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Immer mehr Bußgelder für Käufer illegaler Medikamente

05.10.2012 | 17:14 Uhr
Immer mehr Bußgelder für Käufer illegaler Medikamente
Zoll und Polizei in 100 Staaten dem Handel mit illegalen Arzneien einen schweren Schlag versetzt.Foto: Joerg Koch/dapd

Essen.  Zoll und Polizei in 100 Staaten haben in der vergangenen Woche dem Handel mit illegalen Arzneien einen schweren Schlag versetzt. Bei der weltweit von Interpol geführten Operation „Pangea V“ wurden tonnenweise Medikamente sichergestellt, die per Internet im Ausland geordert wurden und im Verdacht stehen, schwere Gesundheitsschäden zu verursachen.

Der Bezug verschreibungspflichtiger Arzneimittel per Internet aus dem Ausland ist für Zehntausende von Abnehmern nicht nur Gesundheitsrisiko, sondern wird zunehmend zum teuren Einkauf. Deutsche Zollbehörden verhängen immer öfter saftige Bußgelder bis zu einer Höhe von 200 Euro. Stellte das für den Frankfurter Flughafen zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt 2007 387 Verstöße fest, waren dies 2011 schon über 15.000.

Die meisten der verbotenen Internet-Arzneien erreichen die Bundesrepublik über Frankfurt, wo die Pakete vom Zoll nach Potenz-, Verhütungs- und Schlankheitsmitteln sowie nach verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und Antidepressiva durchsucht werden. Alleine bei einer siebentägigen Großaktion, die in dieser Woche endete, beschlagnahmten Bundeskriminalamt und Zollkriminalamt 530 Pakete mit 68.000 Tabletten und 2100 Doping-Ampullen.

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Nothilfe gegen gefährliche Pillen - von Dietmar Seher

Zoll und Polizei versuchen, den Handel mit illegalen Arzneien zu stoppen. So kürzlich bei der große angelegten Operation "Pangea V". Ein vollkommen richtiger Schritt, denn gepanschte Medikamente sind hochgefährlich.

Bei der weltweit von Interpol geführten Operation „Pangea V“ wurden tonnenweise illegale Medikamente und muskelaufbauende Präparate sichergestellt, die per Internet im Ausland geordert wurden und im Verdacht stehen, als nachgemachte oder komplett gefälschte Arzneien schwere Gesundheitsschäden zu verursachen .

"Skrupellosigkeit der Anbieter stößt auf Sorglosigkeit der Käufer"

Alleine in Deutschland wurden zwischen dem 25. September und dem 2. Oktober 68.000 Tabletten, Kapseln und Ampullen  aus dem Verkehr gezogen. Zudem laufen seit Beginn des Jahres bereits 284 neue Ermittlungsverfahren gegen Anbieter. Im vergangenen Jahr wurde in 1300 Fällen ermittelt – ein Plus von 42 Prozent gegenüber 2010. „Die Tendenz ist steigend“, so die Fahnder. Norbert Drude, Chef des Zollkriminalamtes, findet es „erschreckend, in welch' großem Ausmaß  Skrupellosigkeit der Anbieter auf Sorglosigkeit der Käufer stößt“.

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Chinesische Behörden gehen gegen Arznei-Plagiate vor

Macht die chinesische Führung jetzt Ernst im Kampf gegen Arznei-Fälscher? Völlig überraschend haben 18 000 Einsatzkräfte, offenbar gut koordiniert, in allen Landesteilen zugeschlagen. Sie durchsuchten 1100 illegale Produktionsstätten und nahmen dabei 2000 mutmaßliche Fälscher fest.

Sehr deutlich warnen die Ermittler deshalb die Abnehmer nicht nur vor den möglichen massiven Gesundheitsschäden. Sie betonen auch die strafrechtlichen Folgen. Denn seit 2007 können auch die Käufer belangt werden – erfahrungsgemäß passiert dies oft schon ab Kaufmengen von 30 Tabletten aufwärts mit Verwarnungsgeldern von 35 Euro oder Bußgeldern bis zu 200 Euro. Drude: „Jeder Import von in Deutschland nicht zugelassenen  Medikamenten durch Privatpersonen ist eine Ordnungswidrigkeit.“

Dietmar Seher



Kommentare
07.10.2012
13:30
Immer mehr Bußgelder für Käufer illegaler Medikamente
von neuich | #1

Woran das wohl liegen mag?! Sicherlich nicht an den höchsten Medikamentenpreise hier in Deutschland. Und was tut der Staat dagegen?! Nichts, aber auch gar nichts. Das Einzigste was er macht ist den Pharmafirmen auch noch ihre überhöhten Peise genehmigen und günstigere Firmen, auch aus dem Ausland, massiv behindern. Das dann Menschen andere Auswege suchen ist nur zu verständlich.

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