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Hausärzte unterstützen Patienten selten bei gesünderem Lebensstil

13.02.2012 | 05:45 Uhr
Hausärzte unterstützen Patienten selten bei gesünderem Lebensstil
Weil sie nicht an einen Erfolg glauben, mischen sich viele Mediziner nicht in den Lebensstil ihrer Patienten ein.Foto: dapd

Stuttgart.  Nur eine Minderheit der Hausärzte bietet Patienten Programme gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Tabakkonsum an. Das hat eine Umfrage unter 260 Hausärzten ergeben. Gründe dafür sind Zeitmangel, wenig Vertrauen in die Motivation der Patienten - und zu wenig Verdienst.

Hausärzte versuchen eher selten den Lebensstil ihrer Patienten zu beeinflussen. Nur eine Minderheit der Mediziner unterbreite Angebote, etwas gegen Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung , übermäßigen Alkoholkonsum oder Tabakrauchen zu tun, geht aus einer in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" veröffentlichten Umfrage unter 260 Hausärzten in Baden-Württemberg hervor.

Als Grund gaben sie Zeitmangel und eine unzureichende Vergütung an. Viele zweifelten auch an der Motivation ihrer Patienten. Forscher um Christina Huy vom Mannheimer Institut für Public Health der Universität Heidelberg gingen der Frage nach, wie gut die Mediziner ihre Möglichkeiten zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschätzen und ob sie diese auch anbieten.

Viele glauben nicht an einen Erfolg

Am optimistischsten zeigten sich die befragten Hausärzte im Hinblick auf Bluthochdruck , Cholesterin und Diabetes . Sie hielten sich in der Behandlung für kompetent und waren größtenteils auch der Ansicht, ihre Patienten hier erfolgreich motivieren zu können. Auch in Bezug auf Risikofaktoren des Lebensstils wie Bewegungsmangel oder Rauchen hielten sich die Ärzte im Prinzip für kompetente Berater.

Gesundheitsirrtümer

An einen Erfolg glauben viele jedoch nicht, wie die Umfrage ergab. Viele begnügten sich damit, die Risikofaktoren im Gespräch mit dem Patienten darzustellen und den Nutzen eines gesunden Lebensstils kurz zu erläutern. Schriftliches Informationsmaterial teile nur jeder Fünfte aus, und Kontakte zu anderen Hilfsangeboten würden nur selten hergestellt, berichten die Autoren. Dabei sind Ärztinnen doppelt so häufig wie ihre männlichen Kollegen bereit, Patienten zum Lebensstil zu beraten. (dapd)

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Kommentare
13.02.2012
09:45
Hausärzte unterstützen Patienten selten bei gesünderem Lebensstil
von foxtrott | #3

Unsere ganze Familie wurde jahrelang von einem sehr guten Hausarzt betreut, der genau dieses tat, zunächst einmal die Motivation der Kranken auf Verhaltensänderung zu wecken, bevor er, und das tat er natürlich bei ernsthaften Krankheitserscheinungen sofort, Medizin oder Eingriffe verschrieb. Das alles machte ihn nicht nur nicht reich, sondern zwang ihn dazu, seine Praxis in sein Heimatland zurück zu verlegen. Leider.

13.02.2012
08:05
Hausärzte unterstützen Patienten selten bei gesünderem Lebensstil
von AntonC | #2

Wenig Alkohol, kein Nikotin, viel Bewegung. Statt die Patienten zu motivieren präventiv an sich selbst zu arbeiten, wird lieber mit Krankenscheinen und Medikamentenverschreibungen Kasse gemacht. So erhält man sich ja auch seine Kunden. Da versickern die Milliarden im Gesundheitswesen, aber weder Politiker, noch Krankenkassen, schon gar nicht die Ärzte sind Manns genug den Patienten mal in den Hintern zu treten.

13.02.2012
07:21
Hausärzte unterstützen Patienten selten bei gesünderem Lebensstil
von Sempre | #1

Der Tag hat eben nur 24 Stunden.

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