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Jeder dritte Deutsche fühlt sich vom Arzt nicht gut betreut

15.01.2013 | 11:45 Uhr
Jeder dritte Deutsche fühlt sich vom Arzt nicht gut betreut
Viele Patienten sind der Meinung, dass ihr Arzt zu wenig Zeit für sie hat.Foto: Getty

Berlin.  Eine Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK belegt, dass fast 30 Prozent der Patienten mit der Zeit, die ihr Arzt für sie aufbringt, nicht zufrieden ist. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Sachverständigenrats Gesundheit, sieht den Fehler im System und fordert ein neues Vergütungsschema.

Viele Deutsche fühlen sich einer Umfrage zufolge von ihrem Arzt nicht gut betreut. Fast 30 Prozent der Befragten gaben an, dass die Zeit, die ihnen ihr Arzt widmet, zu kurz sei, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK.

Tendenziell seien eher ältere und alleinstehende Menschen sowie mehr Frauen als Männer dieser Ansicht. Im Schnitt schätzen die Deutschen die Dauer ihrer letzten Sprechstunde beim Arzt auf elf Minuten. Bei 20 Prozent der insgesamt 1000 Befragten waren es 15 Minuten. Jeder fünfte geht jedoch davon aus, dass sich sein Arzt lediglich fünf Minuten Zeit für ihn genommen hat.

Neues Vergütungssystem gefordert

Gesundheitsökonom Peter Oberender führt den Zeitmangel der Mediziner auf falsche Anreize zurück. Aufgrund der pauschalisierten Vergütung hielten die Ärzte den Gesprächsanteil oft möglichst kurz, sagte er der Zeitung. Stattdessen würden dann lieber Geräte oder andere Behandlungsmethoden eingesetzt, die zusätzlich abgerechnet werden könnten.

Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit, Ferdinand Gerlach, sieht den Fehler im System. "Um Umsatz und Gewinn zu machen, sind Ärzte letztlich gezwungen, so viele Patienten wie möglich einzubestellen", sagte er und forderte ein neues Vergütungssystem, das "den Einsatz für die Gesundung der Patienten belohnt". Ein Schwerpunkt müsse auf Prävention und Früherkennung liegen. (dapd)



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