Gesundheit
Immer mehr Nahrungsmittelallergiker
31.08.2010 | 10:08 Uhr 2010-08-31T10:08:00+0200
Erfurt.Die Anzahl an Nahrungsmittelallergien nimmt weiter zu. Etwa fünf Prozent der Deutschen müssen wegen einer Allergie auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten.Ursache sei oft eine übertriebene Hygiene, warnen Experten.
Bevor Viktoria Hellmold irgendetwas isst, studiert sie erst die Zutatenliste. Vor zwei Jahren hatte ein allergischer Schock an der Kaffeetafel die 41-Jährige Lehrerin aus Erfurt in Todesangst versetzt. Aus Angst vor einem weiteren Notfall meidet sie seitdem fast alles, was ihr früher gut geschmeckt hat - Pizza, Schokoriegel und Kuchen. So wie Viktoria leiden immer mehr Menschen unter Nahrungsmittelallergien.
„Diese Überreaktionen des Immunsystems nehmen tatsächlich zu“, bestätigt Gerhard Jahreis, Professor am Institut für Ernährungsmedizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Vor allem in Ostdeutschland ist die Zahl der Betroffenen deutlich nach oben gegangen.“ Ursache dafür sieht er in den geänderten Ernährungsgewohnheiten, dem steigenden Angebot an verarbeiteten Lebensmitteln und einem Lebensstil mit übertriebener Hygiene.
Etwa fünf Prozent der Bundesbürger müssen wegen einer Allergie auf bestimmte Lebensmittel verzichten.
Allergiker reagieren auf Eiweiß
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind die meisten Betroffenen gegen drei bis zehn Stoffe allergisch. Auslöser sind meist Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja, Erdnuss und Fisch. Etwa 2.000 Allergene sind bekannt. „Dabei reagieren Allergiker immer auf das in den Lebensmitteln enthaltene Eiweiß“, sagt Jahreis. Eine Allergie auf Fette und Kohlenhydrate wurde bislang nicht nachgewiesen.
Etwa die Hälfte der Pollenallergiker leidet später auch unter einer Nahrungsmittelallergie. Es kommt zu einer immunologischen Kreuzreaktion, weil Obst, Gemüse oder Nüsse in ihrer Eiweißstruktur den Pollen ähnlich sind. So reagieren Birkenpollenallergiker sensibel auf Äpfel.
Noch nicht alle Mechanismen bekannt
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend selbst auf kleinste Mengen einer Fremdsubstanz. Entscheidet sich das Immunsystem aufgrund einer Fehlsteuerung dafür, beispielsweise Kuhmilch nicht als harmlos, sondern gefährlich einzustufen, bildet es bestimmte Antikörper gegen Kuhmilch, die Immunglobuline der Klasse E. Wovon es abhängt, ob der Körper sich für die Tolerierung oder die Sensibilisierung entscheidet, versteht die Wissenschaft bis heute nur teilweise.
Beschwerden allergischer Reaktionen sind:
• Hautausschläge
• starkes Kratzen im Hals
• Übelkeit
• Erbrechen
In schweren Fällen kommt es zu Asthma-Attacken oder sogar zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock. Die allergische Reaktion kommt meist nicht von heute auf morgen, sondern erfolgt nach wiederholtem Kontakt mit dem Lebensmittel. Manchmal kann sie erst Jahre später auftreten. „Die Suche nach dem Auslöser ist deshalb oft schwierig“, erklärt der Jenaer Ernährungsmediziner. Eine pauschale Diät oder ein langes Herumexperimentieren belastet die Betroffenen sehr.
Nicht jede Unverträglichkeit ist Allergie
Allerdings ist auch nicht jede Unverträglichkeit von Lebensmitteln eine Allergie. So kann der Körper wegen Störungen des Stoffwechsels, Giftstoffen oder einer Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel Reaktionen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Hautveränderungen zeigen. „Eine Unverträglichkeit zieht aber keinen allergischen Schock nach sich“, sagt Jahreis. Zweifelsfrei wird eine Lebensmittelallergie mit dem Vorhandensein der Immunglobuline der Klasse E nachgewiesen. Auch eine Nahrungsmittelintoleranz, die häufig die gleichen Symptome hat wie allergische Reaktionen, lässt sich beim Allergietest nachweisen. Bei Intoleranzen kommt es auf die Dosierung des auslösenden Stoffes an, beispielsweise der Sulfite beim Wein oder der Laktose in der Milch.
Um langes Leiden und unnötige Ängste zu vermeiden, ist eine umfassende Diagnostik sehr wichtig. Per Blut- oder Hauttest wird ermittelt, auf welche Lebensmittel das Immunsystem reagiert. Behandelt wird die Allergie grundsätzlich mit dem Meiden des Auslösers. Die Hyposensibilisierung kann bei Kreuzallergien helfen. Durch die wiederholte Gabe geringster Allergenmengen, die bei Verträglichkeit schrittweise gesteigert wird, kann die Allergiebereitschaft herabgesetzt werden.
Das Immunsystem vorbeugend trainieren
Um Allergien vorzubeugen, empfiehlt die Münchner Ernährungstherapeutin Imke Reese, den menschlichen Körper von Geburt an durch Konfrontation mit allergieauslösenden Stoffen an eine normale Immunreaktion zu gewöhnen. „Entgegen der häufigen Annahme führen Verbote und Verzicht nicht oder nur selten zur Verhinderung von allergischen Erkrankungen“, sagt Reese. Schwangere sollten aus Angst vor späteren Allergen beim Kind nicht auf wertvolle Lebensmittel wie Milch, Fisch, Eier und Nüsse verzichten, weil das Kind diese Nahrungsmittel dann später beim direkten Kontakt bereits kennt und nicht als gefährlich ansieht.“ (apn)
09:40
Ich schätze mal, dass die unzählgen Cemiekoctails und der hohe versteckte Anteil von Gentechnisch veränderten Lebensmitteln die Ursache dafür sind.
Vor 20 Jahren gab es diese Symtome eher selten bis garnicht.
21:56
@ mario 29
Stimme Dir zu.
Dazu kommt aber noch das viele krank sein wollen.
Ich bin Allergiker wie oft habe ich das schon gehört.
Mein Körper verträgt alles. Da setze ich die Leheren von Bruker auch nur ausreichend um.
Alles nur körperlich zu sehen ist auch einseitig.
19:11
Inga ältere haben noch naturnahere Lebensmittel gegessen. Da wurde der Teig fürs Brot im Laden angerührt und binnen weniger Stunden verkauft. Wenn du heute Teiglinge aus Tunesien oder aus Rumänien importierst geht das nicht ohne Zusatzstoffe. Schutzgasatmosphären, Bestrahlung usw.
Milch werden alle möglichen Stoffe entnommen, andere kommen hinzu um die Entnahmen geschmacklich zu unterdrücken, usw.
Und den Chemiecocktail der Fastfood überall gleich schmecken lässt willst du nicht wirklich kennen.
15:07
Ich kenne viele Menschen mit Lebensmittelallergien, meistens eher jüngere Leute. Vieleicht führt wirklich das übervorsichtige Verhalten und übertriebene Hygiene der Eltern zu diesen Allergien. Insbesondere bei Nussallergien, wenn der Hals zuschwillt, ist Vorsicht geboten, weil Nüsse in sehr vielen Lebensmitteln enthalten sind.
14:19
#5 von mirschmecktnichtmehr
Bei 1 1 wurde das plus -Zeichen nicht wiedergegeben.
14:18
Ein wesentlicher Teil des Problems ist die Tatsache, daß so gut wie keine unverfälschte Lebensmittel auf dem Markt sind.
Ahnungslose, Irrwitzige und Geldgeile beherrschen uns.
Man will uns u.a. Gentechnik, spezielle Behandlungen, Beimengungen etc. tatsächlich als tolle Errungenschaft verkaufen. Dabei müßte allen klar sein, daß u.a. in der Chemie und in der Biologie 1 1 nicht zwangsläufig 2 sein muß, sondern durchaus 1,5 oder -0,4 sein kann.
Auf Lebensmittelpackungen inzwischen Kennzeichnungen zu lesen sind, die einem Beipackzettel bei Arzneimitteln nahe kommen. Letztere zeichnen sich u.a. dadurch aus, daß sie im wesentlichen als Vorbeugemaßnahmen gegen mögliche Klagen, denn zur Aufklärung der Patienten gedacht sind. Geschönt, gelogen, verfälscht ?
Der Nachweis der Verursachung wird gezielt unmöglich gemacht.
Besonders „erfreut“ mich, daß ich nicht mehr die Möglichkeit habe, mich mit den Lebensmitteln zu ernähren, die ich für gut und richtig halte. Leute wie sie berauben mich diesbezüglich meiner Freiheit, und nichts und niemand gibt es, der hier Abhilfe schaffen will und/oder kann. O.a. Leute bestimmen, was die Menschen essen und trinken. Dementsprechend selbstbewußt – oder besser – arrogant treten die verantwortungslosen „Verantwortlichen“ auf.
Meine Antwort, klar gesagt: “Leute, schiebt Euch und Eueren Mitstreiter/innen den Mist, den Ihr anrichtet sonstwo hin!“ Ich bin überzeugt, dann gäbe es weit weniger Komplikationen, auch im Bereich Allergie.
12:46
Da wird oft als Lebensmittelallergie bezeichnet was in Wahrheit eine Allergie gegen die Chemikalien und Produktionsmethoden unserer Lebensmittel ist.
Wer noch eine rüstige Oma hat die kochen und backen kann wundert sich das Nahrungsmittel die sonst alles mögliche auslösen plötzlich ohne körperliche Reaktion (abgesehen vom der Gürtellinie) gegessen werden können.
12:03
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12:03
Hallo zusammen,
leider ist das Problem auch das die Ärzte gar nicht wissen wo das her kommt. Habe das unzählige Male selber erlebt. Bin selber so ziemlich auf alles stark allergisch gewesen, bis ich mich abgewendet habe und mich mit Ayurveda beschäftigt habe.
Eine aktuelle Studie, wurde hier auf derwesten berichtet hat sogar gezeigt und bestätigt, das Allergien mit dem was man ißt zu tun haben.
Ich empfehle jedem Allergie müssen nicht sein von Dr. Max Otto Bruker
11:29
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