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Ernährung

Jeder zehnte Deutsche verzichtet beim Essen auf Fleisch

16.10.2012 | 08:45 Uhr
Jeder zehnte Deutsche verzichtet beim Essen auf Fleisch
Immer mehr Deutsche essen weniger Fleisch und plündern dafür häufiger den Gemüsegang im Supermarkt.Foto: dapd.

Berlin.  Immer mehr Deutsche entscheiden sich für eine gesündere und ethisch korrekte Ernährung. Grund dafür sollen unter anderem die letzten Lebensmittelskandale sein. Bei den älteren Vegetariern geht es eher um die Gesundheit, jüngere haben oft moralische Bedenken.

Fleischlose Ernährung wird in Deutschland offenbar immer beliebter. Die Zahl der Vegetarier nahm in den vergangenen Jahren nach Angaben ihres Dachverbandes auf sieben bis acht Millionen zu. Damit verzichte etwa jeder zehnte Deutsche auf Wurst, Speck und T-Bone-Steak, sagte Larissa Albrecht vom Vegetarierbund Deutschland in Berlin anlässlich des (morgigen) Welternährungstages.

Die Organisation weist angesichts Millionen Hungernder Menschen auch auf den hohen Verbrauch von Wasser und Ackerfläche für die Viehzucht hin. Der Vegetarierbund verzeichnet einen wachsenden Zuspruch aus der Bevölkerung. "Das ist explodiert in den vergangenen drei Jahren", sagte Albrecht. Viele Menschen seien durch Bücher von bekennenden Vegetariern - wie etwa Jonathan Safran Foers "Tiere essen" - auf das Thema aufmerksam geworden.

Zu den Veröffentlichungen seien in den vergangenen Jahren auch immer wieder Lebensmittelskandale gekommen, die viele Menschen zum Umdenken bewegt hätten. Die Organisation selbst hat nach eigenen Angaben rund 7.000 Anhänger und gewann allein im vergangenen Jahr 40 Prozent neue Mitglieder.

Jüngeren Vegetariern geht es meist um die Moral

Die Entscheidung gegen Fleisch - oder im Falle von Veganern sogar gegen tierische Produkte allgemein - kann verschiedene Gründe haben, erläuterte Albrecht: "Junge Leute entscheiden sich hauptsächlich aus ethischen Gründen für die vegetarische Ernährung. Viele Ältere machen es aus gesundheitlichen Gründen."

Wer auf Fleisch verzichte, nehme etwa deutlich weniger gesättigte Fettsäuren zu sich. Fleischkonsum ist nach Ansicht des Vegetarierbundes mit verantwortlich für den Klimawandel - und auch für das Hungerproblem. So werde 80 Prozent des angebauten Sojas als Futter für Tiere verwendet. Auf der Ackerfläche könnten aber auch andere Pflanzen für den direkten Verzehr angebaut werden.

Hunderte Millionen Menschen hungern

Die Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht von 868 Millionen Menschen weltweit aus, die unterernährt sind. Das ist mehr als das Zehnfache der Einwohnerzahl Deutschlands. Die FAO ermutigt anlässlich des Welternährungstages Kleinbauern in Staaten mit knappen Lebensmitteln, sich in Genossenschaften zu organisieren.

Zusammenschlüsse von Bauern in Genossenschaften können nach Meinung des FAO-Generaldirektors José Graziano da Silva helfen, das Hungerproblem teilweise zu lösen. In der Gemeinschaft könnten Farmer Kosten reduzieren und ihre Interessen besser gegenüber der Politik äußern. Der Welternährungstag findet jährlich am 16. Oktober statt. An diesem Datum wurde 1945 die FAO gegründet. (dapd)

Kommentare
17.10.2012
15:23
Jeder zehnte Deutsche verzichtet beim Essen auf Fleisch
von HerrJensen | #11

Schauen sie sich vor ihrem nächsten Steak mal folgenden Film an. DIese sind nicht die Ausnahme sondern der Standard:...
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7195702
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2012-10-16 08:45
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