High-Tech-Anzug aus Israel lässt Querschnittsgelähmte wieder laufen
28.08.2012 | 08:45 Uhr 2012-08-28T08:45:00+0200
Greifswald. 18 lange Jahre konnte Tom Schwietzer seine Beine nicht mehr nutzen. Ein Motorradunfall ließ in querschnittsgelähmt zurück - Laufen war über all die Jahre unmöglich. Doch ein neuartiges Exoskelett aus Israel lässt ihn jetzt wieder aus seinem Rollstuhl aufstehen und gehen.
Angestrengt, aber glücklich lächelnd steht Tom Schwietzer vor staunenden Ärzten und Physiotherapeuten. Gerade erst hat sich der 35-jährige Patient im Neurologischen Rehabilitations- und Querschnittgelähmtenzentrum Greifswald des Bundesverbandes Rehabilitation ganz allein aus seinem Rollstuhl erhoben . Zum ersten Mal seit jenem verhängnisvollen Motorradunfall vor 18 Jahren wagt Tom wieder einen Gehversuch. Möglich wird dieses "Wunder" durch ein sogenanntes Exo-Skelett, erfunden in Israel und nun zum ersten Mal in Deutschland im Test.
Tom greift zu einer Sportuhr ähnlichen Fernbedienung an seinem Handgelenk und wechselt den Modus von "Aufstehen" auf "Gehen". Plötzlich bewegen sich die seitlich an Hüfte, Knie- und Fußgelenken angesetzten Prothesen und lassen seinen rechten Fuß vor den linken setzen.
Spezialsystem kostet etwa 100.000 Euro
Noch assistieren zwei Physiotherapeutinnen dem auf Krücken gestützten jungen Mann bei seinen ersten Laufversuchen. Doch schon bald werde er sich auch ganz allein mit Unterstützung eines Gleichgewichtssensors fortbewegen können, sagt John Frijters, Europa-Manager der israelischen Firma Argo Medical Technologies in Yokneam, die das sogenannte ReWalk-System nach den USA und Großbritannien nun auch in Deutschland, Österreich und Frankreich einführen will.
Erfunden hat den etwa 100.000 Euro teuren Elektroanzug der israelische Ingenieur Amit Goffer, der seit einem Unfall vor mehreren Jahren selbst gelähmt ist. Mit eigenem Kapital entwickelte der Tüftler einen Prototypen, den er nun über seine 30 Mitarbeiter zählende Firma weltweit vermarktet.
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Genial, und was für ein Fortschritt.
Hier in Mülheim gibt es eine arme junge Frau, die seit Jahren vom Hals abwärts gelähmt mit ihrem Leben zurecht kommen muß. Da erschien es mir persönlich schon wie ein Quantensprung, das diese Frau nicht mehr an der Eisernen Lunge gefesselt ist, sondern mttels eines mobilen Beatmungsgerätes im Rollstuhl am Leben teilnehmen kann.
Das jetzt Querschnittsgelähmte die Chance erhalten sich selber zu erheben und fortzubewegen, ist ein weiterer Schritt.
Und irgendwann wird Forschung und Wissenschaft es ermöglichen, daß auch ab Hals voll Gelähmte sich wieder im entsprechenden Maß bewegen können.
Gruß