Immer mehr Rentner nehmen Drogen und dealen
03.08.2011 | 12:12 Uhr 2011-08-03T12:12:00+0200
An Rhein und Ruhr.Immer mehr Rentner nehmen nicht nur Drogen, sondern verkaufen sie auch. Eine 75-Jährige baute Cannabis auf dem Balkon an, ein 69-Jähriger steht wegen Dealens vor Gericht. NRW-Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) hat „das Problem erkannt“.
„Valium“, rät der Arzt telefonisch dem leicht verwirrten Bildhauer am anderen Ende der Leitung, „nimm Valium, das hilft dir!“ Dem 73-Jährigen hat es geholfen. Dabei war es nicht das erste Mal, dass er ein Plätzchen zu viel zu sich nahm. Eins von den vielen, in deren Teig er Marihuana gemischt hatte. Er wohnt in einer Künstlerkolonie im Duisburger Süden - und dort konsumiert nicht nur er zwischendurch mal Haschisch. Der 73-Jährige konnte seine kleine Konfusion mit einer Tablette beruhigen.
Kein Konsument, sondern ein Verkäufer ist dagegen Mitte Juli der Polizei in Köln ins Netz gegangen. Der 71-Jährige stand im Volksgartenpark und verkaufte dort Marihuana. Laut Polizeiprotokoll wirkte er „recht gelassen“ – zumal der Routinier auch „nicht zum ersten Mal“ wegen Drogenhandels aufgefallen war.
Alter, das weiß der Volksmund, schützt vor Torheit nicht. Die Statistik des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) stimmt dem zu: Vor gerade mal zehn Jahren gab es gegen über 60-Jährige noch 74 Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Inzwischen sind es 177. Davon sind 146 Männer betroffen. Rentner im Rausch? Immerhin: NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat „das Problem erkannt“, sie wird in absehbarer Zeit ein „Konzept gegen Sucht“ vorlegen und dazu einen „Aktionsplan“. Die Motive der Menschen im Oma- und Opa-Alter sind selbst für Fachleute nur schwer ausfindig zu machen.
Cannabis in kleinen Tütchen
Der 71-Jährige in Köln handelte im Volksgarten mit dem Hanfprodukt in kleinen Tütchen. Seinem Geständnis zufolge wollte er mit dem Erlös seine Schulden abtragen. Was eine 75-Jährige in Düsseldorf bewegte, auf ihrem heimischen Balkon Cannabis anzupflanzen , ließ die Polizei im Dunkeln. Fest steht: Die Beamten fanden 70 bis zu 1,30 Meter große Pflanzen.
Der aufsehenerregendste Fall von drogenverkaufenden Rentnern spielte sich allerdings im Jahr 2010 vor dem Wuppertaler Landgericht ab: Dort stand mit der 85-jährigen Hannelore M. Deutschlands wohl älteste Drogendealerin vor Gericht. Sie hatte gemeinsam mit ihrem 50 Jahre alten Sohn und ihrem 28-jährigen Enkel seit März 2008 mit Heroin gehandelt und es an ihrem damaligen Wohnort in Solingen verkauft.
„Die jungen Täter werden eben auch älter“
„Das Thema ist da“, sagt Gaby Schnell von der nordrhein-westfälischen Landesseniorenvertretung. Neben Alkohol und Tabletten greifen zunehmend ergraute Weise zu Ecstasy, Heroin oder Haschisch. „Vielleicht ist das die Macht der Gewohnheit?“, vermutet sie. Frank Scheulen, Sprecher des Landeskriminalamts, meint, der demografische Wandel werde auch hier deutlich: „Die jungen Täter werden eben auch älter, und viele sind offenbar durch das Leben nicht geläutert worden.“
Diese Ansicht teilt aus medizinischer Sicht auch Christa Roth-Sackenheim: „Die Drogenkranken werden einfach älter“. Die Fachärztin und Sprecherin des Berufsverbandes Deutscher Psychiater sieht ein Veteranen-Phänomen wachsen. „Die Junkies können bei unserer modernen Heilkunde länger überleben.“ Und fürsorglich fügt sie hinzu: „Für eine Entzugstherapie ist es nie zu spät!“
21:21
Was sollen die Rentner auch sonst machen?
Die Rente die die meisten bekommen ist zum Sterben zuviel und zum Leben zu wenig. Also muss die Zeit doch durch Drogen abgekürzt werden.....
06:53
Wundert mich gar nicht. Die Renten werden immer kleiner, dafür wird alles andere teurer.
Bevor die Katzenfutter zum Mittagessen servieren müssen bessern sie halt ihre Rente auf.
Und Abnehmer haben sie bestimmt genug
Vielleicht sollte man mal damit beginnen, das eigentliche Problem zu lösen
20:57
Warum kontrollieren keine Drogenhunde die Toiletten im Bundestag???
Die meisten Abgeordneten sind ja fast im Rentenalter.......
20:42
Liebe Frau Christa Roth-Sackenheim.
Mein Vorschlag: Entzugstherapie für Korrupte Politiker,Geldgierige Banker u.s.w.
19:51
Die Renten hängen seit 2001 um 20 % zurück, das werden auch die heutigen Beitragszahler bei ihrem späteren Renteneintritt zu spüren bekommen; wer die erschreckende Gewißheit oder Aussicht hat, von seinem letzten Arbeitsbrutto um 40 % an Rente zu bekommen, der - ich billige das aber keinesfalls - kann das weitere Leben offensichtlich nur unter Drogen ertragen ...
19:40
#32 Was heißt dennDas Recht der Jugend?Solange die Politiker glauben das es nur jugendliche Konsumenten gibt wird sich nichts ändern.
19:32
Die verkaufen kleine Tüten, andere dicke Panzer. Wer ist denn da der größere Bösewicht?
19:02
In dem Artikel ist nicht die Rede davon, dass die Renter Erstkonsumenten sind, also haben sie wohl auch schon vor dem Eintritt ins Rentenalter Drogen genommen ... interessant, dass man auch mit dem Genuss von Drogen so alt werden kann ...
ansonsten: http://www.toonpool.com/user/463/files/kifferoma_112425.jpg
(der Link ist tatsächlich ein Beitrag zum Thema und KEINE Werbung !)
18:52
Hervorragend recherchierter Artikel, strotzt geradezu von Hintergrundwissen! Ausgesprochen wegweisend!
Hier noch ein schönes Video von Kurt Krömer und Sido zum Thema:
http://www.youtube.com/watch?v=NjJCnglsCJg
18:28
Was erdreisten die Senioren sich - das ist das Recht der Jugend!!
Aber was soll es, früher lachten die auch über die bunten Punker und heute laufen die Omis mit grünen und roten Haaren rum !!!