Genießen statt schlingen

Zu den Risikofaktoren für Herzerkrankungen zählen, neben Rauchen und mangelnder Bewegung, Kummer und Sorgen.
Zu den Risikofaktoren für Herzerkrankungen zählen, neben Rauchen und mangelnder Bewegung, Kummer und Sorgen.
Unsere Serie „Gesund von A bis Z“ gibt in loser Folge in 26 Artikeln quer durch das Alphabet Tipps zur Gesundheit. Heute: Wie sich Herz-Kreislauferkrankungen am wirkungsvollsten vermeiden lassen.

Essen.. Jede Sekunde schlägt es in uns. Mal schneller, mal langsamer, auf jeden Fall aber ein Leben lang. Das Herz ist der Motor des menschlichen Körpers. Doch wie hält man es gesund?

„Wichtig ist vor allem eins: eine rundum gesunde Ernährung“, sagt Dr. Andrea Lengyel. „Sonst zeigt die Waage schnell Übergewicht an und das belastet das Herz.“ Die Wahrscheinlichkeit von Herz-Kreislauferkrankungen nimmt zu. Die Fachärztin für Arbeitsmedizin und Innere Medizin empfiehlt bei Übergewicht keine Diät, sondern vielmehr eine Umstellung der Ernährung. Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, vor allem aber Finger weg von zu viel tierischen Fetten. Auch wenn sie reizen, mit Fleisch und Butter lieber geizen. Denn die unliebsamen Fette können den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben und Herz-Kreislauferkrankungen hervorrufen.

„Es gibt gutes und schlechtes Cholesterin. Gutes, das sogenannte HDL-Cholesterin, sorgt dafür, dass der Überschuss an Fett abtransportiert und letztlich ausgeschieden wird“, sagt Dr. Andrea Lengyel. Das schlechte LDL-Cholesterin unterstützt hingegen, dass sich die Blutfette an den Innenwänden der Gefäße und Arterien ablagern und dem Blut den Weg zum Herz verstopfen. Die Folge ist eine Gefäßverkalkung, die einen Herzinfarkt auslösen kann. „Ich rate daher immer, die beiden Cholesterin-Werte regelmäßig überprüfen zu lassen.“

Fast-Food-Gesellschaft

Zusätzlicher Tipp der Ärztin für purzelnde Pfunde: „Am Morgen und Mittag darf die Ernährung reich an Kohlenhydraten sein, denn unser Körper braucht wie ein Ofen Energie, um in Gang zu kommen.“ In den Abendstunden sollte hingegen Eiweiß und Gemüse auf dem Speisenplan stehen. „Zum Eiweißabbau in der Nacht benötigt der Körper Energie. Die Kohlenhydrate vom Morgen beziehungsweise Mittag hat er durch die Tätigkeiten über den Tag verteilt bereits aufgebraucht, also geht der Körper an die überschüssigen Fettdepots.“

Dr. Andrea Lengyel empfiehlt darüber hinaus, nicht jeden Happen halb auf dem Sprung hastig hinunterzuschlingen, sondern sich Zeit beim Essen zu nehmen. „Wir leben in einer Fast-Food-Gesellschaft. Viele Menschen essen mal eben im Vorbeigehen direkt aus der Konserve oder setzen sich dabei vor den Fernseher.“ Die Ärztin wünscht sich ein anderes Bild der Gesellschaft zurück. Eins von früher, als in der Familie noch gemeinsam gekocht wurde. „Damals wurde sich Zeit für die Zubereitung von frischen Gemüsespeisen und deren Verzehr genommen. Die Familie saß zusammen am Esstisch und unterhielt sich über den Tag. Das gibt es heute immer seltener.“

Sorgen belasten

Stattdessen herrschen oftmals Hektik und Stress. „Das Gefährliche am Stress ist nicht die viele Arbeit, sondern der Druck, unter den sich der Mensch setzen lässt oder den er sich selbst macht“, sagt Dr. Andrea Lengyel. Er kann zu Bluthochdruck führen, der ebenfalls Erkrankungen des Herzkreislaufs begünstigt. „Ein oberer Blutdruckwert bis zu 140 ist in jedem Alter normal. Der untere sollte hingegen nicht über 90 liegen.“

Zu weiteren Risikofaktoren für Herzerkrankungen zählen, neben Rauchen und mangelnder Bewegung, Kummer und Sorgen. „Wenn den Menschen dauerhaft etwas belastet, kann das dazu führen, dass er eines Tages über Herzstiche klagt, die sich letztlich bis hin zu stärkeren und länger anhaltenden Herzschmerzen entwickeln können“, sagt Dr. Andrea Lengyel. „Deshalb ist es wichtig, über Sorgen zu sprechen und auf sein Herz zu hören.“

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