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Lernfähigkeit

Geselligkeit hält geistig fit und steigert die Lernfähigkeit

08.02.2012 | 05:45 Uhr
Geselligkeit hält geistig fit und steigert die Lernfähigkeit
Eine Studie der Ruhr-Uni Bochum zeigt, dass gesellige ältere Menschen ihre Lernfähigkeit verbessernFoto: Ulla Emig

Bochum.  Wer sich häufig in angenehmer Gesellschaft befindet und sich bewegt, steigert seine Lernfähigkeit - sogar noch im hohen Alter. Neurowissenschaftler der Ruhr-Uni Bochum führten dazu eine Studie an Mäusen durch. Eine Studie mit älteren Menschen, die einen Tanzkurs besuchen, bestätigt diesen Effekt.

Geselligkeit und Bewegung halten geistig fit: Wenn Mäuse sich in einer für sie reizvollen Umgebung austoben können, wirkt sich das positiv auf ihre Lernfähigkeit aus. Der Effekt ist an Gehirnzellen aber nur dann messbar, wenn die Tiere nicht allein , sondern in Gesellschaft sind. Dann lässt sich die Lernfähigkeit auch noch im Alter verbessern, wie der Neurophysiologe Arne Buschler von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) herausfand.

Das Ergebnis seiner Untersuchung lässt sich auch auf Menschen übertragen. Buschler untersuchte die Aktivität von Nervenzellen im Hippocampus, einer Gehirnregion, die für das Langzeitgedächtnis wichtig ist. Erregt man die Zellen mit elektrischen Impulsen einer bestimmten Frequenz, so steigt die Effizienz ihrer Kommunikation (Langzeitpotenzierung). Bei Mäusen beobachtete der Wissenschaftler eine besonders starke Langzeitpotenzierung, wenn er sie mit Artgenossen in einer anregenden Umgebung ("enriched environment") hielt.

Tanzkurs-Studie bestätigt Ergebnisse

Das "enriched environment" bestand in Buschlers Versuch aus Käfigen, in denen sich die Tiere mit Röhren, Laufrädern, Bällen und anderem Spielzeug beschäftigen konnten. Nach nur zwei Wochen in dieser Umgebung zeigten die Mäuse eine stärkere Langzeitpotenzierung als Artgenossen, die unter Standardbedingungen lebten.

Dieser Effekt trat jedoch nur auf, wenn sie die anregende Umgebung mit anderen Mäusen teilten. Dies passe zu der RUB-Studie mit älteren Menschen, die einen Tanzkurs besucht hätten, sagte Buschler. "Auch da haben sie ja soziale Kontakte gehabt, zusätzlich zur körperlichen Betätigung." Soziale Kontakte allein reichten jedoch auch nicht aus, um die Langzeitpotenzierung zu verbessern; sie mussten im "enriched environment" stattfinden. (dapd)

Faszination Mensch

 

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