Geburtenrate in NRW so niedrig wie nie zuvor
16.08.2012 | 12:43 Uhr 2012-08-16T12:43:28+0200
Düsseldorf Im vergangenen Jahr wurden an Rhein und Ruhr 143.097 Kinder geboren - damit ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zurück. Die Rate in Nordrhein-Westfalen liegt noch unter dem bundesweiten Trend.
Die Zahl der Geburten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ist 2011 auf einen historischen Tiefstand gesunken. Im vergangenen Jahr wurden an Rhein und Ruhr 143.097 Kinder geboren - so wenige wie noch nie seit Bestehen des Landes, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.
Im Vorjahresvergleich ging die Zahl der Neugeborenen in dem Land demnach um 2,9 Prozent zurück. Das Durchschnittsalter der Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes liegt in NRW bei 29,1 Jahren. In dem Bundesland leben gut 17,8 Millionen Menschen.
NRW noch unter dem bundesweiten Trend
Nur in sechs der 53 kreisfreien Städte und Kreise ging der Trend in die andere Richtung: In Mülheim an der Ruhr, Leverkusen, Herne sowie in den Kreisen Kleve, Paderborn und Soest kamen 2011 mehr Kinder zur Welt als im Jahr zuvor. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag landesweit den Angaben zufolge bei 1,36 gegenüber 1,40 im Jahr 2010.
NRW liegt mit seiner Geburtenrate noch niedriger als der bundesweite Trend: Nach den vorläufigen Zahlen kamen im Jahr 2011 in Deutschland etwa 663.000 Kinder lebend zu Welt - 15.000 oder 2,2 Prozent weniger als im Jahr 2010. Auch dies ist ein neuerlicher Tiefpunkt. Im gleichen Zeitraum waren den Angaben zufolge 852.000 Menschen verstorben, was einem Rückgang um 0,7 Prozent entspricht (2010: 859.000 Sterbefälle).
Deutschland bleibt Land mit der viertgrößten Einwohnerdichte
Bei der Differenz setzt sich ein Trend aus vier Jahrzehnten fort: Bereits seit 1972 ist die Zahl der Sterbefälle laut Statistischem Bundesamt in Deutschland höher als die Geburtenrate. 2011 lag diese Differenz bei rund 190.000, im Jahr 2010 bei etwa 181.000. Auch die Zahl der Eheschließungen in Deutschland verringerte sich 2011 im Vergleich zum Vorjahr und zwar um 4.000 oder 1,1 Prozent auf 378.000. Insgesamt kamen 279.000 mehr Menschen nach Deutschland als abwanderten.
Die niedrige Geburtenrate ist mittlerweile zum Politikum geworden: In der Bunderegierung wird darüber diskutiert, ob die bisherigen Instrumente der Famillienförderung ihre Ziel erreichen. Im Zentrum stehen die mangelnde Kita-Versorgung und die Sinnhaftigkeit des Elterngelds. (afp/dapd)
17:33
Ich kann nicht verstehen, warum von Seiten der Regierung nicht ernsthafte Maßnahmen ergriffen werden um den Geburtenrückgang zu stoppen. Das Problem und der Rattenschwanz der noch mit dranhängt(z.B. in Bezug auf Renten, Krankenkassen, Fachkräftemangel, Binnennachfrage, etc.) ist ja nicht erst seit heute bekannt. Und der dramatische Geburtenrückgang ist eines der größten Probleme, das Deutschland hat. Aber die Regierung/Politik tut einfach nichts dagegen und schaut dem ganzen seelenruhig zu. Aber als Politiker braucht man keine langfristigen Probleme zu beseitigen. Es geht schließlich nur darum bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden und da bringen kurzfristige Erfolge dem Politiker weit mehr als langfristige Lösungen.
Ganz meine Meinung. Unser Land und das Ruhrgebiet werden immer unbedeutender. Und die Politik schaut zu, macht immer nur Kurzfristkosmetik und kümmert sich lieber um alle möglichen anderen Nebenthemen. Die können es einfach nicht, die Deppen die uns regieren. Und der Ast auf dem wir sitzen, wird immer dünner. Armes Schrumpfland. :(
14:38
Mir ist noch nicht so ganz klar geworden, was hier eigentlich lauter beklagt wird; der Geburtenrückgang in einem der dicht besiedelsten Länder Europas, der nach sofortiger Zuwanderung schreit, wahrscheinlich damit die Steuereinnahmen des Staates nicht plötzlich zurückgehen; oder Bevölkerungsexplosion durch immer mehr Menschen auf der gesamten Erde, verbunden mit Dürre, Mangelerkrankungen und Wasserknappheit.
13:43
Das darf man leider nicht einfach so verallgemeinern.
Das Präkariat, sowie gewisse Bevölkerungsgruppen vermehren sich dagegen übermäßig proportional. Dafür muss man nur mal die Zahlen der Jugendhilfe, Unterhaltssicherung sowie Statistiken zu Geburten und Einschulungsuntersuchungen lesen!!!
Gerade in der sog. gesellschaftlichen "Mittelschicht" wird es dafür jedoch immer "unwirtschaftlicher", sich überhaupt noch Nachwuchs zu leisten.
woher beziehen Sie Ihre Zahlen ?
Kann es nicht viel eher sein, daß die diversen Ämter wegen der insgesamt geringeren Zahl an Kindern einfach mehr Zeit haben, um sich um das vermehrungswütige Präkariat kümmern zu können.
Ich glaube nicht, daß es heute mehr Präkariats-Bälger gibt als vor 30 Jahren.
Das sieht nur so aus ...
im übrigen:
Die Mittelschicht kann sich sehr wohl Kinder leisten. Muss dann aber hier und da mal etwas kürzer treten (Urlaub, Auto usw..) . Das will der junge Mensch heutzutage aber nicht ! Da kauft er sich lieber einen Hund.
13:35
Blabla Blub !!
Und trotzdem reichen die Betreuungsplätze nicht aus und der Raum für Kinder schrumpft schneller als die Geburtenrate.
Schulklassen werden auch immer größer.