung von Neurologen. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) seien von den 4.800 EHEC-Infizierten etwa 3.800 der von Sprossen ausgelösten Epidemie zuzuordnen, da jedes Jahr 1.000 Patienten an EHEC erkranken.

Ein niedriger Prozentsatz der rund 850 Menschen, die im Sommer nach EHEC an dem aggressiveren HUS erkrankten, habe bleibende neurologische Schäden davongetragen, sagte Röther. Sie litten etwa an Bewegungs- oder Sprachstörungen. HUS, das hämolytisch-urämische Syndrom, ist der schwere Krankheitsverlauf von EHEC und verursacht Nierenschäden. 53 EHEC-Erkrankte, darunter 35 HUS-Patienten starben bundesweit.

Ehec unter der Lupe

Medizin zieht Lehren

Die Medizin habe aus der EHEC-Epidemie, die durch importierte Bockshornkleesamen aus Ägypten ausgelöst wurde, Lehren gezogen, sagte Röther. "Wir haben ein neues Krankheitsbild kennengelernt, das wir nun schneller diagnostizieren können." Vor allem Blutwäsche habe sich als Therapie bewährt.

Eine weitere Lehre sei, dass nach der Diagnose von EHEC Neurologen hinzugezogen werden müssen. Auch Patienten, die nicht intensivmedizinisch betreut werden müssen, könnten durch die Krankheit neurologisch beeinträchtigt werden. (dapd)

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