Frühjahrsputz für den Körper – vier beliebte Fastenkuren

Nach den Karnevalstagen üben sich viele Menschen in Verzicht – etwa mithilfe von Fastenkuren. Wie sie funktionieren und was man beachten muss.

Essen.. Lebkuchen und Christstollen zu Weihnachten, Käsefondue an Silvester und bis Aschermittwoch wird sicher noch der ein oder andere Berliner verputzt – der Winter geizt nicht mit Verlockungen. Manch einem kommt da die Fastenzeit nach den Karnevalstagen ganz gelegen. Nicht nur, um ein paar Pfunde loszuwerden, sondern vor allem, um sich wieder wohler zu fühlen.

Generell bedeutet Fasten, eine Zeit lang auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten. Doch man kann das Ganze noch eine Spur professioneller angehen: mit speziellen Fastenkuren, die dabei helfen, den Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Einige der beliebtesten haben wir zusammengefasst.

Fasten nach Buchinger

Bei dieser Methode, die auf den deutschen Arzt Otto Buchinger zurückgeht, werden mithilfe von Gemüsebrühen und Säften geringe Mengen an Kalorien aufgenommen. Kombiniert wird diese Trinkkur mit leichtem Ausdauersport und Entspannungstraining. Los geht es mit ein bis drei Entlastungstagen, an denen man nur leichte Kost zu sich nimmt.

Fasten für Einsteiger Auf Nikotin, Koffein und Alkohol wird außerdem vollkommen verzichtet. Nach einer gründlichen Darmreinigung mithilfe von Glaubersalz folgt das tatsächliche Fasten über einen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen. „Länger zu fasten, ist nur etwas für sehr Erfahrene“, sagt Andrea Chiappa, Vorsitzender der Deutschen Fastenakademie, die die Fastenkur nach Buchinger besonders empfiehlt.

Fasten nach Mayr

Die Fastenkur nach dem österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr, auch bekannt als Milch-Semmel-Kur, eignet sich besonders zur Entlastung des Magen-Darm-Systems. Ihren Beinamen hat die Mayr-Kur, weil Weißmehl- oder Dinkelbrötchen zusammen mit mehreren Schlücken Milch verzehrt werden. Besonderes Augenmerk wird während dieser Kur auf das gründliche Kauen gelegt.

Neben Brötchen und Milch können in der heutigen Version der Kur auch Brühe, Gemüse oder Fisch gereicht werden. Der Darm bekommt täglich eine Grundreinigung. Bauchmassagen unterstützen die Entgiftung.

Schrothkur

Johann Schroth erfand dieses Naturheilverfahren vor mehr als 180 Jahren. Ziel der zwei- bis dreiwöchigen Kur ist eine Entgiftung des Körpers, wodurch die Selbstheilungskräfte gefördert werden sollen. Gegessen wird während des Fastens eine salz- und fettlose sowie eiweißarme Kost aus Reis-, Grieß- oder Haferbrei mit gedünstetem Gemüse oder gekochtem Obst, außerdem trockenes Brot und Zwieback.

Blutzucker Kritisch sehen Mediziner und Ernährungswissenschaftler den Wechsel von Trink- und Trockentagen. Bei der klassischen Schrothkur gab es drei Tage, an denen weniger als ein halber Liter Flüssigkeit getrunken wurde. Diese Regel gilt in der modifizierten Version nicht mehr.

Basenfasten

Beim Basenfasten geht es darum, einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zu erreichen. Die zugrundeliegende Lehre geht davon aus, dass der Körper durch falsche Ernährung übersäuern kann, wodurch man sich müde und antriebslos fühlt. Um dem entgegenzuwirken, nimmt man bei dieser Fastenkur ein bis zwei Wochen lang nur basenbildende Lebensmittel zu sich. Heißt: Viel Obst und Gemüse, Kartoffeln und Kräuter. Nicht erlaubt sind unter anderem Fleisch, Fisch, Reis, Nudeln, Eier und Milchprodukte. Den Speiseplan kann man sich dann selbst zusammenstellen.

Welche Methode auch immer man wähle, wichtig sei, „dass man es ganzheitlich macht“, sagt Chiappa. Eine bestimmte Form der Ernährung stünde zwar im Zentrum des Fastens,

zum Gesamtpaket gehörten aber auch Entspannung, Bewegung und ja, auch das: Ausscheidung. Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen passen laut Chiappa gut zum Fasten: „Kurz außer Atem sein, ist okay, man sollte aber nicht bis an die Leistungsgrenze gehen.“ Fasten könne „jeder, der gesund und leistungsfähig ist, keine kontrollpflichtigen Medikamente nimmt, kein Untergewicht hat und nicht psychisch ausgebrannt ist.“ Und: Selbst Berufstätige können fasten. Dafür müssten sie lediglich die Kalorienzufuhr ein wenig verändern, so Chiappa: „Einen Joghurt dazu, statt Brühe eine Suppe mit Kartoffeln, das geht ganz stressfrei.“