Kinder zeigen andere Symptome bei Depressionen

Depressionen äußern sich bei Kindern und Jugendlichen anders als bei Erwachsenen.
Depressionen äußern sich bei Kindern und Jugendlichen anders als bei Erwachsenen.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Depressionen können bei Kindern und Jugendlichen jeden Alters auftreten. Etwa vier Prozent der Grundschulkinder und acht Prozent der Jugendlichen sind betroffen. Allerdings äußern sich die Symptome anders als bei Erwachsenen. Eltern sollten depressive Störungen bei ihrem Kind behandeln lassen.

Bern.. Kinder und Jugendliche jeden Alters können Depressionen entwickeln. Jedoch äußern sie sich anders als bei Erwachsenen. Schätzungsweise bis zu vier Prozent der Grundschulkinder und bis zu acht Prozent der Jugendlichen in den westlichen Industrieländern sind von depressiven Störungen betroffen. Meist sind depressive Episoden bei Jugendlichen kürzer als im Erwachsenenalter. Dennoch müssen sie auf jeden Fall behandelt werden, sonst drohen später aus den Episoden chronische Depressionen zu werden, erklärt die Schweizerische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP) mit Sitz in Bern.

Besorgte Eltern können nicht immer die Gefühlslage ihrer Kinder richtig einschätzen. Den Kindern fällt es meist schwer, sich mit Worten über ihre Befindlichkeiten zu äußern. Umso wichtiger ist es, Änderungen des kindlichen Verhaltens als ein Alarmzeichen wahrzunehmen. 'Bei Kleinkindern stehen häufig körperliche Symptome wie Appetitlosigkeit und Schlafstörungen sowie auch Inaktivität bis zu apathischem Verhalten im Vordergrund', berichtet Professor Alain Di Gallo, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel in der Schweiz.

Verlust der Spielfreude ist Warnzeichen

'Bei Vorschulkindern können Bauchschmerzen und Schlafstörungen sowie Reizbarkeit und eine labile Stimmungslage Anzeichen einer depressiven Erkrankung sein. Der Verlust der Spielfreude ist immer ein Warnzeichen. Oft nimmt ihr Interesse am Alltag ab und sie werden kontaktärmer. Auch kann die Schulleistung abnehmen und erste Selbstmordgedanken können auftreten'. Als Ursache für die Entwicklung einer kindlichen Depression werden unter anderem genetische Voraussetzungen und negative Lebensereignisse angenommen.

Kinder mit genetischem Risiko erkranken in einer ungünstigen psychosozialen Umgebung häufiger an Depressionen. Psychosoziale Risikofaktoren sind etwa psychische Erkrankungen der Eltern sowie Vernachlässigung und Misshandlung, aber auch Kommunikationsprobleme in der Familie. www.kinderpsychiater-im-netz.org (mp)